SHERRY - Spanisches Multitalent

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Spanisches Sherry ist ein südspanischer Weißwein – was viele schon sehr überrascht, haben doch die Sherrys auf unseren Tischen in den seltensten Fällen auch nur annähernd die Farbe eines Weiß-weins. Mit der Klassifizierung des Sherrys als Weißwein ergeben sich auch die Trinktemperatur und die Verwendung, die immer noch zu Missverständnissen führen. Abhängig vom Sherrytyp liegt die Trink-temperatur zwischen 8°C (Fino) und 14°C (Oloroso), und ist damit wesentlich kühler als oftmals viele den Sherry anbieten. Das zweite Missverständnis des Sherrys ist seine fast ausschließliche Verwendung als Aperitif: Spanier genießen ihren Sherry zu fast allen Gelegenheiten: vor, zum und nach dem Essen, oder zum Entspannen. Entscheidend dabei ist ausschließlich der Sherry-Typ, der persönliche Geschmack, die Art der Speisen und natürlich die Trinktemperatur. Als einfache Empfehlung gilt: Fino und Amontillado Sherry als Aperitif oder Wir wagen eine Annäherung an einen der bekanntesten, interessantesten und sicher auch am meisten missverstandenen Weine aus Spanien. Multitalent zu den ersten Gängen eines Menüs, Oloroso als Begleiter zum Essen und Pedro Ximénez als Begleiter zum Dessert oder als Digestif. Stürmischer Start Wo ist dieser spanische Weißwein beheima-tet? Sein Herkunftsort ist die Landschaft um Jerez de la Frontera in der Nähe der Stadt Cadiz in Andalusien. Ein Dreieck, bestehend aus den Städten Jerez de la Frontera, Sanlucar de Barrameda und El Puerto de Santa Maria ist das klar begrenzte Heimatland des Weines. Die Bezeichnung „Sherry“ verdanken wir den Engländern, die die spanische Ortsbe-zeichnung „Xeres / Jerez“ nicht aussprechen konnten und es zu dem heutigen Sherry umwandelten. Für den Sherry gelten heute festgelegte Be-stimmungen, die von einem speziellen Kon-trollgremium, dem „Consejo Regulador“ in Jerez, überwacht werden. Dessen Aufgabe ist es, die Einhaltung der Vorgaben zu Herkunft, Traubenauswahl, Alter und Reifeverfahren zu kontrollieren. Einige dieser heutigen Bestim-mungen gehen schon auf die Mitte des vor-letzten Jahrhunderts zurück. 95 % der Reben, die für die Sherryproduktion genutzt werden, sind Palomino Trauben. Die zweite zugelassene Rebsorte ist Pedro Ximé-nez, kurz PX. Sie wird auf rund 3 % der Reb-flächen angebaut. Die bereits von Natur aus süßen Trauben werden vor der Verarbeitung einige Tage in der Sonne getrocknet. Dadurch wird der Wassergehalt stark reduziert und da-mit gleichzeitig der Zuckergehalt erhöht. Der später daraus entstehende Sherry ist nach seiner Traube „Pedro Ximénez“ benannt und ein extrem süßer und schwerer Sherry. 10 1/2017 Foto: © exclusive-design - Fotolia.com Sherry


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