Technik - Spülen & Entsorgen: Digitales Warten

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Foto: © jacartoon – Fotolia.com; Illustration: Lopez Ruiz Spülen & Entsorgen Digitales Warten Die defekte Spülmaschine im Norden vom Süden aus wieder in Betrieb nehmen. Was ist realistisch, was Utopie beim Thema Fernwartung? Heizung an, Jalousien hoch, Licht aus – in den eigenen vier Wänden können wir all das bereits über Apps kontrollieren. Auch die Gemeinschaftsverpflegung wird kon-tinuierlich digitaler: Bereits jetzt können z. B. Kombidämpfer per Laptop ausgelesen und gewartet sowie Speisenverteilwagen rund um die Uhr überwacht werden – ein Öffnen der Tür oder Temperaturschwankungen bleiben so nicht unbemerkt. Kühlräume, ausgestattet mit Sensoren, messen in festgelegten Abstän-den die Temperatur und alarmieren die be-treffende Person via E-Mail, Smartphone etc. bei Unter- oder Überschreitung. Einen Schritt weiter geht die Idee der Fernwartung. Sie ist eine Vision mit viel Potenzial zur Lösung technischer Probleme. Man stelle sich nur das Horrorszenario ei-nes Spülmaschinen- oder Bandausfalls mitten in der Rushhour vor: Das Geschirr stapelt sich ins Unend-liche. Hier zählt jede Sekunde bis der Fehler beho-ben ist. Perfekt, wenn man nicht warten müsste bis der Techniker vor Ort ist, sondern er alles wie von Zau-berhand von extern reparieren könnte. Die künftige Lösung? „Wenn etwas repariert werden muss, ist der-zeit noch ein klassischer Kundendienst erforderlich“, erläutert der Geschäftsführer von Winterhal-ter Deutschland Thomas Pfeiffer. Aber: Informatio-nen, die dem Tech-niker hier im Vorfeld zur Verfügung ste-hen, sorgen für eine effizientere Wartung und können künftigen Schäden vorbeugen. „Fernwartung wird ein immer wichtigeres The-ma, um Prozesse zu beschleunigen und die Verfügbarkeit der Ma-schinen zu erhöhen“, betont Matthias Leibitz, Leiter Service Marketing bei Hobart, und er-gänzt: „In Zukunft können noch mehr Para-meter an der Maschine aus der Ferne verän-dert werden.“ Frühwarnsystem Vieles im Bereich der Fernwartung steckt noch in den Kinderschuhen. Dennoch bietet die Industrie in einigen Fällen für Spültech-nik bereits Unterstützung aus der Ferne. So präsentiert Winterhalter mit Connected Wash ein System, bei dem die Untertischspül- maschinen der UC-Serie per LAN oder WLAN mit dem Internet verbunden werden können. „Mittels Computer, Tablet oder Smartphone können Winterhalter-Kunden via Connected Wash-App Maschinenfunktionen rund um die Uhr und von überall auf der Welt über- „Sobald eine Maschine einen kritischen Fehler meldet, erhält die zuständige Person, wenn gewünscht, eine Push-Nachricht auf das Smartphone oder Tablet.“ Thomas Pfeiffer, Winterhalter wachen“, erklärt Thomas Pfeiffer. GV-Verant-wortlichen bieten sich durch eine ganzheit-liche Überwachung neue Chancen, wie eine Basis für höhere Betriebssicherheit und die Optimierung von Spülprozessen zur Reduktion von Betriebs- bzw. Wartungskosten. Fernwartung kann deshalb auch als eine Art Frühwarnsystem dienen. Maschinenfeh-ler können im Vorfeld analysiert werden und auf mögliche Schäden hinweisen. „Über die Fernwartung wissen wir bei Hobart genau, wie lange es noch bis zum nächsten Wartungs-intervall dauert. Zudem wird die physische Wartung durch einen Techniker vor Ort effi-zienter, da bereits im Vorfeld digital viele In-formationen über den Zustand der Maschine vorliegen“, beschreibt Matthias Leibitz. Dennoch wird Fernwartung seiner Einschät-zung nach den persönlichen Service nicht ersetzen können: „Die Wartungsintervalle blei-ben grundsätzlich bestehen und müssen auch weiterhin vor Ort durchgeführt werden.“ Böse Überraschungen, wie das Fehlen eines Ersatz-teils bzw. ein Stillstand der Maschine, können 26 GVmanager 11 /2016


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