Seniorenverpflegung - Verpflegung bei Demenz: Gemeinsam stärken

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Gemeinsam stärken B gerne mal etwas mehr zu uns“, bringt ist gerade bei demenziell erkrankten hatten und keine Unruhe mehr herrschte,Tisch ein. Begonnen wurde mit dem Essenerst, als sich alle am Tisch versammeltDas Risiko einer Mangelernährungeim gemeinsamen Essen mit der Fa-milie oder Freunden nehmen wir alle es Dr. rer. medic. Christine Smoliner, Diplom Personen erhöht. Grund genug, abgeräumt wurde, sobald alle fertig waren. Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin Maßnahmen einzuführen, um dem Obwohl die ausgegebenen Speisen für des Ernährungsteams im St.-Marienhospital beide Gruppen die gleichen waren, d. h. Borken, auf den Punkt. Die Interaktion entgegenzuwirken. Wir sprachen sich hinsichtlich des Energiegehalts nicht mit anderen Menschen bedingt, dass man mit Dr. rer. medic. Christine unterschieden haben, waren die Ergebnisse durch die Gemeinschaft von dem Faktor Smoliner, die uns vom VDOE als gegenläufig und zeigten den positiven „Essen“ abgelenkt wird und eine größere Effekt eines gemeinschaftlichen Essens. Gesprächspartnerin empfohlen Menge der Speisen zu sich nimmt. Daher ist Während sich bei den Bewohnern der es auch nicht erstaunlich, dass immer öfter wurde, über das Potenzial Kontrollgruppe u. a. die Energieaufnahme, sogenannte „Family Style Meals“ Einzug in sogenannter Familienmittagstische. das Körpergewicht, die Lebensqualität und die Ernährungstherapie von demenziell die physische Funktion reduziert haben, erkrankten Menschen halten. Vor allem vor konnten in der Interventionsgruppe positive dem Hintergrund, dass bei Demenz- Ergebnisse erzielt werden. Die Energieauf- patienten ein erhöhtes Risiko für Mangel- nahme konnte so z. B. signifikant gesteigert ernährung besteht, ist die Einführung sol- werden, was sich darin äußerte, dass das cher Maßnahmen abzuwägen. Körpergewicht der Bewohner stabil blieb. „Eine Stabilisierung ist bereits ein großer Früchte tragen den Demenzpatienten in fünf Pflegeheimen Monkey Business/Fotolia.com, KirchnerErfolg, wenn auch eine Gewichtszunahmewünschenswert ist“, resümiert Dr. ChristineSmoliner und ergänzt: „Denn bei einer fort-geschrittenen Demenz muss man immer miteiner Gewichtsabnahme rechnen.“Studien belegen, dass das Essen in Ge- meinschaft positiv auf die Befindlichkeit der Demenzpatienten wirkt. Für eine Studie aus den Niederlanden aus dem Jahr 2006 wur- über sechs Monate beobachtet: Die Kon- Sinne anregen trollgruppe erhielt in dieser Zeit weiterhin Die Bewohner einfach nur gemeinsam an ihr Essen vorportioniert auf Tabletts ser- einen Tisch zu setzen – damit ist es nicht ge- viert. Sie nahm ihr Essen alleine, ohne tan. Um einen Erfolg durch ein Family Style Betreuungsperson zu sich. Die gleichen Meal zu erzielen, müssen grundlegende Mahlzeiten erhielt auch die Interventions- Aspekte – selbst bei der Zusammensetzung © gruppe, allerdings nahmen die dazugehöri- der Tischgruppe – beachtet werden. „Vor Fotos: gen Patienten diese gemeinsam an einem allem fittere Patienten, die noch eigenstän- 50 GVmanager 10/2012


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