Jetzt bewerben: GV-Manager des Jahres

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zug hält. Mit dem Totschlagargument Kosten macht man es sich einfach zu leicht! Aber das werde ich nicht ändern können. Hinzu kommt nämlich auch, dass sich der Geschmack der Gäste immer mehr an Fertigware gewöhnt. Irgendwann finden diese einen fertigen Kartof-felsalat leckerer als den selbstgemachten, weil das der für sie gelernte Geschmack ist. Dem versuchen wir übrigens ebenfalls vor-zubeugen – im Rahmen dessen, was uns hier im Haus möglich ist. So bieten wir erfolgreich Kochkurse für Berufstätige an, in welchen sie u. a. lernen, wie man in 60 Min. Brühen und Saucen, auch für den Vorrat, ansetzt. Ein Grund für die Zunahme von High-Conveni-ence ist auch der wachsende Fachkräftemangel im Gastgewerbe. Welche Zukunftschancen räu-men Sie dem Kochberuf ein? Ich bin seit 20 Jahren in der Prüfungskommis-sion, bilde bis zum heutigen Tag selbst aus und bin auch als Honorar-kraft bei einem Bildungs-träger tätig und sehe, wo die Reise hingeht. Fakt ist: Es wird lange nicht mehr so umfassend ausgebildet wie noch vor 40 Jahren, als wir noch lernten, wie man Butterfiguren, Terrinen und Galantinen erstellt oder Fleisch auslöst. Aber: 75 % von dem, was ich gelernt habe, brauche ich auch nicht mehr. Wir stehen vor dem Problem, dass es inzwischen weder so viele engagierte Ausbildungsbetriebe gibt, noch motivierten bzw. qualifizierten Nach-wuchs. Viele Bewerber können keinen Satz richtig schreiben, kein 1x1 noch Kopfrechnen. Aber ich will hier nicht die Jugend niederma-chen, ich sehe die Hauptschulen mitverant-wortlich, die das Niveau ins Bo-denlose gesenkt haben. Leider weiß ich nicht, wie man die-sem Problem Abhilfe schaffen kann. Klar muss man bei der Bezahlung ansetzen und auch die unattraktiven Teildienste überdenken, aber das löst nicht das Ausgangsproblem. Mehr und mehr gibt es Studien-gänge, die für eine Tätigkeit im Gast-gewerbe qualifizieren und damit eine Zielgruppe jenseits der Hauptschüler erschließen wollen. Was halten Sie davon? Für eine rein kaufmännische Tätigkeit ist auch ein Studium denkbar, aber nicht für die Berufsbilder von Koch und Restaurantfach-mann. Hier hat das duale System absolut Be-rechtigung. Fürs Management von z. B. Groß-küchen braucht es meiner Meinung nach keine reinen Manager, sondern gut ausgebil-detes Personal, das die Grundlagen kennt. Bereuen Sie den Schritt in die GV? Nein, ich habe mich damit arrangiert. Ich bin froh, dass wir einen gut gehenden Partyservice etabliert haben, der unsere Wirtschaftlichkeit stützt, aber auch unser Kochwissen fordert. Hier kann ich das leben, was ich am Koch-beruf am meisten schätze: man kann kreativ sein und hat Freiheiten ohne Ende. Für unsere Caterings räuchern wir z. B. Fisch und Fleisch selbst, machen Eis, Terrinen oder mehrstöckige Hochzeitstorten. Hätten wir nur das normale Tagesgeschäft, würden wir heutzutage als Köche in die-sem Bereich leider verkümmern. Wie kritisch sind Sie als Restaurantgast? Sicherlich kritischer als viele andere! Ich möch-te nicht verarscht werden als Gast und wenn ich viel Geld für ein Essen zahle und etwas passt nicht, diskutiere ich auch mal. Einmal habe ich Entrecôte Strindberg bestellt und ein normales Rumpsteak bekommen. Als dann auf meinen Hinweis hin weder Service noch Kü-che einlenkten, bin ich aufgestanden ohne zu essen und zu zahlen. In drei Jahren gehen Sie voraussichtlich in Ru-hestand – was dann? Was meinen Küchenbetrieb angeht, so versu-che ich, bereits jetzt mein Team bestmöglich zu rüsten. Persönlich plane ich, mich selbst-ständig zu machen, mir schwebt eine Art Pen-sion mit Café vor. Darüber hinaus bin ich be-reits jetzt ehrenamtlich tätig für Wohnsitzlose. Langweilig wird mir also sicher nicht! Herr Hackfort, herzlichen Dank für das ehrliche Gespräch! kir Was halten Sie von Herrn Hackforts Meinung? Schreiben Sie uns unter muc@blmedien.de! Manager im Gespräch Foto: Krankenhaus Salem Gesucht: GV-Manager des Jahres 2017 Haben oder kennen Sie einen beliebten GV-Chef? Sind Sie selbst eine herausragende Führungskraft, welche die GV-Branche nachhaltig prägt? Dann reichen Sie einen Vorschlag bzw. eine Bewer-bung für den „GV-Manager des Jahres 2017“ ein! GV-Manager des Jahres 2017 Wer? Gesucht sind Persönlichkeiten, die sich mit ihrem Engagement und Charisma sowie mit ihren Ideen, Pioniergeist, Führungsqualitäten und Leistungen hervorheben. Managerinnen und Manager, die seit vielen Jahren für ihren Job brennen, aber auch mit ihren Mitarbeitern „können“. Wie? Es gibt erstmals zwei Wege: • Die GV-Manager können von Kollegen, Branchenkennern oder ihren Tisch- gästen per Nominierungsformular vorgeschlagen werden. • Die GV-Manager können sich selbst bewerben, indem sie einige von uns vorgegebene Fragen beantworten. Die jeweiligen Vorlagen gibt es unter: www.gastroinfoportal.de/GVM Bewerbungsschluss: 30. Juni 2017 GV-Manager des Jahres 2017 Termin der Preisverleihung: Donnerstag, 12. Oktober 2017 GV-Manager des Jahres 2017 GV-Manager des Jahres 2017 GV-Manager des Jahres 2017 GV-Manager des Jahres 2017 GV-Manager des Jahres 2017 GV-Manager des Jahres 2017


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