Rubriken - Jetzt mal ehrlich: Gerald Wüchner

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Foto: Roland Widmann Jetzt mal ehrlich! … Gerald Wüchner Mit der mediterranen Küche Menschen zu einem gesunden Leben verhelfen, auf dieser Mission ist Gerald Wüchner, Küchendirektor der ANregiomed Kliniken. Dabei wirbt er auf vielen Kanälen für gesundes Essen – und das nicht nur für Patienten. terempfehlen. Bisher hatten wir ca. 5.000 Teilnehmer. Die TU München hat 1.011 von ihnen in einer Studie gefragt, ob sie dauerhaft ihr Essverhal-ten veränderten. Sie fand heraus, dass das auf 74 % nach vier Jahren zutrifft. Es lohnt sich also auch nachhaltig. Würden Sie anderen Kollegen empfehlen, sich öffentlichkeitswirksam zu engagieren? Ja. Wir in der Krankenhausverpflegung stehen unter immensem Kosten- und Personaldruck. Dennoch ist unser Stellenwert in den Häusern häufig leider niedrig. Deshalb ist es wichtig zu zeigen, welch große Bedeutung hier eine gute und gesunde Küche hat. Es muss aber erst ein gutes Grundprinzip umgesetzt werden, das sich lohnt zu kommunizieren. Essen Sie eigentlich auch mal Fastfood? Das kann passieren, aber eher selten. Das hat für mich dann nichts mit STECKBRIEF Position: Küchendirektor Alter: 55 Jahre Werdegang: Lehre im Kurhotel Residenz in Bad Windsheim, anschließend Wan-derjahre als Koch, u. a. Stationen in der Hotelgastronomie, Wechsel in die Klinikgastronomie (1991), Klinik Rothenburg o.d.T. (seit 1995), Über- nahme der Gesamtverantwortung für die Kliniken Rothenburg o.d.T., Dinkels-bühl, Feuchtwangen und das Klinikum Ansbach (seit 2008) Essenszahlen: rund 1.800 Mittagessen Mitarbeiter: 90 Vollzeitkräfte inklusive Stationsservice und Besucherbistros im Klinikverbund Genuss zu tun. Ich finde aber, das sollte man nicht per se verteufeln. Pizza, Burger und Curry-wurst gehören dazu. Wenn man sich 300 Tage im Jahr mediterran ernährt, dann sollte man 65 Tage im Jahr auch sündigen dürfen. Und zwar auf Teufel komm raus, mit allem was geht. Ich denke ohnehin, dass viele Diäten genau aus dem Grund zum Scheitern verurteilt sind, weil sie im Alltag nicht durchzuhalten sind. Mir ist wichtig, dass ich den Patienten etwas mitgeben kann – eine Ernährungsumstellung, die man auf Dauer beibehält. Ein Stückchen Schokolade ist auch an einem „mediterranen Tag“ drin. Dabei sollte der Kakaoanteil möglichst hoch sein. Wenn Schokolade dann auch noch in geringen Mengen gegessen wird, unterstützt der Genuss sogar die Herzgesundheit. Sind Sie bei all dem Engagement eigentlich auch mal zu Hause? Ja, absolut! Mittlerweile laufen viele meiner Aktivitäten nebenher. Wenn nichts Be-sonderes ansteht, habe ich einen ganz normalen Arbeitstag und bin abends zu Hause. Wie sieht bei Ihnen ein ent-spannter Abend aus? Zu einem entspannten Abend gehört für mich, dass ich vor-her aktiv war. Ich bewege mich sehr gerne. Ich fahre Fahrrad, gehe schwimmen oder laufen. Wenn ich dann zu Hause koche, mit Freunden esse und dazu ein Glas Wein trinke – das ist für mich ein rich-tig entspannter Abend. Die mediterrane Küche ist für mich sowieso mehr als nur die Speisen, es ist ein Lebens- gefühl. Das möchte ich den Patienten und Teilnehmern meiner Kochkurse auch immer mit auf den Weg geben. Bei der mediterranen Küche wird nicht das Essen in 20 Min. verputzt, man sitzt stundenlang am Tisch und unterhält sich. Dadurch entschleunigt man auch. Vielen Dank für das Gespräch! mak Herr Wüchner, Sie sind ein unternehmeri-sches Multitalent, welche Berufsbezeich-nungen treffen neben dem Küchendirektor noch auf Sie zu? Ich würde sagen, nebenher bin ich noch Un-ternehmensberater, Autor, Kochlehrer, Foto-graf und vielleicht habe ich auch ein bisschen schauspielerisches Talent, durch die Podcasts und Kochfilme. Ich verstehe mich aber vor allem als Botschafter der mediterranen Küche. Sie haben 2008 Ihr erstes Buch zur mediterra- nen Küche veröffentlicht. Wie kommt es an? Aktuell ist die 13. Auflage des Buchs „Medi-terrane Küche: Genuss & Chance für Ihr Herz“ erhältlich – in Zusammenarbeit mit der Deut-schen Herzstiftung. Dabei möchte ich den tieferen Sinn dieser Küche vermitteln. Das Buch ist zu einem Drittel Ratgeber und zu zwei Dritteln liefert es Rezepte. Neu ist, dass ich alle Gerichte selbst fotografiert habe. Im März ist zudem mein Buch „Salat & Co.: Abwechs-lungsreich, frisch, bunt und gesund“ erschie-nen. Damit möchte ich Menschen motivieren, jede Woche mindestens einen Salatteller zu essen. Unsere Patienten z. B. können zusätzlich zu unseren Menüs einen Beilagensalat wählen oder einen großen Salatteller. Wie sieht Ihr weiteres Engagement für die mediterrane Küche aus? Ich biete u. a. seit 16 Jahren Kochkurse an – nicht nur für Patienten, sondern für Jeder-mann. Als Werbung hierfür habe ich einen Pod- cast drehen lassen. Die Kurse sind immer voll, vor allem, weil 98 % der Teilnehmer diese wei- Liebe Leser! Wollen auch Sie uns mal „die Meinung sagen“? Melden Sie sich bei uns: (089) 370 60-160 muc@blmedien.de 46 GVmanager 4 /2017


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