Essen auf Rädern: Verpackt punkten

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Foto: MenüMobil Food Service Systems Verpackt punkten Essen auf Rädern ist für viele GV-Betriebe ein Zusatzgeschäft. Doch das bleibt es auch nur, wenn die Transportboxen im Handling für alle Beteiligten punkten und somit auch die ausgelieferten Essen. Während mittlerweile – so gut wie – jedes Restaurant einen Lieferservice anbietet, haben Senioren diesen Ser-vice schon längst für sich entdeckt. Egal, ob Krankenhaus oder Seniorenheime – viele GV-Betriebe bieten einen Menüservice für Ältere an, die weiterhin in ihren eigenen vier Wän-den verbleiben wollen. „Ende der 70er- und 80er-Jahre veränderten sich die Sozialstruktu-ren. Man versuchte die alten Menschen nicht in Heimen unterzubringen, sondern über die Hauskrankenpflege und Essen auf Rädern möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu halten“, blickt Josef Draxl, Geschäftsführer von MenüMobil Food Service Systems zurück. „Viele Küchenleiter von Krankenhäusern und Altenheimen waren auf einmal mit der Auf-gabe konfrontiert, zusätzlich Essen auf Rädern zu produzieren, aber es gab nur Henkelmän-ner und Styroporschalen mit billigem Einweg-geschirr“, verdeutlicht er die damals missliche Lage. „Unser Unternehmen war das erste, das mit dem System MenüMobil Classic 1988 auf den Markt kam und somit Anbieter der ersten Stunde im Systemgeschäft für Essen auf Rä-dern“, erklärt Josef Draxl. Gechillter Wandel In den letzten 15 Jahren habe sich der Be-darf an häuslicher Verpflegung stark nach oben entwickelt und aufgrund des demo-grafischen Wandels gehe dieser Trend wohl auch noch so weiter, zeigt sich Hans-Peter Schumm, Geschäftsführer von Schumm Vertrieb, überzeugt. Auch Josef Draxl er-kennt einen Umbruch bei der Seniorenver-pflegung: „In Zukunft wird man sich beim Essen auf Rädern sicher noch auf Frühstück und Abendessen ausweiten. Manche Organi-sationen machen mit unserem Modell Univer-sal bereits zum Mittagessen auch noch eine Kaltversorgung“, erklärt er. Anders sieht das Armin Westendorf von Temp-rite: „Wir gehen nicht davon aus, dass auch Kaltmahlzeiten in dieser Form verteilt werden. Frühstück und Abendessen werden die Senioren nach unserer Erfahrung weiterhin selbst beschaffen und zu-bereiten.“ Als weitere Entwicklung erwartet er hingegen, dass bei der Zubereitung von Essen auf Rädern das Cook & Chill-Verfahren zukünf-tig noch mehr zum Einsatz kommen wird. „In der Vergangenheit gab es eigentlich nur Cook & Serve-Systeme. Die Schwierigkeit da-bei ist, dass nur eine begrenzte Zeit für den Transport von der Küche bis zum Verzehr zur Verfügung steht. Gerade dies kann bei uner-warteten Verkehrssituationen zu Problemen führen“, erläutert Armin Westendorf. „Das Cook & Chill-Verfahren ist von dieser Zeit-schiene unabhängig“, rät er deshalb. Warm vs. kalt Sind die Speisen produziert, geht es zur Auslie-ferung: Während in der Warmverteilung – auf-grund der maximalen zulässigen Warmhalte-zeit von 90 bis 120 Min. – nur bis zu 30 Essen pro Tour ausgeliefert werden können, kann ein Essensfahrer beim Transport von gechillten Es-sen auf Rädern pro Tour 80 bis 100 Kunden anfahren. „Der Essensfahrer kann bei diesem System schon am frühen Morgen losfahren und hat mehr Zeit für den Essensgast, um Essen auf Rädern 32 GVmanager 10 /2016


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