Manager im Gespräch - Kadir Taskin, Betriebsleiter SparkasseMittelfranken-Süd, Roth: Angekommen

GVmanager_09_2016

Foto: Dorfner Catering Von der Küchenhilfe zum stv. Küchenleiter in nur fünf Monaten: Mit Engagement und stetigen Schulungen konnte Kadir Taskin, Betriebsküchenleiter der Sparkasse Mittelfranken-Süd in Roth, den guten Start sogar noch ausbauen. Manager im Gespräch Geboren und aufgewachsen in Bulgarien ging Kadir Taskin, seit 2003 Betriebs-küchenleiter im Betriebsrestaurant der Sparkasse Mittelfranken-Süd in Roth, mit 24 Jahren in die Türkei, wo seine Familie Wur-zeln hat. Nachdem er dort als Servicekraft im Steigenberger Hotel gearbeitet hat und er in dieser Zeit seiner heutigen Frau begegnete, führte ihn die Liebe 1994 nach Nürnberg. Zu-nächst leitete er gemeinsam mit seiner Frau einen Landgasthof, doch eine Stellenanzeige brachte ihn dann zu Dorfner Catering, wo er schnell befördert wurde. Das sechsköpfige Team bereitet dort täglich etwa 250 Mittag-essen zu, teilweise ergänzt um die Verpflegung für Veranstaltungen. Wir sprachen mit ihm über seine Wurzeln, Herausforderungen im Alltag und Mitarbeitermotivation. Herr Taskin, Sie leben nun seit knapp über 20 Jahren in Deutschland. Wir war der Start? Aufgrund meiner bis dahin eher geringen Deutschkenntnisse war der Start gar nicht so einfach. Ich musste ein biss-chen „kämpfen“, um die Sprache zu lernen, habe dies aber auch durch die Unterstützung meiner Frau gelernt. Generell habe ich nie schlechte Erfah-rungen gemacht, auch nicht im Beruf – gestar-tet bin ich beruflich in einem Hotel, in dem ich ebenfalls herzlich aufgenommen wurde und einiges dazulernen konnte. Mitte der 1990er-Jahre kam dann der Wech-sel zu Dorfner Catering in die Gemeinschafts- verpflegung: Wie kam es dazu? Angekommen Zu diesem Zeitpunkt haben meine Frau und ich gemeinsam einen Landgasthof geführt. Wirtschaftlich gesehen ging es uns damit gut, doch wir wollten auch privat ein wenig mehr Zeit haben – die Gemeinschaftsverpflegung lässt sich einfach besser mit einem Familien-leben vereinbaren. Die Stellenanzeige zur Kü-chenhilfe in einem von Dorfner Catering be-wirtschafteten Betrieb kam also gerade recht. Bereut habe ich diesen Schritt nie. Viele haben Vorurteile gegenüber der Gemein-schaftsverpflegung, hier würde nicht richtig gekocht. Wie war das bei Ihnen? Ich bin der Meinung, das sagen nur diejenigen, die sich nicht auskennen. Wir reißen nicht nur Tüten auf, sondern kochen viel frisch. Früher hieß es ja auch Kantine, mittlerweile sprechen wir von Betriebsrestaurants – das zeigt schon, dass eine andere Qualität dahintersteckt, als sie es früher mitunter war. Wenn ich in einer fremden Stadt bin, würde ich oftmals vielleicht sogar lieber in einem öffentlichen Betriebs-restaurant essen gehen, statt in ein klassisches Restaurant. Denn ich weiß, welch strikte Kontrollen hinter der Arbeit in einem GV-Betrieb stecken und dass die Mitarbeiter oft sehr engagiert sind, um etwas Leckeres zu kochen. Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass in der Gemeinschaftsverpflegung viel Wert auf Schulungen des Küchenteams gelegt und je-der einzelne gefördert wird. Wenn man seinen Job gut macht, wird das auch anerkannt – in der klassischen Gastronomie, die ich kennen-gelernt habe, war das leider oft nicht so. Sie selbst haben eine solche Förderung erlebt: Nach fünf Monaten als Küchenhilfe wurden Sie zum stellvertretenden Küchenleiter befördert, weitere fünf Jahre später hat man Ihnen die Position des Betriebsküchenleiters angeboten. Was überwog dabei: Stolz oder Angst vor der Herausforderung? Teils, teils. Einerseits hat es mich stolz gemacht, zu sehen, dass es Menschen gibt, die mein Engagement für den Beruf sehen und erken-nen, mich fördern wollen und mir eine solche Aufgabe zutrauen. Andererseits fragt man sich schon, ob man der neuen Aufgabe gewachsen ist. Man möchte die Menschen, die an einen glauben, schließlich auch nicht enttäuschen und muss weiter engagiert bleiben und immer wieder Neues dazulernen. In Ihrer aktuellen Position als Betriebsküchen-leiter haben Sie nicht nur eine neue Verantwor-tung übernommen, sondern auch ein neues Team. Wie wurden Sie in diesem aufgenom-men? Natürlich musste ich mich zunächst in das Team und die Abläufe im Betrieb neu einfin-den – schließlich sind die Gäste andere, es gibt neue Herausforderungen und Lösungen, die man finden muss. Doch das Team hat mich von Anfang an akzeptiert und mir so den Start sehr leicht gemacht, mir dabei geholfen, mich im Betrieb zurechtzufinden und diesen ken-nenzulernen. Woher, glauben Sie, rührt es, dass Sie direkt auf Akzeptanz gestoßen sind? Es könnte an meiner offenen Art liegen und wie ich selbst anderen Menschen gegenüber- „Ich sehe mich als Teil des Teams: wir kochen immer gemeinsam.“ 12 GVmanager 9 /2016


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