Studentenverpflegung - Studierendenwerk Karlsruhe, [Kœri]werk: Es geht um mehr als die Wurst

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sauce und -wurst getüftelt, getestet und ver-kostet. Besonders der Verzicht auf Konservie-rungsstoffe bei der Currysauce war eine große Herausforderung“, erläutert Claus Konrad. Bei der selbst kreierten Wurst ging es weg von der klassischen Schweinsbratwurst hin zu einer Variante aus 100 % Kalbfleisch im Schafssait-ling, die auch für Gäste geeignet ist, die bewusst auf Schweinefleisch verzichten (Muslime). Eine vegane Bratwurst ergänzt das Angebot. Sechs ausgewählte Currygewürzmischungen, Pom-mes im Steakhouse-Schnitt und frisches Ba-guette komplettieren das Konzept. Wurst-Werkbank Den Erfolg machen dabei aber nicht nur die Zutaten, sondern auch das begleitende Mar-keting aus. „Unsere Klientel will eine Botschaft und ein Produkt, mit dem sie sich identifiziert – das muss entsprechend kommuniziert wer-den“, betont Claus Konrad, der sich bei der grafischen Umsetzung der Idee von der Desi-gnerin und Fotografin Jenny Habermehl unter-stützen ließ, welche die studentische Klientel gut kennt. Das Ergebnis sind Neonschrift- züge und -bilder, die sich im Gastraum, auf dem Werbemate-rial und auf dem 10-l-Curry-sauceneimer wiederfinden. Absolutes Highlight ist die „Werkbank“. An dieser, der Ausgabe nachgelagerten, Sta-tion stehen die Streuer mit den sechs Currygewürzen verschiedener Schärfegrade und Farben zum individu-ellen „Aufpimpen“. Pro Gewürz gibt es einen kleinen Abrisskalender mit der jeweiligen Cha-rakterisierung. Curry Nummer 3 z. B. wird als leicht scharf-fruchtig beschrieben, wofür Ana-nas, Ingwer und Chili sorgen. Die klassische gelbe Curryoptik kommt zudem vom enthal-tenen Kurkuma. Viele Studenten reißen sich „ihre“ Currys ab, fotografieren das zusammen mit der Wurst und posten es als „DIE Super- Kombi“. „Das heißt, die Studierenden reden über uns und unter ihnen hat sich sogar schon ein kleiner Wettbewerb um die beste Cur-rywurst entwickelt“, berichtet Claus Konrad schmunzelnd. Einen besseren Beleg dafür, dass das Konzept den Zeitgeist der Klientel trifft, gibt es kaum. Damit erweist sich die Werkbank im Nachhinein als doppelter Clou: Die Aus- gabekräfte sparen sich das zeitaufwändige, kundenindividuelle Streuen – und die Studie-renden sind noch dazu stolz darauf, dass sie ihren eigenen Stempel aufdrücken durften. 25 % On-Top-Umsatz Mit dem Erfolg des Konzepts geht ein weite-rer Hintergedanke von Claus Konrad auf. „Das Koeriwerk entzerrt uns, wie erhofft, die Stoß-zeit in der Hauptmensa“, erläutert er. In der Rushhour gegen 13 Uhr fallen dort Wartezei-ten von bis zu 30 Min. an. Das Beste kommt aber noch: Das Studierendenwerk hat mit Fotos: Kirchner, Studierendenwerk Karlsruhe Braucht es für eine Currywurst tatsächlich ein Konzept? Das Studierendenwerk Karlsruhe beweist mit seinem Koeriwerk®, dass sich ein ehrliches Produkt plus ein modernes Branding lohnen können. Es geht um mehr als die Wurst Koeriwerk – was auf den ersten Blick exo-tisch anmutet, ist schlicht die patentierte Wort-Bild-Marke des Studierendenwerks Karlsruhe für sein Currywurst-Konzept, das im Dezember 2016 Premiere feierte. „Der Titel spielt zum einen auf unser Studieren-denwerk an, zum anderen auf den Anspruch von mehr Handwerklichkeit, Qualität und Authentizität“, erläutert Claus Konrad, Leiter der Hochschulgastronomie. Ziel war es, selbst entwickelte Qualitätsprodukte anzubieten, die keine Konservierungsstoffe, Geschmacksver-stärker, Gluten oder Laktose enthalten, aber geschmacklich überzeugen. Die Philosophie klingt einfach, der Weg dahin war es ganz und gar nicht: „Wir haben fast ein Jahr an Curry- 38 GVmanager 5 /2017


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