Jetzt mal ehrlich: Sabine Schelberger

GVmanager_10_2012

Jetzt mal ehrlich! ... Sabine Schelberger Das Lob der Bewohner motiviert Sabine Schelberger, Hauswirtschaftsleiterin im Haus St. Martin des Caritasverband Hagen e.V., besonders. Wie sie bei ihrer Arbeit zwischen Küche und der „Wäsche-Jagd“ immer wieder aufs Neue für strahlende Gesichter sorgt, verriet sie uns im Gespräch. S des Caritasverband Hagen e. V. Mit einem zwölfköpfigen wieder gut aus!“der Küche geht, freut die Bewohner. Da ruft mir dann schon man-ches Mal einer der Bewohner zu: „Der Nachtisch sah heute abereit 1990 in der Einrichtung, arbeitet Sabine Schelberger seitdrei Jahren als Hauswirtschaftsleitung im Haus St. Martin Küchenteam, darunter sechs Fachkräfte, versorgt sie täglich 109 Bewohner und 30 externe Tischgäste im Cook & Hold-Verfahren. Welches ist Ihr Leibgericht? Gegessen wird – soweit möglich – gemeinsam in einem Speisesaal. Sauerbraten mit Knödeln und Rotkohl esse ich sehr gerne. Das be- Dabei können die Bewohner die Portionsgrößen eigenständig be- reiten wir hin und wieder auch für unsere Bewohner zu – gutbür- stimmen und sich mit den übrigen Bewohnern austauschen. gerliche Gerichte sind hier sehr beliebt, genauso wie Klassiker, z. B. Apfelpfannkuchen oder Reibeplätzchen. Den Sauerbraten Frau Schelberger, was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders bieten wir mittlerweile allerdings in Form eines Sauergulaschs an am Herzen? – anfangs war ich diesbezüglich selbst skeptisch, ob es von unse- ren Bewohnern angenommen wird. Dadurch, dass das Fleisch An erster Stelle stehen für mich immer die Bewohner. Ich möchte aber bereits portioniert ist, müssen die Bewohner es nicht eigen- ihnen ein Stück weit ein Zuhause geben und sie mit abwechs- ständig schneiden, sodass das Gericht leichter zu essen ist. lungsreichen, schmackhaften und vitaminreichen Speisen verwöh- nen. Ich bin hier bekannt dafür, mich besonders für die schwachen Bewohner einzusetzen. Fortbildungen bringen mich dabei immer Auf welche Aufgabe als Hauswirtschaftsleitung könnten Sie wieder auf neue Ideen. Alles, was ich höre, würde ich gerne sofort problemlos verzichten? in die Tat umsetzen. So bin ich z. B. auch auf den Ansatz der basa- Ganz klar das Bearbeiten von Suchaufträgen verloren gegangener len Stimulation mittels einer Aquariumpumpe gekommen. Für Be- Wäschestücke. Ob nun die Wäscherei das Stück in ein anderes wohner, die über eine Sonde ernährt werden, ist es toll, wenn sie Haus gebracht hat, das Wäschestück nicht gepatched war oder es mal wieder etwas schmecken können. Mittels eines Schlauchs und einfach nur in einem falschen Schrank gelandet ist – irgendwann der Pumpe können wir ihnen z. B. Himbeersaft in Schaumform auf taucht es irgendwie und irgendwo wieder auf. Doch bis dahin ver- Zunge oder Lippe streichen. gehen häufig mehrere Wochen. Und in diesen setzt man sich im- mer wieder mit den Bewohnern, den Angehörigen oder der Wä- Wie funktioniert die Zusammenarbeit von Küche und Pflege? scherei auseinander. Das kann ganz schön mühsam und langwie- Wo Einigkeit herrscht, gibt es auch Erfolg – nach diesem Motto rig sein. lebe ich, denn einer allein kann nichts bewirken. Auch bei der Ar- beit kommt das zu Tage: Wir in der Küche stehen in einem engen Was treibt Sie immer wieder an? Kontakt mit der Pflege und dem Sozialen Dienst und tauschen uns Essen hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Es ist wichtig, um häufig aus. Entscheidungen werden hier dementsprechend nie die Lebensqualität und die Zu- alleine getroffen, deshalb gibt es auch die regelmäßigen Treffen in friedenheit der Bewohner zu stär- Ernährungs-, Qualitäts- oder Hygienezirkeln. Liebe Leser!ken. Dementsprechend bedeutet Zudem nehmen sich die Mitarbeiter im Sozialen Dienst auch ein- es mir sehr viel, das Strahlen in mal die Zeit, gemeinsam mit den Bewohnern zu kochen oder zu Wollen auch Sie aus Ihremden Augen der Bewohner zu se- backen – wir haben dafür leider keine Zeit. Alltag berichten oder unshen, wenn ihnen das Essen ge- schmeckt hat. Das ist eine tolle „die Meinung“ sagen? Womit können Sie den Bewohnern eine Freude bereiten? Motivation. Das größte Lob aller- Dann melden Sie sich bei Abend ausprobiert – und damit einen vollen Erfolg gelandet. Unsere Bewohner schätzen solche Aktionen. Auch vermeintliche Klei- Frau Schelberger, herzlichen muc@blmedien.de Foto: privatuns: (089) 370 60-155,dings ist, wenn sie sagen, dass esgeschmeckt hat wie zuhause.-nigkeiten wie ein Dessert, das bei uns immer schön dekoriert aus Dank für das nette Gespräch! sar Vor zwei Jahren haben wir das erste Mal einen Wein & Käse- 60 GVmanager 10/2012


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