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GVmanager_10_2012

EXTRA Effiziente Prozesse Hotelbeispiel (15-Minuten-Werte) ■■■■■ Hintergrundlast 150 Zur Hintergrundlast zählen alle 140 Verbraucher, die nicht optimiert 130 werden (können), z. B. Steck - dosen, an die drehende Geräte- 120 teile angeschlossen werden. 110 100 ■■■■■ Regelbare Last 90 Grenzleistung 80 KW In der regelbaren Last finden sich alle Verbraucher, die opti- 80 miert werden können, indem 70 ihre Leistung automatisch 60 getaktet wird. 50 ■■■■■ Grenzleistung 40 Die Grenzleistung oder Spitzenlast ,30 ist der Wert, der nicht 20 überschritten werden soll, 10 z. B. weil der Strom dann 0 teurer ist oder die Sicherungen 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 30.08.2006 31.08.2006 fliegen. Ohne Energieoptimierungsanlage hätte die Stromspitze in dem Berechnungsmonat 1.343 € gekostet. theoretischen Wert sogar noch weiter unter- tergrundlast. Zu ihr zählen alle Stromverbrau- men“, das Unternehmen bietet aber auch einen schritten: Sie kann eine Spitzenlast bzw. Grenz- cher, die nicht reguliert werden – teils auch weil Umbausatz zum Nachrüsten an. leistung von 210 kW halten. das gar nicht möglich ist. „Steckdosen, an die „Wir haben zudem eine derartige Schnittstelle drehende Geräteteile angeschlossen werden, mit dem Schweizer Unternehmen Inducs ent- Stand-by unterbunden z. B. eine Küchenmaschine mit Zerkleinerungs- wickelt, um deren Induktionstechnik optimierbar Neben der Leistungsspitzenminimierung kön- werk, dürfen nicht energieoptimiert werden. zu machen“, ergänzt Norbert Wittke und er- nen Energiemanagementsysteme auch Geräte Es besteht z. B. die Gefahr, dass der Anwender gänzt: „Damit ist die Leistung der Induktion nicht abschalten, die nicht unmittelbar zur Produktion zum Zeitpunkt der Stromunterbrechung in das mehr, wie vorher üblich, in der Hintergrundlast.“ benötigt werden – sei es dauerhaft oder für Gerät fasst und es dann urplötzlich weiterläuft“, Die Schnittstelle ist elementar, um die begrenzte Perioden. Der Stand-by-Verbrauch veranschaulicht Norbert Wittke das Problem. Geräte so zu steuern, dass der Produktionspro- mancher Geräte kann so z. B. unterbunden wer- Werden an bestimmte Steckdosen dagegen nur zess keinesfalls beeinträchtigt wird. „Es wäre fa- den. Auch lässt sich vermeiden, dass während z. B. Wärmewagen angeschlossen, dürfen diese tal, wenn uns beim Backen z. B. der Blätterteig der Hauptkochzeit andere Verbraucher im Haus optimiert und eindeutig als solche gekennzeich- zusammenfällt, weil plötzlich die Temperatur im (z. B. die Waschküche) die Leistung unnötig net werden. Backofen absinkt“, gibt Markus Hörner ein Bei- blockieren. Zudem kann ein Rückkühlkochkes- „Laut einer DIN-Norm sollen auch Spül- spiel. Daher haben sich die Verantwortlichen bei sel z. B. erst ab dem Zeitpunkt „freigeschalten“ maschinen nicht optimiert werden, damit die Käfer im Voraus verschiedene Energieoptimie- werden, ab dem der Nachtstromtarif greift. Spültemperaturen nicht unter die Empfehlung rungsanlagen angesehen. „Wir sind mehr eine Ebenso können Verbraucher, die eine Stufen- absinken. Schön wäre hier ein Umdenken der Manufaktur als eine Großküche und haben da- steuerung besitzen wie Lüftungen optimal an zuständigen Gremien. Denn durch die richtige her auch viele Kleingeräte, auf die die Anbieter die bestehende Produktionssituation angepasst Einstellung der Optimierungsanlage kann die individuell eingehen sollten. Sicotronic konnte werden. Stimmt man diese Funktion individuell nicht gewünschte Beeinträchtigung unterbun- diese speziellen Anforderungen als einziger auf die Bedürfnisse von Küche und Gebäude ab, den werden“, erläutert Norbert Wittke. Anbieter mehr als erfüllen“, erläutert Markus spart sie – im Gegensatz zur Spitzenbegrenzung Einige Spülmaschinenhersteller wie Hobart Hörner rückblickend. „Die Anlage trägt nun we- – aktiv zwischen 5 und 10 % Stromverbrauch. (vgl. hierzu Seite 29) kompensieren diese Zwick- sentlich dazu bei, am Markt konkurrenzfähig Auch Käfer will die Energieoptimierung nun mühle, indem sie die Steuerung bzw. Taktung zu bleiben – gerade wenn es auf den Cent an- von der Küche auf das gesamte Gebäude aus- einzelner Verbraucher der Spülmaschine opti- kommt und man nicht an der Qualität sparen weiten. „Wir waren anfangs in der Tat etwas miert haben muss, weil die Stromkosten einem diesen Spiel- skeptisch, ob das alles funktioniert. Inzwischen raum bieten“, resümiert der Küchendirektor zu- sind aber alle von dem Ergebnis überzeugt und ABCD-Schnittstelle nötig frieden. wir wollen noch nicht genutzte Einsparpotenziale Um Verbraucher optimieren zu können, müs- angehen, wie die Kühlzellen und die Klimaanlage sen sie zudem über eine sogenannte ABCD- Abgrenzung zu Küchenleitsystemen Regelbare und nicht regelbare Last rienmäßig integriert. Das neue SelfCooking- zesse wie die Gerätebelegung und deren Tem- Grafik: SicotronicAbzugrenzen sind Energieoptimierungsanla-gen von Küchenleitsystemen, die gewisse Pro-peraturkurven mittels spezieller Software abbil--Schnittstelle verfügen. Alte Geräte lassen sichoft damit nachrüsten, in neue ist sie meist seCenter whitefficiency von Rational verfügt z. B.Bisher laufen diese nicht an der Sicotronic- des Gebäudes“, erläutert Markus Hörner. Anlage angeschlossenen Verbraucher in der Hin- über optional eingebaute „Sicotronic-Klem- den. Basierend auf diesen Daten kann der Koch 30 GVmanager 10/2012


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