Allergene: Übeltäter im Brot

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Übeltäter im Brot frei von GLUTEN Bauchschmerzen, Husten, allergische Reaktionen – Gluten löst bei vielen Menschen Beschwerden aus. Doch nicht immer sind Zöliakie und Weizenallergie der Grund dafür. Eine neue Krankheitsform ist auf dem Vormarsch, die auch die Nachfrage nach glutenfreien Speisen erhöhen könnte. Fotos: © ThesIMPLIFY – Fotolia.com, Dr. Huttwiler Seit längerem ist bekannt: Zöliakie stellt nicht die einzige negative Reak-tion auf Gluten dar, auch die Weizen-allergie kann als „Übeltäter“ entlarvt wer-den. Von Bauchschmerzen und Durchfällen über Völlegefühl, Husten und allergische Reaktionen – das Klebereiweiß Gluten ver-trägt nicht jeder Mensch gleich gut. Wäh-rend die Zöliakie und die Weizenallergie gut erforscht sind, wird derzeit laut dem Dr. Schär Institut eine neue Form diskutiert – die der Glutensensitivität. Charakteris-tisch für diese Unverträglichkeit, die vor allem Erwachsene trifft, sind neben Symp-tomen, die den Magen-Darm-Trakt betref-fen, z. B. auch Kopf-, Glieder- und Mus-kelschmerzen. Die Symptome treten meist wenige Tage oder sogar nur Stunden nach der Aufnahme von glutenhaltigen Lebens-mitteln auf. Werden diese vom Speiseplan gestrichen, klingen die Beschwerden je-doch rasch wieder ab. „In der Praxis bleibt die Unverträglichkeit meist unerkannt“, sagt Prof. Wolfgang Holtmeier, Chefarzt für Gastroenterologie, Diabetologie und Innere Medizin am Kran-kenhaus Köln-Porz. „Wenn ein Patient etwa über Müdigkeit oder Bewegungsstörungen klagt, denken die meisten Ärzte nicht unbe-dingt an eine Unverträglichkeit.“ Das Vor-liegen einer Glutensensitivität ist bislang allein durch den Ausschluss von Zöliakie und Weizenallergie festzustellen. Eine spe-zifische Diagnostik gibt es (noch) nicht. Glutenfrei Außer-Haus Die Behandlung für die Glutensensitivität ist – wie bei einer Zöliakie – eine strikte glutenfreie Diät. Das heißt, Betroffene müs-sen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer sowie daraus her-gestellte Produkte meiden. Hierzu gehören z. B. Backwaren, Mehl, Stärke, Grieß sowie Nudeln. Darüber hinaus kann Gluten aber auch in zahlreichen Halbfertig- und Fer-tigprodukten enthalten sein, wenn diese aus lebensmitteltechnologischen Gründen zugegeben werden. Deshalb kann Gluten z. B. in gebundenen Saucen, Suppen, Pom-mes frites oder auch Ketchup und Eis vor-kommen. Dementsprechend ist es für Per-sonen mit einer solchen Unverträglichkeit schwierig, außer Haus zu essen. Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und auch ihre Mitarbeiter dafür sensibilisieren und schulen, können daher bei Betroffenen 58 GVmanager 3/2013


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