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24_Stunden_Gastlichkeit_02_2013

aRbu n8d.0 u0m die Uhr Rückreiseverkehr aus dem Süden, Stau in beiden Richtungen – die Ent-scheidung für einen Zwischenstopp ist schnell gefallen: Hungrigen Reisenden sagt die Ausfahrt Oberaudorf, Niederndorf, Nussdorf allenfalls, dass sie sich im länd-lichen Bayern befinden, doch bereits nach einigen Metern Landstraße werden sie mit einem Plakat belohnt: Gasthof Kaiser-blick – Ortseinfahrt Oberaudorf. Neben den 50 % Fernreisenden besuchen diesen Gast-hof vor allem Stammgäste, viele aus Tirol, die wegen der bayrischen Spezialitäten kommen. Er verfügt zudem über 30 Ein- bis Vier-Bettzimmer. Der Übernachtungspreis beträgt 18 E, die Gerichte kosten zwischen 6,50 und 19,90 E. Erfordernisse der Zeit Vor und hinter dem Gasthof erwarten den Besucher 2.500 m² Parkfläche. Gerade Gruppenreisenden öff-net sich von hier aus ein separater Eingang in die „Alm“ – einen Anbau mit Schon die Postkarte für die Gäste des Hauses verrät alles, was den „Kaiserblick“ in Oberaudorf ausmacht: ein gemütlicher Gasthof mit bayrischer Küche und großen Stuben zum Feiern, Fremdenzimmer, Musikabende und Bergzauber – zu jeder Jahreszeit. Bayern erleben 70 Plätzen, entstanden 1999 auf der Fläche des einst 270 Plätze zählenden Biergartens. „Das war die beste Investition überhaupt“, betont Johann Bäuerle, der den Gasthof mit seiner Frau Monika führt. „Die Zielgruppen Busreisen und auch die Versammlungen begannen uns zum Teil wegzubrechen, da der hohe Anteil des À-la-carte-Geschäfts mit rund 70 % verhinderte, dass Gruppen in Ruhe zusammensitzen konnten“, berichtet der Wirt. Die „Alm“ bietet auch größeren Runden einen separaten Raum, um etwa den Urlaub Revué passieren zu lassen, oder einfach zum Feiern. „Eigentlich wollte ich die Wirtschaft, die meine Eltern seit 1960 in Pacht betrieben und in der wir schon als Kinder viel mithel-fen mussten, nie übernehmen. Keiner von uns acht Geschwistern wollte das. Die Wan-nen voll Kartoffeln, die wir schälen muss-ten – vielleicht waren die der Grund dafür“, erinnert sich Johann Bäuerle. „Jeden Tag rief mich meine Mutter im Büro an, als das gepachtete Anwesen 1988 zum Verkauf an-stand. Ich arbeitete damals erfolgreich als Gastronomieberater für Löwenbräu, doch schließlich willigte ich ein“, fährt er fort. Das bald 600 Jahre alte Haus hat er seitdem generalüberholt. Die Außenfassade ließ er renovieren und in traditioneller Lüftlmale-rei gestalten. Neben der kompletten Sanie-rung der Küche richtete er zudem das „Brünnstein-Stüberl“ als abtrenn-baren Nebenraum mit offenem Durchgang neu ein und bestuhlte es, um eine 38


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