Page 18

24_Stunden_Gastlichkeit_01_2016

MARKTFORSCHUNG Mindestlohn – Zeit für Veränderung? 8,50 € sind seit einem Jahr Pflicht. Obwohl der Arbeitsmarkt von befürchteten Einbrüchen verschont blieb, sieht der Außer-Haus-Markt noch Verbesserungsbedarf. Seit Anfang Januar 2015 ist der gesetz-liche Mindestlohn Realität. Was sich seit der Einführung des Mindestlohn-gesetzes im Außer-Haus-Markt und beim Fleischerhandwerk verändert hat, wollten wir von den betroffenen Branchen in einer Online-Umfrage wissen. Von Dezember 2015 bis Januar 2016 äußerten sich dazu insgesamt 303 Verantwortliche aus der Hotellerie (30,0 %), Gastronomie (42,6 %), dem Fleischerhandwerk (14,9 %), aus Ge-meinschaftsverpflegung (8,6 %) und Schul-verpflegung (3,3 %). Die meisten davon (67,1 %) arbeiten in kleinen Betrieben mit bis zu 25 Mitarbeitern. Erzwungener Wandel Bereits vor Realisierung der Mindestlohnverordnung wähnten sich viele Betriebe vor großen Veränderungen. Unsere Umfrage zeigt: Auch ein Jahr nach Einführung des Gesetzes stehen ihm viele Betriebe kritisch gegenüber. 65 % der Befragten geben an, dass sich seitdem Umstrukturierungen im Personalbereich oder den Arbeitsabläufen ergeben haben. So müssen viele Unterneh-men höhere Personalausgaben einkalkulie-ren (84,2 %) oder die Preise für Endverbrau-cher erhöhen (64,1 %), 31,5 % mussten so-gar Arbeitskräfte entlassen. Auf die Frage, ob die Regeln und gesetzlichen Vorgaben den Arbeitsablauf im Unternehmen stören, antworteten deutliche 71,5 % mit Ja. Trotz-dem zahlten bereits 68,8 % der Unterneh-men vor Inkrafttreten des Gesetzes den Mindestlohn von 8,50 €. Zwischen den Branchen zeigen sich aller-dings Unterschiede. In der Gastronomie er-gibt sich eine Änderungsrate von 77,69 %. 71,3 % der gastronomischen Betriebe muss-ten Wie zeichnen Betriebe die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter auf? (in %) die Preise zum Jahreswechsel für Gäste anheben. Fast alle (92,6 %) berichten von höheren Personalausgaben. 76,8 % der Be-fragten Einschätzung. Die Mehrheit der Hoteliers ist der Meinung, dass die gesetzlichen Vor-gaben Eine etwas andere Sicht auf das Mindest-lohngesetz seiner Vertreter geben an, durch die Ein-führung ergeben. Bei der Gemeinschaftsverpfle-gung Änderungen durch das Gesetz ergeben ha-ben. Auch 55 % der Schulverpfleger teilen diese Meinung. Grundsätzlich hat die Umstellung auf den gesetzlich festgelegten Mindestlohn bei den meisten Betrieben (86,6 %) gut funktioniert. Elektronisch Per Fingerabdruck Web-gestützt Handschriftlich Andere (z. B. Stempelkarte) 78,3 81,8 81,4 aus der Hotellerie bestätigen diese den regulären Arbeitsablauf stören. haben sich keine Veränderungen geben 65,2 % an, dass sich keinerlei Dennoch bewerten die Befragten die 73,6 hat das Fleischerhandwerk: 50% 81,4 36,4 36 36,4 30,2 9,1 9,1 56,5 4,3 4,3 2,3 1,2 1,2 2,5 3,2 0 0 0 0 0 0 Gemeinschaftsverpflegung Schulverpflegung Hotellerie Gastronomie Fleischerhandwerk Außer in der Gemeinschaftsverpflegung zeichnen die befragten Unternehmen Arbeitszeiten überwiegend handschriftlich auf und klagen über einen gestiegenen bürokratischen Aufwand. © Quelle: B&L MedienGesellschaft 18 24 Stunden Gastlichkeit 1/2016


24_Stunden_Gastlichkeit_01_2016
To see the actual publication please follow the link above