Manager im Gespräch - Elmar Köninger, Abteilungsleiter Hochschulgastronomie, Studierendenwerk Siegen: Erfahrener Fremdgänger

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Manager im Gespräch Wer einmal den Weg in die GV ein-geschlagen hat, verlässt ihn kaum wieder. Ausnahmen wie Elmar Köninger bestätigen die Regel. Der Koch und Betriebswirt durchlief die klassischen Wanderjahre, u. a. auf Korsika, in den USA und der deutschen Hotellerie bis er 1996 als Abteilungsleiter der Verpflegungsbetriebe ins Studentenwerk Siegen wechselte. Zwölf Jahre später dann der Cut: Er machte sich selbstständig als Berater für Großküchen und Verpflegungssysteme. 2015 kehrte der heute 54-Jährige schließlich um spannende Erfahrungen reicher in seinen GV-Debüt- betrieb zurück. Warum? Herr Köninger, warum sind Sie nach beruflicher Umorientierung 2015 wieder ins Studierenden-werk Siegen zurückgekehrt? Es war mit zwölf Jahren meine bislang längste Beschäftigung und dennoch nie langweilig. Die Vielfältigkeit der Tätigkeit und der relativ freie Entfaltungsraum sind selten zu finden. Durch die in diesem Jahr anstehenden Sa-nierungs- und Neubaumaßnahmen werden zudem meine persönlichen Interessen und Stärken gefordert. Wir planen und beginnen Warum Elmar Köninger „fremdgegangen“ ist und was das mit der Unabhängigkeit eines Staates und der Generalsanierung im Studierendenwerk Siegen zu tun hat, verriet uns der Abteilungsleiter Hochschulgastronomie im Interview. voraussichtlich dieses Jahr eine Mensa mit Cafeteria in der Altstadt Siegens und schlie-ßen zugleich die Zentralmensa, die Cafeteria, das Bistro, die Mensaverwaltung, das Zentral- lager und die Werkstatt wegen einer Kern- sanierung. Ziele sind dabei u. a., im Vergleich mit der öffentlichen Gastronomie zu bestehen und durch Innovation wie auch Qualität bei den Gästen zu punkten. Da kommen Ihnen sicher die Erfahrungen zu-gute, die Sie von 2008 bis 2015 als Planer und Berater gesammelt haben? Alles, was ich mir in dieser Zeit angeeignet habe, z. B. CAD-Pläne lesen und bearbeiten, technische und Norm- Vorgaben berechnen bzw. berücksichtigen, machen die aktuellen Herausforde-rungen für mich leichter und verständlicher. Alleine hätte ich das keinesfalls realisieren können, das Volumen ist zu groß und komplex. Aber ich habe mich eingebracht und durchgesetzt, wo wir die vorgeschlagenen „Standard-Konzepte“ durch unsere begründeten Anforderungen er-setzen mussten. Da mein Fachwissen respek-tiert wird, ist die Argumentation gegenüber Fachplanern und Technikern einfacher. Was haben Sie kulturell und gastronomisch von Ihrem Zwischenstopp mitgenommen? Ich habe viele positive Erfahrungen mit den Menschen in Äthiopien und dem Süd-Sudan gesammelt. Beeindruckt haben mich beson-ders die uneingeschränkte Bescheidenheit und besondere Freundlichkeit dieser Menschen, die fast nichts haben oder – wie im Süd-Sudan – seit 1955 fast ausschließlich Bürgerkriegs-zustände erlebten. Als vielfältig und äußerst schmackhaft auf-grund der Gewürze habe ich die Küche in Äthiopien kennengelernt, im Sudan wurde viel mit Fladenbrot (Kisra), Fleisch in Erdnusssauce und gegrilltem Gemüse angeboten – einfach, aber gut. Bei den Ein-heimischen gab es oft Ful, ein ursprünglich arabisches Bohnen-gericht – Saubohnen, die meist püriert mit Fladenbrot und ge-kochtem Ei gereicht werden. Immer zu empfehlen in Äthiopien: der frisch zubereitete Kaffee nach dem Essen! Gibt es ein Projekt, an das Sie sich besonders gerne erinnern? Im Juni 2011 war ich für die Organisation der Unabhängigkeitsfeier des Süd-Sudan für Präsi- Foto: Studierendenwerk Siegen Erfahrener Fremdgänger „Jegliche Kommunikation nach außen führt zu einer höheren Wahrscheinlichkeit kritischer Nachfragen.“ 14 GVmanager 3 /2017


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