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GVmanager_05_2017

Fotos: Winterhalter ZAHLEN UND FAKTEN Exportanteil: 70 % Mitarbeiter: 1.300 weltweit, davon 434 in der Zentrale in Meckenbeuren, 78 in Endingen (Produktion Untertisch-Spülmaschinen, 89 in Rüthi/CH (Produktion Geräte-Spülmaschinen) trischer Geschirrspüler, die GS 60. Aufgrund der großen Nachfrage entschloss er sich schnell, ganz auf die Produktion gewerblicher Ge-schirrspüler zu setzen und fand in Meckenbeu-ren am Bodensee das passende Gelände. „Die Ressourcen waren in den Anfangsjahren nicht üppig. Umso wichtiger war es, diese wie einen Keil auf eine konkrete Zielgruppe zu richten. Das hat uns stark gemacht“, resümiert Jürgen Winterhalter, der als Ingenieur in die Fußstap-fen des Vaters trat. „Mein Steckenpferd war die Entwicklung, die ich entsprechend mitgeprägt habe.“ Als technische Meilensteine nennt er z. B. die Einknopfbedienung, die Laugenfiltration sowie die Wärmerückgewinnungssyste-me. Hinzu kam die Entwicklung zum Dienst-leister: „Wir analysieren und optimieren den Spülprozess unserer Kunden. Wir konzentrie-ren uns nicht nur auf die Hardware, sondern haben den Anspruch, sauberes Geschirr mit al-lem was dazu gehört zu liefern, also auch Bera-tung, Service, Schulung und Spülorganisation beim Kunden“, komplettiert Jürgen Winterhal-ter. „Uns zeichnet aus, dass wir überall da, wo es wichtig ist, eine eigene Entwicklungskom-petenz haben“, ergänzt Ralph Winterhalter, der damit auf die eigenen Wasseraufberei-tungssysteme und die Spülchemie anspielt. Über den Tellerrand Um Vertrieb und Service auch im Ausland zu stärken, gründete Karl Winterhalter be-reits 1967 in den Niederlanden die erste Niederlassung. Bis heute sind 39 weitere dazu-gekommen. „Die Orientierung auf die Exportmärkte war ein sehr wichtiger Schritt. Heute liegt der Ex-portanteil schon bei 70 %“, berichtet Jürgen Winterhalter. Dabei erwies sich der englische Markt in den 1970er-Jahren als Booster für Know-how und Image rund um das Gläser-spülen. Etwa 30 Jahre später verdiente sich Ralph Winterhalter genau in diesem Markt sei-ne Sporen. Sein Weg ins Unternehmen führte dabei nicht über die Ingenieurswelt, sondern die betriebswirtschaftliche Schiene. Aufgrund seines Hintergrunds stützt er seitdem Marke-ting und Vertrieb und bringt auch eine neue Perspektive mit: „Es reicht nicht mehr, ein deutsches Unternehmen mit einem hohen Exportanteil zu sein, wir müssen ein interna-tionales Unternehmen werden, das u. a. auch den deutschen Markt bedient.“ Was trivial klingt, heißt für ihn, noch individueller auf die einzelnen Märkte einzugehen. „Wir entwi-ckeln maßgeschneiderte Dienstleistungskon-zepte und nehmen Produktanpassungen vor, was schließlich zu eigenen Produktlinien führt. Aktuelles Beispiel ist Thailand, wo wir für den asiatischen Markt maßgeschneiderte Spül-maschinen produzieren“, veranschaulicht er. Aktuellste Entwicklung, die die Handschrift der dritten Generation trägt, ist die Digitalisierung in Form der App Connected Wash. Diese liefert auf Knopfdruck aktuelle Maschinendaten und zeigt damit Optimierungspotenziale auf. Vierte Generation infiziert Wie sieht es mit der vierten Generation aus? „Die wurde schon im Alter von neun Mona-ten Firmenporträt MEILENSTEINE 1947: Gründung von „Karl Winterhalter Ing. Haushaltsgegenstände und Elektrogeräte“, Entwicklung von Haushalts-gegenständen aus Kriegsschrott 1949: Erster Verkaufsschlager: Back- hexe, mobile Backröhre für Privathaushalte (vgl. Bild l.) 1957: Vorstellung der GS 60, erste gewerbliche Spülmaschine aus dem Hause Winterhalter 1963: Einführung von professionellen Reiniger- und Spülhygieneprodukten 1967: Gründung der Niederlassung in den Niederlanden 1969: Einführung der ersten Gläserspülmaschine GS 25 1971: Eintritt von Jürgen Winterhalter in die Geschäftsführung 1973: Einführung der Wasseraufbereitungsgeräte 2007: Einführung der Abluftwärmerückgewinnung Energy und Abwasserwärmerückgewinnung Energy+ für Durchschub- und Gerätemaschinen 2008: Eintritt von Ralph Winterhalter in die Geschäftsführung 2010: Einführung STR Energy mit Wärme-rückgewinnung 2012: Karl Winterhalter stirbt im Alter von 100 Jahren 2016: Einführung von Connected Wash und Pay per Wash mit dem Familienvirus infiziert“, antwor-tet Ralph Winterhalter lachend und zeigt auf dem Smartphone ein Foto seiner Tochter, die gespannt durch die Glastür einer arbeitenden Winterhalter Spülmaschine schaut. „Wir hat-ten damals viele unruhige Nächte und unsere Tochter ließ sich durch nichts beruhigen – au-ßer durch unsere Spülmaschine“, erläutert er: „Mit meinen Kindern möchte ich es so halten, wie ich es in meiner Jugend erfahren habe: ihnen sämtliche Freiheiten geben, ihnen aber auch die Lust an dieser familiären Aufgabe vermitteln. Reinzwingen bringt nichts.“ Auch der Senior leistet seinen Beitrag: „Wenn ich mit meinen Enkeln spiele, lauere ich immer, ob ich irgendwelche ‚Winterhalter-Fähigkeiten’ bei ihnen entdecke.“ Mal sehen, ob der Funke überspringt. kir Gründer Karl Winterhalter (r.) mit der GS 60, der ersten gewerblichen Spülmaschine aus dem Hause. Sein Motto „Erfolg hat man nie alleine“ ist Anspruch für steten Teamgeist der inzwischen 1.300 Mitarbeiter. Wo sieht Winterhalter noch Innovations- potenzial, wo sich selbst in 70 Jahren? www.gastroinfoportal.de/ winterhalter ➘ 5 /2017 GVmanager 45


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