Page 45

GVmanager_05_2016

in der Wartezeit keine Langweile aufkommen. „Auch unsere Küche wollten wir nicht wie ein Muse-um präsentieren, sondern zum Mitmachen einladen“, berichtet Nina Kirch. Um die Hygienevor-schriften zu wahren, mussten die Gemüseschnitt-Arbeiten für die Mini-Burger allerdings in einen benachbarten Raum verlegt wer-den. Die schönste Anerkennung für den interessanten Tag kam von einer Mutter: „Jetzt habe ich ein gutes Gefühl, da ich weiß, was mein Kind täglich isst.“ Auch die Lehmanns Gastrono-mie GmbH in Bonn-Dransdorf hat sich maximale Transparenz auf die Fahne geschrieben. „Er-wachsene können entscheiden, ob sie in ihrem Betriebsrestaurant essen möchten oder lieber wo-anders. Kinder haben diese Ein-flussmöglichkeit nicht“, erläutert Geschäftsführer Stefan Lehmann. „Umso wichtiger ist es, dass sie und ihre Eltern Vertrauen in unse-re Speisenqualität setzen.“ Wie es in der Bonner Großküche zugeht, die 100 Kitas und Schulen im Um-kreis verpflegt, zeigt eine Online- Präsentation auf der Unterneh-menshomepage. Darüber hinaus öffnet der Caterer interessierten Besuchern öfter mal die Tür. Zu-letzt im großen Stil beim Tag der offenen Tür, der 2015 anlässlich des zehnjährigen Unternehmens-jubiläums stattfand und zu dem rund 700 Besucher kamen. Auch hier ruhte die normale Tagespro-duktion. Die ruhige Zeit der Som-merferien kam der Großküche dabei zugute. Lohnenswerter Aufwand Schon Wochen zuvor wurde Werbung für das Großereignis gemacht und eigens ein Festaus-schuss gegründet, der ein attrakti-ves Rahmenprogramm auf die Bei-ne stellte: „Wir riefen einen Wett-bewerb aus, bei dem Kinder ihr Lieblingsessen malen oder gestal-ten sollten, hatten eine Hüpfburg und sogar ein Zirkuszelt mit Vor-stellungen arrangiert“, berichtet Stefan Lehmann. Vorträge über Er-nährungsthemen sowie interaktive Food-Stände rundeten das Pro-gramm ab, bevor es an die Preis-verleihung ging. Siegerbeitrag des Wettbewerbs: Ein „Spaghetti“- Lieblingsgericht aus gelber Wolle und Pappmaché. Kinder und Erwachsene staunten über die 500-l-Kessel und die beeindru-ckende Technik einer Großküche. „Man kann an einem solchen Tag viel Unwissenheit und Vorurteile beiseite wischen“, bekräftigt der Geschäftsführer. „In der Küche können wir am besten aufklären, was hinter Begriffen wie Cook & Chill und Thermoporten steckt.“ Für den Dienstleister hat sich der Aufwand gelohnt: „Der Tag der offenen Tür ist ein wichtiges Ins-trument zur Kundenbindung und -gewinnung. Darüber hinaus ist es aber auch bedeutend für die Moti-vation unserer Mitarbeiter.“ Denn die waren ganz besonders stolz auf ihre Arbeit und ihren Betrieb. Marketing-Tipp Dass am nächsten Tag die Küche von Grund auf akribisch gerei-nigt werden musste, war da nur ein kleiner Wermutstropfen, der gerne in Kauf genommen wurde. Cornelia Liederbach 2 FRAGEN AN ... ...Dirk Rottmüller, Inhaber des Beratungsunterneh-mens GastRo Consulting Herr Rottmüller, welche versi-cherungsrechtlichen Vorgaben gelten für einen Tag der offe-nen Tür? Die Vorgaben sind je nach Versicherung unterschiedlich. In besonderen Fällen kann sie einer Großküche die Veranstal-tung sogar vertraglich untersa-gen. Ratsam ist es, den Tag der offenen Tür bei der zuständi-gen Berufsgenossenschaft und bei der Versicherung, bei dem der jeweilige Betrieb z. B. seine Betriebshaftpflicht-Versiche-rung hat, anzumelden. Infor-miert werden sollte auch das Amt für Hygieneschutz. Trifft der Küchenbetreiber zudem noch entsprechende Vorkeh-rungen, so wird der mögliche Unfall eines Besuchers nicht den Weltuntergang bedeuten. Was raten Sie, um Scherereien im Falle eines Besucherunfalls zu vermeiden? Mein Tipp: Vorab von seinen Be-suchern einen HACCP-Küchen-guide unterschreiben lassen, der darüber informiert, was beim Betreten der Küche zu beachten ist. Da sollten Hin-weise auf Kopfbedeckung, festes Schuhwerk, keine Vor-erkrankungen oder akute Er-krankungen des Besuchers, kein Schmuck etc. vermerkt sein. Im Falle eines Unfalls kann man dem Betreiber dann nicht unterstellen, dass er grob fahr-lässig mit seinen Besuchern umgegangen ist. Dies gilt auch für Unfälle mit Kindern, die mit einem Messer falsch hantiert haben. Schließlich wurden die Eltern zuvor explizit auf mög- liche Gefahren hingewiesen und haben dies quittiert. Vielen Dank für das Gespräch! Cornelia Liederbach Seit 13.12.2014 muss laut der EU-Verordnung Nr. 1169/2011 bei allen losen Produkten und Gerichten, die zum sofortigen Verzehr angeboten werden, über die enthaltenen Allergene informiert werden. Unser Handbuch „Achtung Allergene“ klärt auf!  Fachinformationen Wie gelingt eine übersichtliche Allergenkennzeichnung? Wie sieht ein allumfassendes Allergenmanagement im Betrieb aus? Welche Chancen bietet die neue Lebensmittelinformationsverordnung?  Checklisten  Tipps Umfangreiches Adressenverzeichnis: Welche Unternehmen bieten Unterstützung? Wer liefert was?  Die wichtigsten Unternehmen auf einen Blick E-Paper: 16 €, Printausgabe: 18 € (inkl. MwSt) B&L MedienGesellschaft mbH & Co. KG  Ridlerstr. 37  80339 München  muc@blmedien.de  www.gastroinfoportal.de Fotos: © Coloures-Pic - Fotolia.com; © Les Cunliffe - Fotolia.com


GVmanager_05_2016
To see the actual publication please follow the link above