CRAFT BEER - Brauers Liebling

TRINKtime_02_2016

Carsten Pirnke arbeitet als Informatiker und trinkt gerne Bier. Die „normalen“ Biere schmecken ihm zu eintönig, daher begann er, selbst Bier zu brauen. Die ersten Versuche scheiterten, bis er einen Mitarbeiter eines kleinen Brauereibetriebs um Rat fragte. Der erklär-te ihm, dass er mit warmem Wasser und nicht mit kaltem das geschrotete Malz einmaischen und die Ruhezeiten strikt ein-halten müsse. Seither klappt das Bierbrauen, und der Informati-ker hat mittlerweile sechs Biersorten entwickelt. Vor rund zwei Jahren hat er begonnen, sein Bier zu vermarkten. Es gab so viele Bestellungen, dass er mit dem Brauen nicht mehr hinterherkam. Anfangs hatte er noch nicht einmal Bier für die eigene Familie. Heute braut der 38-Jährige im Monat zwischen 400 und 600 l. Das Bierbrauen ist für Carsten Pirnke ein Hobby – ein Hob-by, das sich selbst tragen soll. Brauen wie im Mittelalter Carsten Pirnke braut noch so, wie man es im Mit-telalter gemacht hat. In einem großen Kessel, den er aus Edelstahl selbst geschweißt hat, rührt er mit einem überdimensionalen Kochlöffel die Maische. Morgens um 3 Uhr steht er auf, bis er nach acht Stun-den Braugang das Ganze durch den Wärmetauscher laufen lässt. Carsten Pirnke macht mehrere Braugän-ge hintereinander, bis er abends um 20 Uhr mehrere Durchgänge abgeschlossen hat und das Bier bei einer Temperatur von zwei bis sechs Grad gärt und reift. „Ich braue Biere, die einen individuellen Charakter haben und nicht den Massengeschmack bedie-nen“, erläutert er. Der Informatiker verwendet ausschließlich hoch-wertige Rohstoffe (Hopfen, Malz, Wasser), er filtert und pasteuri-siert nicht, und dadurch bleiben deutlich mehr Geschmacksträger erhalten. Das Bier ist wesentlich bekömmlicher und kostet pro Liter zwischen 3,80 und 6,00 E. Sechs Sorten (Brauers Liebling, Zicke, Rache, Highländer, Brau- Ich braue Biere, die einen individuellen Charakter haben und nicht den Massengeschmack bedienen. Carsten Pirnke ers dunkle Seele sowie Brauers Ernte) hat er bereits entwickelt. „Die Zicke“ ist ein sehr fruchtiges Bier, das auf Wunsch von Ehefrau Nadine entstand. Die gelernte Altenpflegerin und Mutter von drei Kin-dern wollte gerne ein leichtes, fruchtiges Bier haben, und da sie sich selbst als „Zicke“ bezeichnet, wurde sie Namensgeberin für das Bier. Es ist das Craftbeer, das sich am zweitbesten ver-kauft. Seit Dezember 2015 bietet Cars-ten Pirnke zwei neue Sorten an: „Brauers Ernte“, ein leichtes Hefeweizen, sowie „Brauers dunkle Seele“, ein Schwarzbier mit einer leichten Schokonote, das malzig schmeckt. „Der Renner unter den Bie-ren“, sagt Pirnke, „ist Brauers Liebling, ein süffiges mildes Bier, das dem Pils sehr nahekommt.“ 8 2/2016 Foto: Hilgers


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