Tee-Shock

24_Stunden_Gastlichkeit_03_2016

Tee-Schock Der Trend Homemade wird immer wichti-ger“, erklärt Patrick Ulmer, Mitbegründer des Teeunternehmens 5 Cups and some sugar. „Keine Bar und kein Restaurant kommt an dieser Art der Differenzierung vorbei. Immer-hin bekommt der Gast so einen Anreiz für einen weiteren Besuch.“ Ähnliche Erfahrung machte auch Susanne Albrecht von Eilles aus dem Hause J.J. Darboven: „Die Eistee-Nachfrage steigt sprunghaft an, sobald die Temperaturen über 15°C liegen und die Sonne scheint. Gefragt sind dann aber zuckerreduzierte Produkte, die aus frisch gebrühtem Tee hergestellt werden.“ Doch wie wird aus der Tee-Basis eine kühle und schmackhafte Erfrischung? Grundsätzlich gilt: Jeder Tee, egal ob Grün-, Schwarz-, Früchte- oder Kräuter-, eignet sich für die Herstellung von Eistee. Patrick Ulmer verrät: „Wer seinen Tee über Nacht im Kühlschrank stehen lässt, verschenkt nicht nur Frische und Geschmack, sondern macht sich auch noch viel zu viel Arbeit. Eistee herzustellen dauert nur wenige Minuten.“ Es geht natürlich auch an-ders. Trotzdem: Patrick Ulmer empfiehlt für das Grundrezept ein Teekonzentrat, bei dem der ge-wünschte Tee doppelt bis dreifach stark in einer Kanne oder einer French Press aufgebrüht wird. Wichtig: die Ziehzeiten nicht überschreiten. Je nach Kühl- und Lagermöglichkeit kann das fertige Konzentrat dann sogar zwei Tage aufbewahrt werden. Anschließend wird es kalt: Die Gläser mit Eiswürfeln – möglichst große, doppelt gefrostete, die schmelzen langsamer – befüllen und den noch heißen Tee darüber geben. Durch dieses „Scho-cken“ verliert der Tee keine Aromen. Benjamin Krapp, Head of Marketing bei Market Grounds, rät aber: „Benutzen Sie nicht mehr Eiswürfel als nötig, maximal eine Menge, die 200 ml Wasser entspricht, sonst verwässert der Tee zu stark.“ Er kennt die Vorteile des Eistee-Konzepts: „Es ist die unkomplizierte und kostengünstige Zubereitung, die auch bei größeren Mengen gegeben ist, wenn ich z. B. die Eistee-Maschine Ice Tea Brewer von Bunn nutze, die 5 und sogar 10 l auf einmal zu-bereiten kann.“ Diese ist auch bei Althaus für das „Iced Tea“-Konzept im Einsatz: Aus losem Tee brüht die Maschine in kürzester Zeit bis zu 45 Por-tionen frischen Eistee auf. Zum Schluss verfeinert ein Schluck Saft oder Sirup das Getränk. Nach dem Zubereiten wird der Eis-tee mit Obst, Kräutern und Strohhalm dekoriert. „Bei der Präsentation sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ein schönes Cocktailglas, frische Früchte – schon hat der Barmann das Getränk ohne viel Aufwand und großen Materialeinsatz in Szene gesetzt“, weiß Rudolf Krapf, Dallmayr- Tee-Experte. Minimaler Aufwand Wem selbst das noch zu viel Aufwand ist, der greift auf Teebeutel und kaltes Wasser zurück. Mit der Tee Cool Collection bietet z. B. Eilles kalt aufgießbare Pyramidenbeutel in den Sorten Cool Black + White, Cool Green Refresh, Cool African Breeze und Cool Ruby Red. Für den Eistee werden die Beutel mit 10 bis 15°C kaltem Leitungswas-ser aufgegossen. Eine weitere Variante aus dem Unternehmen: Cool & Tea. Frisch aufgebrühter Tee, Agavendicksaft, Frucht, Gewürze, Kräuter und Molke, abgefüllt in handlichen PET-Flaschen. Für die Sorten Grüner Tee mit Ingwer-Quitte, Schwarzer Tee mit Mango-Granatapfel, Kräuter mit Mate, Minze, Rooibos und Zitronenverbene, Früchte mit Himbeere-Erdbeere verwendet das Unternehmen hochwertige Teesorten und aus-schließlich natürliche Zutaten. Eine ähnlich einfache Lösung stellt Teekanne für Gastronomen bereit: „frio“, in den Sorten Him-beere- Zitrone, Erdbeere-Orange, Limette-Minze und Pfirsich-Maracuja, wird dank speziell aufbe-reiteter Zutaten ebenfalls mit kaltem Leitungs-wasser zubereitet. Selbstläufer Der Tee ist fertig, jetzt muss er nur noch verkauft werden. „Dank Wellnesstrend und wachsendem Gesundheitsbewusstsein erfreut sich Tee neuer Beliebtheit und ist in der Gastronomie ein ech-ter Umsatzbringer“, erklärt Rudolf Krapf von Dallmayr. Der gleichen Meinung ist Jutta Tarlan aus dem Teehaus Ronnefeldt: „Die Resonanz der Gäste ist durchweg positiv. Das Eistee-Konzept zeigt Tee von einer anderen Seite.“ Klingt, als ver-kaufe sich der Eistee wie von selbst. Nicht ganz. Die beste Motivation für einen erfolgreichen Ver-kauf: heiße Temperaturen und überzeugende, gut geschulte Mitarbeiter. „Spezielle Vorkennt-nisse sind zwar nicht nötig, aber eine Schulung ist wichtig, damit der Eistee gut schmeckt und es bei einer Nachbestellung keine geschmacklichen Abweichungen gibt“, erklärt die Tee-Expertin. jel Nur im Winter ein heißer Umsatzbringer? Keineswegs. An heißen Sommertagen dient eisgekühlter Tee, frisch und selbstgemacht, als Erfrischung. Einfache Rezepte für erfrischende Eistee-Varianten gibt es unter: www.gastroinfoportal.de/rezepte 30 24 Stunden Gastlichkeit 3/2016 Foto: 5 Cups and some sugar


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