Interview: „Marke wird unterschätzt“

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Herr Portselis, auf welche Frühstückstrends reagieren Sie mit Ihrem Angebot? Unter den vielen Trends sehen wir die wach-sende Beliebtheit von Käse insgesamt. Allein zwischen 2005 und 2015 ist der Pro-Kopf-Kon-sum um 3 kg auf 24,5 kg angestiegen. Wir de-cken ein breites Angebot von Frisch-, Schmelz- und Schnittkäse mit den Marken Kiri®, La Vache qui rit®, Adler®, Cheesy® und Mini Babybel® ab. Eine Stärke liegt in den vielfältigen Porti-onsgrößen. Der Gast entwickelt sich zudem vom klassischen Mischköstler hin zum Flexita-rier und Vegetarier, weshalb der Käseauswahl mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wie werden Ihre Produkte Vegetariern und Muslimen gerecht? Unser Schnittkäse von Leerdammer®, Mini Babybel und Bonbel® ist dank des Einsatzes mi-krobiellen Labs auch für Vegetarier geeignet. Außerdem ist ein Großteil unseres Sortiments Fotos: Kirchner, Bel Foodservice leistungspatienten, gegen Aufpreis, ebenfalls eine größere Auswahl anzubieten. Ich hatte die Idee auch schon mit unseren Säften von Van Nahmen. Leider kam es nicht zur Umset-zung“, sagt Martin Weever. Im Uni-Klinikum Düsseldorf konnten sich Regel-leistungspatienten sogar eine kurze Zeit lang gegen 4 E beim Mittagessen upgraden. „Die-ses wird aufgrund der komplizierten Bestellung leider sehr selten angenommen“, berichtet Peter Schröder. Die Vision aus dieser Erfah-rung: Langfristig sollen Patientenkarten ausge-händigt „Mit unserem Kiosk to come bessern wir nicht das Küchenbudget auf, Kostendeckung ist das Ziel.“ Peter Schröder werden, mit welchen die-se während des Aufenthalts u. a. bargeldlos zahlen können. „Die Rech-nung bekommen sie beim ,Auschecken‘ – wie im Hotel“, erläutert Peter Schröder. Schon jetzt geht das Haus ei-nen weiteren Schritt in diese Richtung. Unter dem Namen Kiosk to come betreibt die Kü-che nachmittags einen mobilen Buffetwagen. Regelleistungspatienten können hier Snacks, Kaffee, Kuchen und Zeitschriften kaufen. „Un-ser erster Testwagen startete mit 40 E Umsatz am Tag, und steigerte sich schnell auf 200 E, weshalb der Service ausgebaut wird.“ Antrieb und Erfolgsfaktor sind die dezentrale Struktur des Klinikums und der Cafés. Damit das Kü-chenbudget aufzubessern, ist aber ein Trugschluss: „An-gesichts der Anschaffungs- und Personalkosten peilen wir keinen Gewinn, sondern eine Kostendeckung an.“ Der Gewinn ist ein anderer: „Die Patienten sind wesentlich zu-friedener aufgrund des größeren Angebots“, resümiert Peter Schröder und ergänzt eine in-teressante Parallele: „Generell sind die Regel-leistungspatienten, die sich auf ihrer Station, betreut von Serviceassistentinnen, am Buffet bedienen, zufriedener als diejenigen, die es aus infrastrukturellen Gründen portioniert bekom-men – obwohl das Angebot deckungsgleich ist.“ Der Grund: Viele wissen über die Wahl-möglichkeit gar nicht Bescheid. Abhilfe sollen mobile Buffetwagen schaffen, die diese Statio-nen auch morgens und abends anfahren. Fazit: Eine fürs Budget und den Patienten „ge-sunde“ Mischung qualitativer Zutaten zahlt sich indirekt wieder aus – und ist, wenn auch mit gewisser Anstrengung, machbar. Mehr Zu-friedenheit kann es aber auch schon bringen, die Wahlmöglichkeiten für alle zu erhöhen – und sie darüber zu informieren. kir „Marke wird unterschätzt“ Käse ist der ideale Partner für ein flexitarisches Frühstück to stay oder to go, so Georg Portselis, Key Account Manager Gemeinschaftsverpflegung & Ethnik von Bel Deutschland. halal und kann deshalb muslimischen Gästen angeboten werden. Wie sehen Sie das Thema Frühstück to go? Dieses gewinnt an Bedeutung. Daher unter-stützen wir Kunden mit unserem Snack Cup dabei, den Umsatz im eigenen Betrieb zu hal-ten. Dabei wird dem hygienisch verpackten Markenprodukt Mini Babybel in einem wiederverschließbaren Becher ein leckerer Partner an die Seite gestellt, z. B. knusprige Laugen-snacks, Cocktail-tomaten, Sala-misticks oder eine Nussva-riation. Wie schätzen Sie das Markenbewusst-sein des GV-Gasts ein? Die Verbraucher werden immer markenbe-wusster, da Geschmack, Qualität, Sicherheit und Vertrauen wichtige Attribute geworden sind. Ein Trend, der von Teilen des GV-Markts noch unterschätzt wird – auch in der Regelleis-tungsverpflegung in Kliniken. Hier unterstüt-zen wir gerne bei der Implementierung. Das Frühstück als besonders emotionale Mahl-zeit lebt zudem weniger von Neuheiten als von Vertrautem. Es geht hier um Attribute wie „sich zu Hause fühlen“ und „entspannt in den Tag starten“. Deshalb honoriert der Gast Pro-dukte, die er aus seinem Alltag kennt, wie den Leerdammer. Weitere Käseklassiker, die viele Menschen seit ihrer Kindheit beglei-ten, sind zudem unsere bereits 1922 entwickelten Schmelz-käseecken von La Vache qui rit und der Mini Babybel. Letzterer ist inzwischen in drei Sorten erhältlich und überzeugt in der GV mit Geschmack, Portionsgröße und klaren Handlingsvorteilen. So ermöglicht die weiche, rote Paraffinhülle mit Folie ein sauberes und hygie-nisches Arbeiten. Danke für das Gespräch! Frühstück 24 GVmanager 12 /2016


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