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GVmanager_08_2016

Sarah Hercht Stv. Chefredakteurin Tricksen erlaubt Heute muss ich mich mal outen: Pommes ertränke ich in Mayo, die Sahne zum Kuchen ist mir häufig lieber als der Kuchen selbst und öfter als mir lieb ist, ersetzt eine halbe bis Dreiviertel-Tüte Chips mein Abend- essen. Und nicht erst seitdem ich in Bayern lebe, ist die/der obligatorische Spezi ein regelmäßiger Begleiter in meinem Alltag. Obwohl ich Gemüse und Obst sehr gerne mag, ist der Drang zum vermeintlich Ungesunden häufig größer. Das schlechte Ge-wissen hält für fünf Minuten an, ein ungutes Gefühl in Form eines „Fress-komas“ weicht meist aber nicht so schnell. Ich solchen Momenten sehne ich mich nach meiner Kindheit, in welcher der von Mama geschnittene Apfel ein ganz anderer war als der, der im Ganzen vor mir lag und dessen Ver-zehr sich mir als „riesiges Hindernis“ erschien. In meinem Fall hat aber die Faulheit gesiegt und der „angedrehte“, geschnittene Apfel wurde als Alter-native zu Gummibärchen und Schoki dankend angenommen. Solche „Tricks“ nehmen wahrschein-lich auch Ihre Tischgäste gerne an – auch wenn dies unbewusst geschieht und Sie diesen nicht mit erhobenem Zeigefinger und strafenden Blicken das eine oder andere Gericht, Eis zum Nachtisch oder den Softdrink zum Mittagessen missgönnen. Verbote sind hierbei auch hinfällig, denn jeder trifft jeden Tag seine eigenen Entschei-dungen bei der Menüwahl – und ein Betriebscasino oder eine Mensa ohne Pommes mit Currywurst sind wohl kaum vorstellbar. Die Wahl nach der gesünderen, aus-gewogeneren Alternative trifft sich dennoch oftmals wie von selbst. Soge-nannte Nudging-Maßnahmen sind dabei die Werkzeuge, hinter denen sich Maßnahmen verbergen, die eine unbewusste Entscheidung herbeifüh-ren. Auch der Fliegerhorst Kaufbeuren hat solch kleine Maßnahmen umge-setzt, um den Tischgästen eine gewisse Richtung vorzugeben – ohne Verbote (mehr dazu ab S. 25ff). Viel-mehr unbewusst und aus freien Stü-cken ging dadurch der Griff häufiger zum Wasser, zum Salat oder zum Obst. Ihre Gäste werden höchstwahrschein-lich einen Unterschied nach dem Verzehr des Mittagessens spüren – sowohl im Wohlbefinden als auch in der Leistung, die sie in der Arbeit, beim Lernen etc. erbringen. Egal an welchem Platz jeder einzelne Mitarbei-ter diese erbringt, diese jeweils kleine Leistung eines Einzelnen wirkt sich auf den Erfolg des Unternehmens aus. Sie als Küchenverantwortliche nehmen so z. B. mit Ihrem Speisenangebot und etwaigen Stupsern in die Richtung einer bewussteren Ernährung Anteil an der Leistung der Essensteilnehmer. Vielleicht denken Sie jetzt ja auch an Ihre Kindheit zurück, in der Ihre Eltern Sie auch mit dem Essen „aus-getrickst“ haben und greifen diese Anregungen für die Umsetzung in Ihrem GV-Betrieb auf: Auch wenn es vielleicht nur der klein geschnittene Apfel ist – eine kleine Maßnahme mit teils großer Wirkung. vom 13. bis 14. Oktober 2016 in Fürstenfeldbruck u. a. mit der Auszeichnung der „GV-Manager des Jahres 2016“ Rabatt! Abonennten des GVmanager erhalten 10 % Rabatt. www.sundf-gruppe.de Kommentar


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