Fabi + Rosi, Austin/USA: Ein Stück Europa in Texas

24_Stunden_Gastlichkeit_02_2013

Wolfgang Murber ERFOLGSFAKTOREN ➙➙ Einfallsreiche Gerichte ➙➙ Hoher Standard im Service ➙➙ Stylisches Ambiente ➙➙Moderates Preisniveau ➙➙ Regionaler und nachhaltiger Einkauf KONZEPT FABI + ROSI – AUSTIN/USA Anspruchsvolle, multinationale Gerichte in einem gehobenen, aber bezahlbaren Ambiente mit einer Mischung aus europäischen und texanischen Elementen. l Besitzer: Cassie Williamson und Wolfgang Murber l Mitarbeiter: Küche: 3 Voll- und 2 Teilzeit; Service: 4 Voll- und 5 Teilzeit, + 1 Tellerwäscher l Plätze: 50 (innen), 20 (außen) ckar. Er lernte dort für drei Jahre und blieb nach der Ausbildung weitere sechs Monate. Nach der Grundausbildung bei der Bundeswehr ging er für 1 ½ Jahre auf die Burg zurück. „Dann wollte ich etwas anderes erleben“‚ erklärt der 30-Jährige. Es zog ihn in den Süden, nach Mallorca, in ein gehobenes, italienisches Restaurant am Jachthafen von Puerto Portals. Kein Wunder, dass sein Kochstil von deutschen Wurzeln sowie italienischen und spanischen Einflüssen geprägt ist und sich das auf der Speisekarte in seinem Restaurant bemerkbar macht. Nach einem Jahr heuerte er auf einer Jacht als Privatkoch an und schipperte fast zwei Jahre über die Weltmeere. „Das war eine interessante Zeit, in der ich viel Neues kennenlernte“‚ erzählt er rückblickend. „Ich habe vor allem Fisch gekocht und immer lokal eingekauft.“ Im letzten Monat auf der Jacht, zurück in Palma, lernte er Cassie Williamson kennen, folgte ihr in die USA. Mittlerweile sind die beiden verheiratet. Schick und modern In ein Restaurant mit einem deutschen Koch der Wolfgang heißt, kommt der amerikanische Gast mit der Erwartung, dass die Tischdecken weiß-blau kariert sind, viel Bier und Würste serviert werden, dass das Personal Tracht trägt und nebenher Blasmusik dröhnt. Diese Erwartungen werden im „Fabi + Rosi“ nicht erfüllt, vielmehr wird der Gast mit auf eine Reise nach Europa genommen: mit Pariser Chic, spanischem Temperament und italienischem Flair. „Wir wollten eben nicht das typisch deutsche Essen und die rustikale Einrichtung haben“‚ erläutert Cassie Williamson. „Unser Motto ist modern und europäisch, das zieht sich durch unser ganzes Konzept – bei der Einrichtung ebenso wie bei den Gerichten.“ Sie ist neben dem Marketing für die Innenausstattung und die Dekoration des Restaurants verantwortlich: Glatte, weiße Lederbänke, polierter, dunkler Holzboden, viel Glas und glitzernde Kronleuchter erzeugen eine moderne Atmosphäre, die sehr anspruchsvoll wirkt. Schwarz-weiße Tapeten, punktuell eingesetzt, eine Sammlung antiker Spiegel und ein weißes Hirschgeweih vervollständigen das Konzept und erzeugen einen luftigen Schauraum. „Wir wollten ein Restaurant in der Größe, das wir es gut zu zweit führen können“‚ erklärt Wolfgang Murber. Das Restaurant bietet 50 Sitzplätze innen und 20 draußen unter großen Texas-Eichen, die abends mit vielen, weißen Lichtern erleuchten. Ein kleiner Barbereich lockert den Eingangsbereich auf. Geöffnet ist montags bis samstags von 17 bis 22 Uhr, sonntags ist Ruhetag. International und lokal Natürlich kocht der deutsche Koch auch Jägerschnitzel und Spätzle. „Das gibt es durchaus auf unserer Karte“‚ sagt Wolfgang Murber. „Aber ich koche internationale Gerichte, nicht nur deutsche Küche.“ So finden sich auch Jacobsmuscheln oder Lamm-T-Bone auf der Karte. Bei den Zutaten greift er auf lokale und saisonale Produkte zurück, modern aufgefrischt und europäisch beeinflusst. So erfreuen sich die Gäste z. B. an Wagyu-Steak mit getrüffelten Pommes oder an einer Metzgerplatte mit Hühnerleber-Pastete, Wagyu-Tarte und Enten-Terrine. „Wir kaufen viel auf lokalen Bauernhöfen rund um Austin ein“‚ erläutert Cassie Williamson, „vor allem Gemüse und Obst, sowie unser Fleisch.“ Auch der Fisch kommt aus der Nähe, denn die Küste ist nur knapp drei Stunden entfernt. „Für uns ist es wichtig, dass wir gute, lokale Produkte anbieten, die bezahlbar sind“‚ betont Wolfgang Murber. Der Durchschnittsbon für eine Person bei einem 3-Gang-Menü mit Wein beträgt etwa $ 40 (ca. 30 E). „Ich möchte, dass sich unsere Gäste das Essen leisten können und gerne wiederkommen“, sagt Wolfgang Murber. Daher pflegen die beiden Gastgeber auch einen regen Kontakt zu ihren Gästen, von denen viele aus der Nachbarschaft zu Fuß ins Restaurant kommen. Eine komplett europäische Weinkarte rundet die kulinarische Reise auf dem alten Kontinent ab. Die Stadt Austin kommt hingegen bei den Bierspezialitäten durch: Neben bekannten deutschen Biermarken servieren die beiden Gastronomen auch lokales Bier wie Jesters King aus einer kleinen Farm-Brauerei in der Stadt. Fazit: Eine gelungene Verbindung von Europa und Texas, beruflich wie privat. Elke Klukowsky www.fabiandrosi.com 24 Stunden Gastlichkeit 2/2013 35 Fotos: Klukowsky, Jodi Horton


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