Interview: Prof. Dr. Gertrud Winkler

GVmanager_08_2016

Fotos: Martin Stollberg/Bundeswehr, privat ... Prof. Dr. Gertrud Winkler, Ernährungs- und Lebensmit-telwissenschaftlerin. deshalb eines der Projektziele, die das Nudging erfüllen sollte. Be-sonders das Handling der Schäl-chen war laut Gertrud Winkler un-günstig. Ein Austausch der flachen Salatschälchen war darum eine der umgesetzten Nudging-Maßnah-men. Ersetzt wurden diese durch Schälchen mit höherem Rand, die ein einfacheres Befüllen bzw. Truppenverpflegung Küchenreinigung ✔ ✔ ✔ ✔ Cook- & Chill-Lösungen für Profi s natürlich von Stierlen Stierlen Lochfeldst Te www GmbH r. 30 • D–76437 Rastatt lefon: 0 72 22 / 90 47- 0 • Fax: 0 72 22 / 90 47- 90 .stierlen.de Dreherstraße 9 D-59425 Unna Infoline: 0 18 01 / 42 67 69 www.gansow.de | info@gansow.de Maschine im Einsatz ansehen: www.dialog-portal.info/gansow13 mit Reinigungsmaschinen aus der Premium Line Kompakt Leicht zu bedienen Gleichmäßiges Reinigungsergebnis Einfache Reinigung der Maschine Gansow – für hygienische Reinigungsergebnisse. Transportieren erlauben. „Auch das Handling des Dressings wur-de vereinfacht. Es gab zunächst Quetschbeutel, die nur mit beiden Händen verwendbar waren. Man musste das Tablett abstellen und diese Beutel mit beiden Händen greifen. Etwas, das schwierig war“, erklärt Gertrud Winkler. „Also haben wir Dressing-Behältnisse eingesetzt, die einhändig nutzbar sind.“ Beide Maßnahmen sorgten dafür, dass die Essensteilnehmer vermehrt das Salatbuffet nutzen. Die Beispiele von Nudging-Maß-nahmen zeigen, dass eine gesün-dere Ernährung keine höheren Kosten verursachen muss. Viel-mehr wird mit den bereits vorhan-denen Gegebenheiten gearbeitet. „Die Philosophie von Nudging ist, dass die Auswahl nicht beschränkt wird. Es bestimmt niemand, was es gibt und was es nicht gibt“, betont die Wissenschaftlerin. Na-türlich können Rezepturen im Rah-men der betrieblichen Gesund-heitsförderung verändert werden. Dies fand im Rahmen des Projekts in der Truppenküche allerdings nicht statt. „Es geht vielmehr da-rum, die Ernährung in die richtige Richtung zu lenken“, resümiert Gertrud Winkler. dan 3 FRAGEN AN ... Frau Prof. Dr. Winkler, Verbrau-cher konsumieren heute viel bewusster und legen Wert auf eine gesunde Ernährung. Das betrifft bestimmte, aber leider nicht alle Verbraucher-gruppen. Aus meiner Sicht reagiert die Gemeinschafts-verpflegung von Anbieterseite her bereits sehr. Sie diskutiert die großen Trends, wie Nach-haltigkeit sowie Gesundheit, und versucht, sie umzusetzen. Es ist aber klar, dass diese An-forderungen nicht von allen Verbrauchern kommen. Es gibt durchaus Gruppen, die wenig Wert darauf legen. Welche Philosophie steckt hin-ter dem Nudging-Ansatz? Nudging basiert auf der Vorstellung, dass Menschen durch entsprechen-de Gestaltung ihrer Umwelt ohne Vor-schriften dazu bewegt werden können, vorteilhafte Entschei-dungen zu treffen bzw. ihr Ver-halten zu ändern. Dabei wird die Auswahl nicht beschränkt. Es bestimmt also niemand, was es gibt und was es nicht gibt. Es geht vielmehr darum, die Ernährung bzw. die Essens-auswahl in die richtige Rich-tung zu lenken. Wer Curry-wurst oder Cola möchte, kann beides haben, aber vielleicht mit geringfügig mehr Auf-wand o. ä. Natürlich können zur Förderung einer gesünde-ren Ernährung zusätzlich auch Rezepturen verbessert werden, aber im Rahmen des Projektes in der Truppenküche fand dies nicht statt. Wie zufrieden sind Sie mit dem Projekt im Flie-gerhorst Kaufbeuren? Ich bin sehr zufrieden. Das Nud-ging hat in diesem Fall besser funk-tioniert, als erwartet. Wir haben erreicht, dass deutlich mehr Personen Salat nehmen und Wasser trinken und das auch über relativ lange Zeit. Insbe-sonders freut es mich, dass das Küchenteam die Maßnahmen auch nach Ende des Projektes aus eigenem Antrieb fortsetzt. Danke für das Gespräch! squ 8 /2016 GVmanager 27


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