Page 3

GVmanager_04_2013

Kommentar Claudia Kirchner Chefredakteurin Potenziale hinterfragen Unser Titel verrät es bereits: Erneut haben wir unseren Leserpreis BEST of Market 2013 in feierlichem Rahmen in Hamburg verliehen. Damit haben wir Ihr Votum, liebe Leser, das Sie in unserer großen Befragung im Herbst über Ihre Industriepartner und Zulieferer gefällt haben, an diese weitergegeben. Dafür, dass Sie uns hierbei so zahlreich unterstützt haben, möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken! In-dem Sie detailliert die Qualität, den Ser-vice und das Preis-Leistungs-Verhältnis der 488 abgefragten Unternehmen eingestuft haben, haben Sie den Status quo widergespiegelt und genutzte so-wie ausbaufähige Potenziale aufgezeigt. Lesen Sie mehr über Ihr Urteil ab S. 10. Nutzen auch Sie Umfragen unter den „Anwendern“ Ihrer Produkte, also Ihren Gästen, um den Status quo Ihres Küchenbetriebs zu ermitteln? Generell eine tolle Idee – solange sie auch richtig angegangen wird und alle an einem Strang ziehen. Denn nicht selten sollen derartige Umfragen zu einer bösen Überraschung geworden sein – obwohl ein sehr engagiertes Team in der Küche steht. Warum? Um das herauszufinden, müsste man Mäuschen spielen, z. B. bei der Essensbestellung, die gerne mal folgendermaßen abläuft: „Die Früh-stücksabfrage bei den Patienten für den morgigen Tag spar’ ich mir heute – die wollen doch sowieso jeden Tag dasselbe.“ Ein Wunschessen wird in die-sem Sinne überbewertet, wenn es nach der Pflege oder Hauswirtschaft geht – der Patient allerdings ist enttäuscht und urteilt entsprechend. Beispielhaf-ter Tatort 2 ist der Wagenbahnhof mit zwei weiteren Schnittstellenproble-men: Der Lieferdienst ist spät dran und lässt den Regenerierwagen einfach am Aufzug stehen, statt ihn an den Strom anzustecken. Oder die Pflege bricht den Regenerierprozess ab, um pünktlich in den Feierabend zu kommen. Lauwar-mes Essen muss folglich nicht unbe-dingt von technischen Defekten her-rühren, wenn „Fachkräfte“ ihre eigenen Regeln erfinden – und so der oft zitierte Kritikpunkt schnell zum Hygieneproblem wird. Kurz bevor es das Essen zum Patienten geschafft hat, muss es ein weiteres kritisches Szenario überstehen: den prüfenden Blick der Servicekraft. Könnte das tablettierte Essen eventuell besser munden als das mitgebrachte Pausenbrot? Dann doch schnell noch den Belag austauschen! Tatort 4 zeigt abschließend eine nicht zur Nachah-mung empfohlene Marketingidee von Cook & Chill oder Sous Vide-Speisen auf: „Das Gulasch, bitteschön! Ich hoffe es ist essbar, bei uns wird nämlich alles schon Tage im Voraus gekocht oder in Tüten aufgewärmt!“ Übertriebene Geschichten? Abgesehen von ein paar künstlerischen Freiheiten sind sie leider wahr. Dass Gästebefra-gungen dann fatale Ergebnisse bringen, ist kein Wunder. Lassen Sie es nicht zu, dass derartige Schnittstellenprobleme auf den Sündenbock Küche zurück-fallen! Wobei hier auch die Küche in der Pflicht ist, den anderen z. B. hygienische „Benimm“-Regeln oder die Vor-teile von Cook & Chill nahezubringen – im eigenen Sinne. Das Erfolgsrezept ist so einfach wie kompliziert: mehr Kommunikation. Hinterfragen Sie Ihre Schnittstellen und deren Potenziale! Wer wird GV-Manager des Jahres 2013? Nominieren Sie Ihren Favoriten... www.gastroinfoportal.de/GVM 4/2013 GVmanager 3


GVmanager_04_2013
To see the actual publication please follow the link above