Manager im Gespräch - Ralf Angermaier, WWK-Versicherung,München: „Qualität gibt’s nur mit gutem Personal“

GVmanager_04_2016

Foto: privat Manager im Gespräch „Qualität gibt’s nur mit gutem Personal“ Ralf Angermaier setzt nicht nur am Herd auf ausgebildete Fachkräfte wie Fleischer oder Hauswirtschafterinnen. Dies tut er aus gutem Grund. Doch die Suche gestaltet sich schwierig. Ralf Angermaier hat sein Kochhandwerk im Hotel Arabella in München gelernt. Nach einer Station im Hotel Sheraton wechselte er in die Gemeinschaftsverpflegung. Seit fast 30 Jahren ist er bei der WWK-Versiche-rungsgruppe. Dort arbeitete er sich vom Koch bis zum Küchenleiter hoch und bildete sich pa-rallel zum Küchenbetriebswirt weiter. Die Be-triebsgastronomie in der WWK ist inzwischen in einer eigenen Abteilung organisiert, die un-ter der Leitung von Marc P. Westphal steht und 26 Mitarbeiter hat. Mit insgesamt 13 von ih-nen, darunter drei qualifizierte Köche, produ-ziert Ralf Angermaier täglich 750 bis 800 Essen für das Casino sowie zehn bis 200 Mahlzeiten für interne Veranstaltungen und ein externes Sportzentrum, welches das Unternehmen für seine Beschäftigten betreibt. Zur ökologisch orientierten Ausrichtung ge-hört es u. a., mit energiesparenden Geräten an der Energieeffizienz des Verpflegungsbetriebs zu arbeiten. Viel Wert legt Ralf Angermaier auf die Qualifikation der wertvollsten Ressource seines Verpflegungsbetriebs: Seine Mitarbeiter besuchen regelmäßig Seminare und nehmen an Teambesprechungen teil. Ohne gute Mitar-beiter gibt es keine gute Verpflegungsqualität – das ist die Devise des Küchenleiters. Herr Angermaier, Sie sind 50 Jahre alt und mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit fast ein Urge-stein der WWK-Lebensversicherung. Was macht Spaß an dieser Arbeit? Ich liebe die Abwechslung, die mir mein Beruf bietet. Täglich bin ich mit neuen Herausforde-rungen konfrontiert, habe sowohl in der Groß-küche als auch im Vorstandsbereich zu tun. Ich mag den Kontakt zu den Gästen und den Umgang mit frischen und regionalen Lebens-mitteln. Freude macht auch mein Mitarbeiter-team, das sehr bunt ist. Von Tirol bis Togo sind viele Nationalitäten dabei. Und wo sind die Schattenseiten? Sorge bereitet mir, dass es immer schwieriger wird, geeignetes Personal zu finden. Ihr Verpflegungsbetrieb punktet mit familien-freundlichen Arbeitszeiten sowie vergleichswei-se gutem Verdienst. Im Wettbewerb um Köche müssten Sie doch die Nase vorn haben? Mit einer großen Stellenanzeige und via In-ternet haben wir gerade erst einen neuen Jungkoch gesucht. Über 40 Bewerbungen bekamen wir. Bei näherem Hinsehen schie-den jedoch die meisten aus. Sie waren ent-weder überqualifiziert oder erfüllten nicht unsere Mindestanforderungen. Fünf luden wir letztlich zum Gespräch ein, einer kam gar nicht und zwei Bewerber brachten keine EDV-Kenntnisse mit. Es blieb also einer übrig, in den wir nun unsere Hoffnungen setzen. Ein Jungkoch, der nicht mit dem Computer um-gehen kann? Gibt es das noch im Zeitalter von Social Media? Das habe ich mich auch gefragt! Vielen Bewer-bern mangelt es an EDV-Kenntnissen, ohne die es in einem modernen Küchenbetrieb aber nicht mehr geht. Doch es fehlt auch an Basiswissen. Die Grundlagen, die heute in der Ausbildung vermittelt werden, sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Viele können keinen Blätterteig mehr fertigen und wissen nicht, wie eine Sauce Hollandaise gemacht wird. In den Küchenbetrieben arbeiten heute nur noch halb so viele Köche wie noch zu meiner Lehrzeit. Die traditionellen Fertigkeiten bleiben auf der Strecke. 12 GVmanager 4 /2016


GVmanager_04_2016
To see the actual publication please follow the link above