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24_Stunden_Gastlichkeit_04_2016

Waldsee und wird prächtig angenommen, von Einheimischen gleichermaßen wie von Ausflüg-lern, Kurgästen und Touristen. Kein Wunder, denn man könnte die Waldwirt-schaft beinahe als Erlebnisgastronomie bezeich-nen. Das Gasthaus mit der bajuwarisch-rustikalen Stube bietet rund 120, der Stadel nebenan 200 Plätze. Im Biergarten finden weitere 200 Gäste ein gemütliches Fleckerl, der Festsaal im Oberge-schoss fasst Gesellschaften mit bis zu 100 Gästen. Wenn das Hofgut so richtig „brummt“, sind mehr als 25 Mitarbeiter im Einsatz. Da ist es kaum zu glauben, dass die Hauptakteure dieser Erfolgs-geschichte keine gelernten Gastronomen sind. Denn Vater und Sohn Eberle sind eigentlich mit ihrem Frischbeton-Unternehmen in Meckenbeu-ren ordentlich ausgelastet. Alkoholfreies im Trend Ihre Gastro-Leidenschaft leben sie dennoch aus und sorgen dafür, dass an den Schaltstellen des Hofguts die richtigen Profis agieren: Eine routi-nierte Restaurantfachfrau, die den Betrieb organi-siert, und ein passionierter Koch, der als Küchen-leiter agiert, sind die Säulen des Teams. Zwei nachmittägliche Gäste, die Daniel Eberle per du und mit Handschlag begrüßt, trinken zu ihrem späten Mittagessen Andechser Weizen Alkoholfrei, das es erst seit Frühjahr 2016 im Sor-timent von Kloster Andechs gibt. Ein Bier, auf das die Waldwirtschaft beinahe sehnsüchtig gewartet hat, denn: „Der Trend geht ganz klar in diese Richtung; alkoholfreies Bier wird bei uns immer mehr und immer wichtiger.“ „Das neue Bier“, bescheinigt Daniel Eberle den oberbayerischen Braumeistern, „haben sie gut hinbekommen, das kannst du trinken wie ein normales Weißbier.“ Der Nebenerwerbs-Gastronom weiß, wovon er spricht, schenkt er doch schon seit dem Elchen-reute- Start 1999 Andechser Biere aus. Was sicher ein wenig damit zu tun hat, dass der berühmte Ex-Prior von Andechs, Pater Anselm Bilgri, damals die Kapelle persönlich eingeweiht hat. „Und bayerisches Bier passt einfach in eine bayerische Wirtschaft“, erklärt Daniel Eberle. Küche ist jetzt offen Es ist nicht besonders viel los an so einem norma-len Freitagnachmittag und das ficht der Betreiber auch gar nicht an: „Bei uns läuft das Geschäft hauptsächlich abends und am Wochenende, also eher punktuell”, erklärt er. Eine Tatsache, die den bisherigen À-la-carte-Betrieb immer wieder vor schwere Herausforderungen stellte. Deshalb haben die Geschäftsführer und ihr Team den Küchenbetrieb Anfang 2016 fundamental umge-stellt. Täglich (außer am Ruhetag Dienstag) gibt es jetzt unter dem Titel „Elchi‘s offene Küche“ kulinarische Themenabende, z. B. am Montag eine Burgernacht, am Mittwoch „Tolle Knolle“ und am Samstag „König Ludwig“-Schmankerl. Auch der Smoker wird immer öfter angeheizt, um Gäste zu stimmungsvollen BBQ-Abenden zu locken. Bislang hat Daniel Eberle mit dem neuen Konzept nur gute Erfahrungen gemacht. So gute, dass die Küche peu-à-peu zum für die Gäste erlebbaren Frontcooking- Bereich umgebaut werden soll. Nicht die einzigen Pläne, die die Betreiber haben. Den Stadel wollen sie zur Eventlocation ausbau-en und ein Hotelkonzept für 99 Gästebetten auf dem Hofgut haben sie kürzlich auch genehmigt bekommen. chb www.elchenreute.de KONZEPT HOFGUT ELCHENREUTE – BAD WALDSEE Ausflugsgaststätte mit bayerischem Erscheinungsbild in Oberschwaben; rustikale Gaststube, Stadel, Festsaal und Biergarten sowie offener Küche und Bier von Kloster Andechs. l Betreiber: Hubert und Daniel Eberle l Mitarbeiter: bis zu 25 l Plätze: 120 (Gaststube), 200 (Stadel), 100 (Festsaal), 200 (Biergarten) ERFOLGSFAKTOREN ➙➙ Bayerische Gemütlichkeit ➙➙ Gästestruktur von lokal bis überregional ➙➙ Routinierte Könner an den Schaltstellen ➙➙ Innovationslust ➙➙ Leidenschaftliche Betreiber Fotos: Hofgut Elchenreute


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