Kühltechnik: Lass mal stecken

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Lass mal stecken Eine Einteilung in Energieklassen ist beim Kauf von Kühlgeräten für den Otto Normalverbraucher bereits Alltag. Aufgrund einer neuen Energieklassifizierung müssen sich nun auch GV-Betriebe genauer mit diesem Thema auseinandersetzen. Beim Neukauf von Küchengeräten für den privaten Haushalt ein normales Bild: Geräte, wie Kühlschränke, sind für jeden erkennbar in Energieklassifizierungen eingeteilt. Seit dem 1. Juli 2016 gelten diese aus dem Haushaltsbereich bekannten Ener-gielabel auch für Kühlgeräte in der Gemein-schaftsverpflegung. Neben dem reinen Ener-gieverbrauch werden Daten über das Nutz-volumen, die Geräteart, die Klimaklasse sowie über Umgebungstemperatur und Feuchtigkeit dokumentiert. „Es wird oft vergessen, dass Kühlgeräte die einzigen Küchengeräte sind, die sich das ganze Jahr rund um die Uhr im Einsatz befinden“, betont Thomas Schwelch, Trade Marketing Specialist bei Electrolux Pro- fessional. In die Bewertung der Geräte fließen dabei alle steckerfertigen Geräte zum Lagern von Lebensmitteln mit ein. Ziel der Verord-nung ist es, verbrauchsintensive Kühlgeräte, wie auch schon im privatwirtschaftlichen Be-reich, schrittweise verschwinden zu lassen. Davon ausgenommen sind allerdings Geräte mit Fremdkühlung, Sonderanfertigungen und Ausgabemöbel. Ebenfalls nicht von der Verord-nung betroffen sind zur Zeit (noch) Schock-froster, da hierzu noch kein Bewertungsverfah-ren vorliegt. Die Messungen bzw. die Prüfungen selber wer-den innerhalb eines 48-Stunden-Prüfzeitraums und somit gemäß der EU-Richtlinien durchge-führt. Während der Prüfung wird die tägliche Nutzung des Gerätes durch das regelmäßige Öffnen der Tür simuliert. Genauer gesagt: sechsmal in der Stunde für sieben Sekunden, bei einer Gesamtdauer von zwölf Stunden. Zudem fließt ein gemessener Zwölf-Stunden- Nachtmodus bei ge-schlossener Tür mit Energieffizienz Betriebskosten Kühlgeräte in die Einstufung des Kühlgerätes ein. „Die neue Verordnung wird positive Auswirkungen haben“, erklärt Kai Fischer, Marketingleiter bei NordCap und ergänzt: „Durch die nun zu erreichende Pro-dukttemperatur grüner Impuls umdenken herrscht somit eine höhere Sicherheit bei der Weiterverarbeitung von Pro-dukten.“ Impulsgeber Für Vertreter der Industrie ist die Energieklas-sifizierung keine Überraschung und wird als positiver Impuls wahrgenommen, wie Andreas Lindauer, Geschäftsführer Vertrieb/Marketing von CoolCompact, erklärt: „Kunden haben durch die neue Verordnung nun die Möglich-keit, ähnliche Geräte verschiedener Hersteller vergleichen zu können“, und betont: „Mit dem Energielabel wird sich auf Dauer die Spreu vom Weizen trennen.“ Das neue Label sorgt somit für Chancengleichheit auf dem Markt, da alle Hersteller die gleichen Vorgaben haben und jedes Gerät klar mit dem Energieverbrauch zu kennzeichnen ist. „Durch die Klassifizierung wird mit Sicherheit ein Bewusstsein erreicht, das es in dieser Form leider noch nicht gab. Die Kennzeichnung macht es dem Kunden einfacher, seriöse Vergleiche anzustellen“, be-schreibt Thomas Schwelch und ergänzt: „Dies fördert das Bewusstsein, dass man es sich nicht immer leisten kann, in kostengünstige Lösun-gen zu investieren.“ Küchenverantwortliche müssen einen kollek-tiven Austausch der eigenen Kühlgeräte aber nicht fürchten. „Nach gesetzlichen Vorschriften müssen ältere Geräte nicht sofort ersetzt wer-den“, beruhigt Andreas Lindauer. Ein Umbau ist allerdings durch die Beschaffenheit der Ge-häuse auch nicht möglich. Eine Überprüfung des Energieverbrauchs der eigenen Geräte lohnt sich aber in jedem Fall. Mögliche Einspa-rungen und die damit verbundene Amortisa-tion einer Neuinvestition lassen sich durch die Klassifizierung leicht errechnen, auch weil Ge- Fotos: © Vjom – Fotolia.com, © fotomek – Fotolia.com 34 GVmanager 10 /2016


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