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24_Stunden_Gastlichkeit_04_2016

Wiederbefüllung von Coffee to go-Bechern? Die Deutsche Umwelthilfe wie auch andere Umweltverbände und Politiker fordern, den Verbrauch der angeblich 2,8 Mrd. Coffee to go-Becher zu verringern. Vorgeschlagen wird dabei der Einsatz von wiederbefüllbaren Mehrwegbechern. Darf der Gastronom, wenn ja unter welchen Umständen, mitgebrachte Becher von Kunden befüllen lassen oder selbst befüllen? Zu beachten sind zwei Richtlinien: EG-Verord-nung 852/2004 (EG 552/2004) über Lebens-mittelhygiene und Deutsche Lebensmittelhygine- VO (LMHV). Es gelten die in den beiden Verordnun-gen festgeschriebenen allgemeinen Grundsätze für bestmögliche Minimierung gesundheitlicher Risiken beim Vertrieb von Lebensmitteln. Es gibt zwar kein ausdrückliches rechtliches Verbot, stark betont wird jedoch jeweils die Eigenverantwortung des Gastronomen. Er soll sich dabei an den soge-nannten HACCP-Grundsätzen orientieren. Das HACCP-Verfahren dient der Analyse und Ver-meidung möglicher Hygienegefahren. Es sieht vorbeugende Maßnahmen zur Feststellung und zur Minimierung kritischer Punkte vor. Mit Blick auf die individuelle Situation vor Ort kom-men Lebensmittelkontrolleure zu unterschiedlichen Einschätzungen bezüglich der Abfüllung privat mitgebrachter Mehrwegbecher und damit verbun-denen hygienischen Risiken. Dabei geht es jedoch um die Ausgestaltung der Wiederbefüllungspra-xis. Verbote werden nicht ausgesprochen. Der „schwarze Peter“ bleibt also beim Gastronomen. Lässt sich das Wiederbefüllen von mitgebrachten Mehrwegbechern im Einzelfall auf Nachfragedruck nicht vermeiden, sollten folgende Empfehlungen beachtet werden: 1 Lassen Sie sich von der für Sie zuständigen Behörde für Lebensmittelsicherheit beraten. 2 Sorgen Sie für eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Abstellfläche für den mitgebrachten Becher. 3 Befüllen Sie nur leere Becher. 4 Desinfizieren Sie bei möglichen Verschmut-zungen mitgebrachte Becher mit heißem Wasser, heißem Dampf und dem Einsatz eines geeigneten Reinigungsmittels. 5 Wenn Sie Mehrwegbecher verkaufen (und damit zur wiederholten privaten Nutzung in ihrem Geschäft anregen wollen), bieten sie vorzugsweise Becher aus Materialien mit glatten, leicht zu reini-genden Oberflächen an (z. B. Edelstahl, Porzellan). 6 Stellen Sie die Kaffeemaschine so ein, dass der Becher den Abfüllstutzen nicht berührt. Berühren Sie damit keine anderen Kannen. 7 Überprüfen Sie mitgebrachte Becher visuell auf Sauberkeit und Fremdkörper. Deckel müssen vom Kunden abgenommen und aufbewahrt werden. 8 Die Abstellfläche sollte idealerweise außer-halb des Hygienebereichs liegen. Möglich ist ein Abstellen des Bechers auf dem Thekenaufsatz des Verkaufstresens oder im Selbstbedienungsbereich. 9 Für den Fall, dass das Befüllen des Bechers hinter der Theke nicht gestattet sein sollte, bietet sich die Nutzung eines eigenen Umfüllgefäßes an, das nach der Nutzung gereinigt werden muss, z. B. durch einen Spülschwamm oder eine Spülbürste. 10 Eine Abfüllung mittels Becherhalter für mitgebrachte Becher erleichtert eine hygienische Abfüllung, da kein direkter Becherkontakt erfolgt. 11 Sie sollten sich nach dem Befüllen mitgebrach-ter Becher die Hände waschen oder beim Befüllen Handschuhe tragen. 12 Die hygienisch einwandfreie Befüllung privat mitgebrachter Mehrwegbecher muss Bestandteil regelmäßiger Personalschulungen sein. 13 Dokumentieren Sie Ihre Arbeitsabläufe bei der Befüllung privat mitgebrachter Mehrwegbe-cher als Nachweis des hygienisch einwandfreien Umgangs gegenüber den zuständigen Behörden. Jürgen Kasper BVI Foto: Colourbox Ja, ich unterstütze die Arbeit und Initiativen des BVI und möchte nähere Informationen. Ich bin an weiteren Informationen über den BVI interessiert. BVI Bundesverband Schnellgastronomie und Imbissbetriebe e. V. Klettenberggürtel 51 50939 Köln Name, Vorname Betrieb Straße/ Nr. PLZ Ort Tel./ Fax Ort, Datum 7Unterschrift Einsenden an oder per Fax: (0221) 46 58 82 E-Mail: bvi-imbiss@gmx.de www.bvi-schnellgastronomie.de


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