Fachkräftemangel: Wasser in der Personalwüste finden

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Fotos: © coramax – Fotolia.com, MEV-Verlag Wasser in der Personalwüste finden Die Veränderungen im Personalmarkt sind gravierend: Dynamik und Effizienz stehen im Vordergrund. Immer weniger Menschen müssen immer mehr leisten. Zudem sind gute Leute Mangelware. Anzusetzen ist dabei an verschiedenen Stellschrauben. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Nachfrage nach motivierten Fach- und Führungskräften in Europa über Jahre hinaus größer sein wird als das Angebot – auch und gerade in gastrono-mischen Betrieben. So kommt es, dass vakante Stellen oft monatelang unbesetzt bleiben und die Arbeit von den verbliebenen Mitar-beitern mitgeleistet werden muss. Eine stei-gende Fluktuation ist die Folge. Die Qualität in der Küche leidet, was auch dem Gast nicht verborgen bleibt. Das schlägt sich als Konsequenz auch auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis nieder. Zusammengefasst wird der Engpass zum Produktivitätskiller. Diverse Stellschrauben Mit schnellen Erfolgsrezepten allein wird dieser Fachkräftemangel nicht zu behe-ben sein. Die Ursachen sind zu vielschichtig, als dass man nur an einer Schraube drehen könnte – und alles wird gut: Bekannte Probleme sind unattraktive Arbeitszeiten – auch wenn die Ge-meinschaftsverpflegung sich hier etwas positiver abhebt, die geringe Be-zahlung und die noch oft praktizierte Führungskultur, Azubis als billige Arbeitskräf-te zu betrachten. Das größte Problem ist aber der demografische Wan-del und die daraus resultierende Verknap-pung des kostbaren „Rohstoffes Mensch“. Fachleute schätzen, dass der Branche heute schon etwa 80.000 bis 100.000 Mit-arbeiter fehlen. So wird dem Jobmotor bald der Treibstoff (Mensch) ausgehen. Übrig bleiben manchmal dann nur Haupt- oder Realschüler, z. T. ohne Abschluss, mit Lern-schwächen oder geringen Deutsch- und Englischkenntnissen. Von akzeptablen Umgangsformen und Allgemeinwissen ein-mal abgesehen. Diese Tendenz verlangt nach einem neuen Anforderungsprofil bzw. einem ganz neuen Ausbildungsprogramm mit praxisbezogeneren Lehrinhalten an den Berufsschulen und Verstärkung unterneh-mensinterner „Nachhilfe“ für Azubis. Stille Reserven heben Als Strategie für die Suche nach dem knap-pen Wasser in der Wüste empfiehlt es sich, die stillen Reserven zu heben: Frauen, Migranten und ältere Mitarbeiter. Doch so einfach ist die Sache nicht. Zum einen wird zwischen 2020 und 2035 die gebur-tenstärkste Generation der deutschen Wirt- „Entscheidend ist nicht allein, was jemand bisher geleis-tet hat, sondern, welches Zukunfts- potenzial in ihm steckt.“ Albrecht von Bonin Management 70 GVmanager 3/2013


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