Jetzt mal ehrlich: Frank Weingarten

GVmanager_04_2016

Foto: privat Jetzt mal ehrlich! ... Frank Weingarten Herr Weingarten, wie kam es dazu, dass Sie sich auf „passierte Kost mal anders“ spezialisiert haben? Als ich hier vor zwölf Jahren angefangen habe, fand passierte Kost praktisch nicht statt. Etwa zwei, drei Jahre nach meinem Start habe ich aber erst angefangen, mit passierter Kost herumzuprobieren. Das Schwierigste war da-bei tatsächlich, die Mitarbeiter abzuholen und sie dafür zu begeistern. Alles in allem hat es ein Jahr gedauert, die Gerichte zu entwickeln und Routine in die Abläufe zu bekommen. Meine Mitarbeiter schicke ich deshalb in regelmäßi-gen Abständen auf Lehrgänge – einfach um Erfahrungen zu sammeln, aber auch um neue Ideen entwickeln zu können. Mal ehrlich, schmecken Ihnen die passier-ten Gerichte, die Sie zubereiten? Absolut schmeckt mir das. Es ist ja eigentlich auch kaum ein Unterschied, außer, dass es weich ist. Das Original kann man aber nie zu 100 % wiedergeben: es ist immer etwas an-deres als das passierte Gegenstück. So kleine Favoriten im Speiseplan hat man dann aber doch: Besonders gut schmecken mir unsere Grillsteaks oder die Bratwurst. Wie schätzen Sie das Image der heutigen Gemeinschaftsverpflegung ein? Ein wichtiger Punkt ist der fortwährende Preis-kampf unter den GV-Küchen selber. Denn dieser beeinflusst das Image in meinen Augen immens. Ich kenne Küchenleiter, die unterbie-ten sich gegenseitig im Einkauf – das ist eine Katastrophe. In solchen Fällen sehe ich das Image der GV schon den Bach runter gehen. Zum Glück gibt es natürlich auch Kollegen, die sich Gedanken machen und Ideen umsetzen. Ich habe das Glück, dass ich auch mal 1 € im Einkauf mehr ausgeben kann und experimen-tieren Frank Weingarten, Hauswirtschaftsleiter im Alten- und Pflegeheim Haus Tannenberg in Heimborn, ist auf den Geschmack von passierter Kost gekommen. darf. Ich muss mich diesem Preiskampf nicht ergeben. Wie tanken Sie Kraft für die Arbeitswoche? Ich bin wirklich motiviert, mir Gedanken zu machen, was man noch verbessern kann. Wenn das Ergebnis dann am Ende auch noch passt und der Bewohner zufrieden ist bzw. lacht, dann gibt mir das eine Menge Kraft. An-sonsten Füße hoch und Fußball gucken. Wem möchten Sie gerne einmal Ihre Mei-nung sagen? Der Industrie würde ich manchmal schon ger-ne meine Meinung sagen, wenn ich sehe, was sie alles an Lebensmitteln auf den Markt bringt und nicht in der Lage ist, auf den Zug der pas-sierten Kost aufzuspringen. Das, was wir hier machen, würde theoretisch auf einer TK-Basis funktionieren. Wenn die Industrie in diesem Bereich tätig würde, könnten wir wahrschein-lich eine Speisekarte mit vier bis fünf Gerichten schreiben. Das wäre optimal für jedes Haus, auch wenn eine Küche mal unterbesetzt oder ungeschultes Personal für die Zubereitung ver-antwortlich wäre. Ich wünsche mir daher mehr Unterstützung seitens der Industrie. Vielen Dank für das Gespräch! dan STECKBRIEF Alter: 51 Jahre Funktion: Hauswirtschaftsleitung, Schwerpunkt Küche Werdegang: Gelernter Küchenmeister, Koch und Konditor Essenszahl: 80 (2 Gerichte zur Auswahl) Mitarbeiterzahl: 11 (Küche und Speise-saal), davon 2 gelernte Köche Airflow – unser System-porzellan hat den Bogen raus. Weich geschwungene Innenflachen Stapelbar mit vorhandenen Bauscher Artikeln Optimal greifbar durch bogenformige Griffmulden Markante Formgebung mit funktionalem Aspekt Besserer Luftaustausch im gestapelten Zustand


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