Page 3

GVmanager_09_2012

Kommentar Convenience-Produkte Maß nehmen am Imageproblem Claudia Kirchner Chefredakteurin MDiese Frage macht nahezu jeden Küchenleiter be- der Koch selbst abwägen, wo für ihn die Grenze liegt –bestückt und kocht nicht mehr selbst. Dabei muss je-al ehrlich: Wie hoch ist Ihr Convenience-Anteil? treten – wie wir erstaunlicherweise immer wieder bei und auch dazu stehen. Schließlich wurde er dafür aus- Reportagen erleben. Dabei stellen wir diese Frage gebildet im Gegensatz zum gerüchtestreuenden Gast. nicht, um die Verantwortlichen in die Enge zu treiben Die Gäste von morgen, die glauben, dass Pommes oder um an ihr Gewissen zu appellieren. Dennoch rea- an Bäumen wachsen und morgens Fertigpizza früh- gieren sie auf die Frage nach dem Convenience-Grad stücken, werden hier weniger Berührungsängste ha- des Betriebs sehr verhalten. Dabei ist das Thema in ben. Dieser demographische Wandel auf Gästeseite Fachkreisen nicht der große Aufreger, sieht man mal kommt auch dem auf Küchenseite entgegen: Denn von den sogenannten TV-Kochprofis ab, die ihre angesichts des Fachkräftemangels in Küchen ist es Schimpftirade gegen Convenience aller Art in jeder eine rhetorische Frage, ob man an Convenience noch Sendung zuverlässig nach Schema X herunterbeten. vorbeikommt. Vielmehr geht es um die Frage der Qua- lität. Vor diesem Hintergrund ist auch die Industrie ge- Dnoch immer ein heikles Thema zu sein – und das bessern und transparenter zu machen. Und zwar nichtfragt, die Produktionsprozesse und die Qualität zu ver-ie Verwendung vorgefertigter Lebensmittel scheint obwohl es sie schon seit Urzeiten gibt und sie heute nur dem Küchenleiter gegenüber, sondern auch omnipräsent sind. Doch Trockennudel ist nicht gleich gegenüber dessen Gästen. Dass es hier an Vertrauen Mayonnaise oder Tiefkühlroulade. Hygienisch sensible mangelt, belegte jüngst eine Studie der FH Erfurt. Ein Tätigkeiten auszulagern, wie ein rohes Huhn zu zerle- Großteil der Studienabgänger bescheinigte der gen oder Kartoffeln zu schälen, ist eher sinnvoll, denn Nahrungs mittelindustrie keinen guten Ruf. heikel. Fragt sich, an welchem Punkt bzw. ab welchem Auch einige Großküchen sind mit dem bestehenden Verarbeitungsgrad die heikle Grenze überschritten Convenience-Markt nicht zufrieden. Da sie aber auch wird. Sicher eine Frage der Perspektive des Kochs und nicht auf die Vorteile vorgefertigter Produkte verzichten seines Budgets, aber auch der Gesellschaft. Küchen wollen, treten sie direkt an die Hersteller heran und treten hier gegenüber ihren Gästen mit geringem entwickeln zusammen Produkte nach eigenen Quali- Selbstbewusstsein auf. Sie lassen ihre Zutaten sogar tätsmaßstäben und Rezepturen. Diese Betriebe haben in neutralen Lkws anliefern, damit sich nicht das auch kein Problem mit der Frage nach dem Conve- Gerücht verbreitet, die Küche wird von Hersteller XY nience-Grad: Denn sie wissen, was dahintersteckt. BEST OF MARKET 2013 GVmanager führt wieder eine große Marktfor schung über Ihre Zufriedenheit mit den Leistungen Ihrer Industriepartner durch. Wir freuen uns, wenn Sie teilnehmen, indem Sie den beiliegen den Fragebogen ausfüllen und an uns zurücksenden. Schnell ausfüllen und an uns zurückschicken! Es warten tolle Preise. B&L MedienGesellschaft, Vielen Dank! Augustenstraße 10, 80333 München oder per Fax an: (089) 370 60 111 Fragebogen auch im Internet: www.gastroinfoportal.de 9/2012 GVmanager 3


GVmanager_09_2012
To see the actual publication please follow the link above