Nachgehakt - Strompreiserhöhung: Kalkulieren, planen, sparen

GVmanager_04_2017

Kalkulieren, planen, sparen 2017 werden die Strompreise erhöht. Wie reagieren GV-Betriebe auf die zusätzlichen Stromkosten? Und beraten die Stromanbieter die Betriebe hinsichtlich der Umstellung? Kurt Krechel, Küchenleiter, Rhein- Mosel-Fachklinik Andernach Wir haben im Wirt-schaftsplan für das Jahr 2017 die Erhöhung der Netznutzungskosten Nachgehakt eingeplant. Grundsätzlich kann man gegen die Erhöhungen nicht viel machen, denn Strom ist eines der wichtigsten Instrumen-te, die wir als Landeskrankenhaus brauchen. Die Stromkosten haben wir durch unser Controlling im Blick. Jeder hat Interesse da-ran, Strom zu sparen. Manchmal gelingt es besser, manchmal nicht – hier spielt auch das Wetter hinein. Haben wir einen schö-nen langen Sommer, wird weniger Strom verbraucht, als wenn es trüb und grau ist. Wir achten bereits beim Einkauf auf Geräte, die eine hohe Energieeffizienz haben. Das Landeskrankenhaus AöR schreibt alle zwei Jahre den Arbeitspreis pro Kilowattstunde europaweit aus. Da es eine europaweite Ausschreibung ist, haben wir keinen Einfluss auf den Stromanbieter. Das Unternehmen, das den Zuschlag bekommt, beliefert dann alle Standorte des Landeskrankenhauses mit Strom. Die Abrechnung erfolgt bei den kleineren Lieferstellen durch einen monatli-chen Abschlag und wird am Ende des Jahres mit einer Gesamtrechnung verbucht. Der Strompreis an sich ändert sich immer nur, wenn wir eine neue Ausschreibung durch-führen. Was sich zwischendurch ändert, ist die Erhöhung der Netznutzungskosten (EEG-Umlage, Stromsteuer). Diese müssen wir dann selbst tragen. Der Stromlieferant stellt uns diese mit der Erhöhung in Rech-nung. Ein Anbieterwechsel geht bei uns nur nach Ablauf der Vertragsfrist. Wir versuchen im gesamten Landeskrankenhaus, die Mit-arbeiter zu unterrichten, dass sie sparsam mit Strom umgehen sollen. Einen separaten Stromverbrauch unserer Küche haben wir im Moment noch nicht erfasst. Ein entsprechen-der Zähler wird in Zukunft aber eingebaut. Florian Wessely, Geschäftsführer, Neckermann Strom Seit 2013 sind die Nettoenergiepreise bei Neckermann Strom stabil: Es wurde und wird auch aktuell keine Erhö-hung vorgenommen. 2016 konnten wir den Nettoener-giepreis sogar senken, denn wir gaben die gesunkenen Beschaffungskosten an der Börse an unsere Kunden weiter. Wie auch schon in den vergangenen Jahren, wird 2017 die EEG-Umlage zur Investitionssicherung der Erneuerbaren Energien steigen. Zusätzlich haben die Übertragungsnetz-betreiber und Verteilnetzbetreiber die Netzentgelte zum 1. Januar 2017 netzgebietsabhängig angehoben. Diese Kostensteigerung können wir in diesem Jahr nicht vollständig kompensieren und müssen somit eine Preisan-passung vornehmen. Allerdings haben wir diese erst verzögert zum 1. März 2017 umgesetzt. Hierüber haben wir alle Ökostromkunden und damit auch alle bei uns in Versorgung stehenden GV-Betriebe Mitte Januar 2017 postalisch informiert. Die entsprechende Preisinforma-tion für 2017 beinhaltete für die Kunden die Aufstel-lung ihrer aktuellen Tarifgebühren sowie die neuen Preise ab 1. März 2017. Bereits Anfang des Jahres informierten wir alle Kunden schriftlich über die gestiegene EEG-Umlage und die gestiegenen Netznutzungsgebühren. Siegfried Brüderl, Küchenmeister, Menü Service Illertal Durch die Strompreiserhöhung wird es noch wichtiger, die Kalkulation der Speisen im Außer-Haus-Bereich stärker zu durchleuchten und bei Bedarf anzupassen. Unse-re Produktionsküche besteht ausschließlich aus modernen Gargeräten, die durch den effizienten Einsatz der hinterlegten intelligenten Garprozesse gesteuert werden. All meine Köche sind geschult, diese Garpfade zu nutzen. Somit ist der Energie-verbrauch überschaubar. Auch in der Spültechnik wird durch kluge Arbeits- und Zeitplanung der Energieverbrauch kontrolliert. Durch moderne Stromzähler können die Spitzen und Verbräuche abgelesen werden. Wir wollen nicht nur Strom sparen, sondern uns damit aktiv an der Ressourcenschonung beteiligen – deshalb haben wir eine Solaranlage zur Stromerzeugung auf unseren Dächern installiert. Diese sorgt insbesondere zu den Stunden, in denen wir viel Energie benötigen, für den nötigen Bedarf und schont damit unsere Umwelt. Wir haben mit unse-rem Energieanbieter einen neuen Vertrag geschlossen, der uns für drei weitere Jahre eine sichere Grundlage für unsere Preiskal-kulation gibt. Unseren Anbieter werden wir nicht wechseln, weil wir gerade von unserem regionalen Anbieter gut versorgt wer-den und ein ständiger Wechsel zu viel Verwaltungsaufwand mit sich bringt. Einsparungen finden in allen Bereichen statt. So soll-te etwa der Austausch alter Geräte, die zehn Jahre oder älter sind, überprüft werden sowie nach Updates für Geräte gefragt werden. Für die Produktionsküche beziehen wir Strom über die Solardächer, der Anteil liegt bei ca. 85 % am Gesamtverbrauch. Fotos: Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, Neckermann Strom GmbH, Wellinger 44 GVmanager 4 /2017


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