Nämberch kulinarisch

24_Stunden_Gastlichkeit_03_2016

Nämberch kulinarisch Wenige Städte werden so mit Essen assoziiert wie Nürnberg – Bratwürste und Lebkuchen sind Aushängeschilder der Stadt. Gerade hier probieren viele Besucher typische Spezialitäten. Doch wer nur die Klassiker speist, verpasst viel. Denn das Essen in der Frankenmetro-pole ist außergewöhnlich spannend und vielfältig, und die Köche kön-nen nicht nur traditionell, fleischlas-tig und deftig, sondern auch trendy, mit Gemüse und sehr fein kochen. Diverse kulinarische Rundgänge führen durch die neue Gastro-Viel-falt. Natürlich durch die Altstadt oder das gutbürgerlich-gemütliche MARKENSCHAUFENSTER Lieblings Kren PACOJET 2 SWISS EDITION WHEN COOKING BECAME SWISS.TM LIMITED www.pacojet.de St. Johannis, aber auch durch das einst schmuddelige Gostenhof. Zum Einstieg lädt der lauschige Brauerei- Biergarten der Schanzenbräu, dann könnte man mit einem hervorragen-den Burger bei Hempel’s den Hun-ger eindämmen und mit kreativer Feinkost in der offenen Küche des ess.brand die Geschmacksnerven verwöhnen. Zur Verdauung bietet sich ein Espresso in der preisgekrön-ten Rösterei Machhörndl an. Auch die gehobene Küche wird ak-tuell von den wichtigsten Gastro- Führern ausgezeichnet. Der Guide Michelin vergibt zwei Sterne an das Essigbrätlein, dessen Betreiber An-dree Köthe 2012 Koch des Jahres im Gault Millau war und ein Stern an Aumer’s La Vie. Das Wonka und Diana Burkels Würzhaus wertet der Gault Millau mit 16 Punkten. Andree Köthe und Partner Yves Ollech entlocken im Essigbrätlein dem Grünzeug allerfeinste Aro-men. Ihr größter Fan sitzt im na-hen Rathaus. Als letzten Monat das niederländische Königspaar Nürn-berg besuchte, empfing sie OB Uli Maly stolz mit einem Essen Köthes und Ollechs. Uli Maly kocht auch zu Hause nach deren Rezepten. Er meint, „für ein Gemüse gibt es kei-nen besseren Platz als die Küche des Essigbrätlein“. Viele Köche eint inzwischen das Bestreben um Nachhal-tigkeit, von Foodtruck bis Gourmetküche. Sie ver-wenden möglichst viele saisonale und regiona-le Zutaten und auch möglichst alle Teile eines Tieres oder – wie im Essigbrätlein perfek-tioniert – einer Pflanze. Die Grundlage dafür sind meist kleinere, schonend produzie-rende Bauernhöfe im Umland, dem Knoblauchsland. Bei Stefan Rottner kommt das Ge-müse sogar aus eigenem Anbau. Der Dehoga-Kreisvorsitzende bietet den Gästen seines Romantik Hotel Gasthaus Rottner Kulinarik-Pakete mit Essen im Essigbrätlein und Thai- Restaurant-Etage, sowie natürlich den regionalen Spezialitäten der ei-genen Küche. Gerade die Gourmet- Köche schätzen sich gegenseitig, Konkurrenzdenken ist ihnen fremd. Andree Köthe freut sich, „dass da was gewachsen ist“, und sieht jeden neuen Koch, der statt Convenience frisch, mit Leidenschaft und eigener Handschrift kocht, als Bereicherung, nicht Konkurrenz. Hohes Qualitätsbewusstsein Auch die Tourismus-Zentrale ist auf den Geschmack der neuen Küchen-vielfalt gekommen. Sie hat die Kuli-narik zum Jahresthema erkoren. Und wirbt dabei erstmals für die ganze Bandbreite der lokalen Szene. Anlass sind 500 Jahre Bier-Reinheitsgebot. Das tranken die Nürnberger schon lange vor „Craft Beer“, dem Gers-tensaft von Mikro-Brauereien. Die Bier-Vielfalt der Region lässt sich am schönsten vor dem „Wanderer“ auf dem Dürerplatz genießen, der wechselnde mittelfränkische Biere zapft. Ums Eck im Altstadthof wird neben Rauchbier auch der offiziell beste deutsche Whiskey gebraut. National gilt Nürnberg dank des umtriebigen Klaus Peter Wünsch mit seinem eigenen Truck „Goud“ auch als Mekka der Streetfood-Szene. Deutsches Fast Food gab’s hier schon Jahrhunderte vor dem neu-en Trend: „Dra in am Weggla“ (drei Bratwürste im Brötchen). Ihr Lieb-lingsessen nahmen die Nürnberger ernst: Eine Verordnung legte vor 700 Jahren ihre Produktion fest (nur aus den besten Fleischstücken) und war die erste kommunale lebensmit-telrechtliche Bestimmung der Welt. Andree Köthe und Yves Ollesch ba-cken sogar selber Lebkuchen – mit dem gewohnten Aromengespür. „Was ich an unserer aktuellen Koch-szene, egal ob in Foodtrucks, bei Bratwurst-, Burger- oder Gourmet- Restaurant, schätze, ist das Quali-tätsbewusstsein der Köche“, erklärt Stefan Rottner. Florian Maaß branchenblick 8 24 Stunden Gastlichkeit 3/2016 Foto: Steffen Oliver Riese


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