30 Jahre Eibach - Der Küchenschöpfer

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Haushaltsküchen sank ins Bodenlose und die Aufträge blieben aus. Ein Bekannter gab ihm den Tipp, dass sich im Groß- küchenbereich gerade einiges bewegt, und so wechselte er 1972 schließlich zu einem Heizkesselunternehmen, das sich gerade ein zweites Standbein mit Küchenplanung und -verkauf aufbaute. Mit kaum 30 wurde Wolfgang Eibach hier als Architekturplaner angeheuert, „denn die meisten Verkäufer hatten keine Ahnung von Planung“, erzählt er. „Ich sollte quasi über die Planung und Beratung den Verkauf ankurbeln und wähnte mich plötzlich auf Reisen im Elsass, in den Beneluxstaaten und in Dänemark.“ Hier hatte er endlich die Chance, flexibel zu denken, und plante die ersten Gewerbe- küchen. Für ihn und seine Frau Margot, die inzwischen zwei Kinder zur Welt gebracht hatte, war dies eine aufregende Zeit. „Mon- tags bin ich weggefahren, freitags wieder- gekommen und am Wochenende ging es mit der Familie zum Autorennen.“ Autos gehören zu seinem Leben, das war schon immer so und weder Kind noch Kegel noch der knappe Geldbeutel sollten damals etwas daran ändern. „Das, was ich verdien- te, floss meist gleich in den Motorsport.“ Wollt Ihr oder könnt Ihr? „Ich war schon immer eher der theore- tisch Praktische“, erklärt er, deshalb lief es mit dem Planungsgeschäft sehr gut. Doch bei dem Unternehmen, bei dem er ange- Der zusammenarbeiten, aber nicht mit dem Un-stellt war, sah er bald keine Entwicklungs-möglichkeiten mehr. Irgendwann sagte ihmdann ein Hotelier, der einen großen Auftragvergeben wollte: „Ich würde gern mit Ihnen Küchenschöpfer len, doch das Geld dafür fehlte schlichtweg.ternehmen, für das Sie tätig sind. Was ma-chen wir?“ Die 1980er Jahre hatten geradebegonnen. Eine Selbstständigkeit konntesich Wolfgang Eibach nun konkret vorstel- Als das Jagdschlösschen Ascheberg im Münsterland von ihm zwei komplette Auffällige Mähne, eigensinniger Kopf und deutliche Worte – Küchen, Kühlung, Lüftung und eine Buffet- Wolfgang Eibach war noch nie ein Mann der Standards, es sei denn, braucht hätte, passierte etwas, womit er nieanlage wollte, für die er 500.000 DM ge- er konnte sie selber setzen, und das hat er mit seinen runden Ecken, gerechnet hätte: Die damalige Eigentüme- goldenen Griffen und fugenlosen Herdanlagen immer wieder getan. rin rief in seinem Beisein ihre Bank an, bat In diesem Jahr feiert er mit eibach – die Küche 30. Geburtstag. um ein Darlehen und bekam es. „Ich war Einige seiner Wegbegleiter und der GVmanager gratulieren. traute“, ist er noch heute verblüfft. So kün-von den Socken, dass sie mir so sehr ver- digte er 1982, gründete im Juli eibach – die E alles anfing. Wolfgang Eibach stand klasse und die Industriellen der - war schonwerbeküche mit einem fugenlosendamals das Unternehmen Stahl,Herdblock. Mit dabei war schonKüche und baute seine erste nahtlose Ge-„Ichwachte seine kreative Ader und er be-gann für die sogenannte Obers war in den 1960er Jahren in einemElektroladen in Siegen, in dem einst delskaufmann in Lohn und Brot. Doch der menzustellen. „Die Arbeit hat Winterhalter und die Buffet- Foto: eibach – die Küchedie Spülmaschine kam vontheoretischimmer eher derStadt die Traumküche zusam- hier als Azubi zum Groß- und Außenhan- reine Handel war nicht sein Ding, das sehr viel Spaß gemacht“, erin- anlage von Winkler – Unterneh- merkte er schnell. Erst als dort die Sparte nert er sich. Doch das hörte bald Praktische.“ men, die in verschiedenen Kons- Haushaltsküchenplanung hinzukam, er- auf, denn das Preisniveau der Wolfgang Eibach tellationen teils noch heute seine 18 GVmanager 9/2012


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