Beschwerdemanagement: Gutes Essen als Zielscheibe

GVmanager_10_2012

Management Auch objektiv gutes Essen wird oft zur Zielscheibe von Kritik. Was hinter solch ungerechtfertigten Beschwerden über das Essen steckt, weiß die Ernährungswissenschaftlerin und Psychotherapeutin Karin Lobner. Wir sprachen mit ihr über das Küchenpersonal als Zielscheibe, Handlungsspielräume und Essen als Wohlfühlfaktor. Gutes Essen als Zielscheibe raum und je unfreiwilliger das wenn man ihnen den Hand- schimpfen. Oft wird der Frust Fotos: © Dark Vectorangel – Fotolia.com, © Hartmut910/Pixelio, Karin Lobnerleicht und es schimpft sich auchleicht darüber – genau wie überdas Wetter. Das sind Themen,über die man sehr unbeschwertreden kann, auch wesentlichleichter, als über den Chef zuoftmals die Menüs entsprechenddes diätetischen Bedarfs vorge-schrieben, was die Wahlmög-lichkeit des Gastes bzw. Patien-ten sehr einschränkt. Menschenreagieren allergisch darauf,Je enger der Handlungsspiel-Frau Lobner, warum beschwe-ren sich Gäste von GV-Betrie-ben tendenziell häufiger überdas Essen als in sonstigengastronomischen Betrieben? Setting ist, desto mehr Be- lungsspielraum entzieht. Gerade am Arbeitsplatz über das Essen schwerden gibt es. So haben beim Essen, das ein sehr intimes abgeführt. Da man das Küchen- Betriebsrestaurants, die wie öf- Thema ist, wiegt dieser Entzug personal in den meisten Fällen fentliche Restaurants geführt doppelt schwer. nicht persönlich kennt, ist es werden, weniger mit Beschwer- eine emotionale Zielscheibe. den zu kämpfen, während das Was könnte man zur Reduzie- Ein Tipp ist, das Personal sicht- schlimmste Setting innerhalb rung der Beschwerden tun? bar und greifbar zu machen, der Gemeinschaftsverpflegung Die Beschwerden werden Stück weit über sich ergehen z. B. über ein Schild mit Bild Krankenhäuser oder Altenheime nicht weniger werden. Auf der lassen. Über das Essen im Be- und der Aufschrift „Heute sind. Im Krankenhaus werden einen Seite muss man sie ein triebsrestaurant redet es sich kocht Herr Ludwig für Sie!“. 56 GVmanager 10/2012


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