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GVmanager_05_2016

Wer kennt das nicht? Ein Hungerloch. Nach einem langen, anstrengenden Tag knurrt der Magen laut. Und so gibt es keinen Zweifel mehr: Verspeist werden muss ein riesiger Berg der Leibspeise. Das Verlangen ist groß und so landet eben dieser Berg auf dem Teller. Viel-leicht folgt auch noch ein zweiter in Form eines Nachschlags. Doch wie so oft waren die Augen mal wieder größer als der eigent-liche Hunger – und so bleibt bei dem einen oder anderen ein Rest auf dem Teller – im Privathaushalt oftmals kein Problem, können die Überbleibsel doch auch am nächsten Tag noch ver-zehrt werden. Im Außer-Haus-Markt zeigt sich aber ein anderes Bild: Bleibt nicht nur bei einer Person ein Rest übrig, so entsteht nach den Bergen auf den Tellern – in Summe – ein großer Berg an Resten, die in den Müll wandern. Egal, ob im Privathaushalt oder in der Außer-Haus-Verpflegung, dass jährlich eine Menge an Lebensmit-telabfällen in der Tonne landen, die „die-sem Schicksal“ hätten auch entgehen können – darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Maßnahmen gegen unnötige Lebens-mittelverschwendung in GV-Betrie-ben gibt es zahlreiche. Und dass diese Früchte tragen, zeigt sich bei den Betrie-ben in Zahlen. Immer wieder wird dabei auch der Fokus auf die Tischgäste selbst gerichtet – die gerade im Free Flow- System eigenständig über ihre Portions-größen entscheiden und somit aktiv zu einer geringeren Menge an Lebensmittel-resten beitragen können, indem sie die Teller nicht zu voll beladen. Sensibilisie-rung lautet auch hier das Stichwort. Eine Sensibilisierung der ganz besonde-ren Art zeigt sich momentan in der Uni- Mensa des Studierendenwerks Freiburg. Wie Spiegel Online berichtete (vgl. S. 43), ist eine Gruppe von Studierenden selbst aktiv geworden. Denn: Das, was auf den Tellern ihrer Kommilitonen übrig bleibt und schon auf dem Weg zurück in die Küche ist – zur Speiseresteentsorgung, landet in ihren Mägen. Sie zeigen sich damit klar als Gegner der Wegwerf-gesellschaft. Ökologisch gesehen ist das unbestritten positiv zu sehen, denn mit ihrem Verhalten minimiert die Gruppe an Studierenden die Restmenge. Lebensmittelreste so gering zu halten wie möglich, sollte für einen jeden GV-Betrieb ein erklärtes Ziel sein – immerhin wirkt sich das auch auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes aus. Natürlich gibt es Reste, die nicht ver-meidbar sind – keine Frage. Aber auch wenn Reste entstehen, kann diesen noch etwas Positives abgewonnen werden. Denn diese können durch die Überfüh-rung in eine Biogasanlage noch energe-tisch genutzt werden – so wie es z. B. bei Gourmetplan in Bergisch-Gladbach der Fall ist (vgl. S. 38f). In der Mittagspause sorgt so nicht nur die Speise auf dem Teller für die nötige Ener-gie am Nachmittag, sondern auch der Lebensmittelrest hat dadurch einen posi-tiven Nutzen, da er dadurch in wertvolle Energie umgewandelt wird. Sarah Hercht Stv. Chefredakteurin Verlorene Energie? Wer wird GV-Manager des Jahres 2016? 13. Oktober vormerken! Nominieren Sie Ihren Favoriten: www.gastroinfoportal.de/GVM


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