Martin Wolf, Hohenloher Krankenhaus gGmbH, Öhringen Prinzipienuntreue war Glücksgriff

GVmanager_11_2012

GV-Manager des Jahres 2012 A Prinzipien gesetzt: Er wollte niemalsls Martin Wolf 1993 den Kochberuferlernte, hat er sich drei berufliche hinter dem Schreibtisch landen, er wollte niemals in einer Großküche arbeiten und er wollte auf gar keinen Fall als Krankenhaus- koch tätig sein. Gerade letztere waren für ihn immer nur die Köche „die sonst nix kön- nen“. „Keinem der drei Prinzipien bin ich treu gebliebe und trotzdem bzw. gerade deswegen glücklich darüber“, resümiert Martin Wolf in seinem sympathischen Hohenloher Dialekt schmunzelnd. „Inzwi- schen habe ich ein ganz anderes Bild von einer Krankenhausküche und trage das auch regelmäßig nach außen, damit die Vorurteile endlich mal aus den Köpfen ver- schwinden“, betont der Gastronomieleiter der Hohenloher Krankenhaus gGmbH plötzlich wieder ganz ernst. Dieses Bild ist ihm besonders lebendig vor Augen, da er den Wandel der Verpfle- gung in seiner heutigen Wirkungsstätte selbst miterlebt bzw. wesentlich mitgestal- tet hat. „Als ich im Jahr 2000 als stellvertre- tender Küchenleiter begonnen habe, war chargenweises Produzieren noch ein Fremdwort. Wer zu Beginn der Essensaus- gabe kam, hatte eben Glück und bekam die Nudeln noch al dente, die anderen nicht mehr“, nennt Martin Wolf ein Beispiel. Respekt vorm Alter Um die Speisenqualität Schritt für Schritt auszubauen, war eine seiner ersten Maß- nahmen, als er 2002 die Küchenleitung für die beiden Standorte Künzelsau und Öhrin- gen übernahm, der Ausbau des Fachkräf- teanteils. „Bis dato war ich der einzige ge- lernte Koch im zweigeteilten Küchenteam“, erläutert er. Die neue Personalstruktur hat es ermöglicht, den Conveni ence-Anteil we- sentlich zu reduzieren. Damit hat er als Prinzipienuntreue des Auswahlverfahrens zum GV-ManagerAnfang 20-Jähriger für viel Wirbel unterlangjährigen Kräften gesorgt – dennoch ister enorm beliebt und geschätzt in seinemTeam, wie dessen Bewertungen im Rahmen war Glücksgriff zurück. Außerdem gehört sich ein gewisserdes Jahres gezeigt haben. Wie lautet seinGeheimrezept hierfür? „Ich mache nichtsBesonderes. Es heißt aber nicht umsonst,wie man in den Wald schreit, so kommt’s Respekt vorm Alter“, versucht er zwei sei- ner Prinzipien in Worte zu fassen. Was die Als bisher jüngster GV-Manager des Jahres beweist der Dienstplangestaltung angeht, macht er zu- 34-jährige Martin Wolf, Gastronomieleiter der Hohenloher dem gerne alles möglich – insofern die Krankenhaus gGmbH, dass nicht nur Küchenleiter-Koryphäen Wünsche gerechtfertigt sind.Bei der KTQ-Zertifizierung 2004 schnitt auszeichnungswürdig sind, sondern vielmehr ein besonderes das Haus als eines der besten deutschland- erbringt Martin Wolf im Schnitt 12 Stunden am Tag – dabei wollte die gute Qualität der Verpflegung und de- Foto: Kirchnerweit ab und auch die ISO-Zertifizierungnach DIN EN ISO 9001 im Jahr 2006 bewies Führungsverhalten und vor allem Engagement punkten. Dieses er eigentlich niemals in einer Großküche „enden“. ren gute Organisation auf dem Papier. In- 28 GVmanager 11/2012


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