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TRINKtime_01_2016

viel Würzigkeit, etwa Tabak, Tee und Unter-holz. Vielseitigkeit ist einer der Trümpfe, die Tempranillo mitbringt: Den traditionellen Ausbau in gebrauchten Holzfässern aus ame-rikanischer Eiche verträgt sie ebenso gut wie die Reifung in neuen französischen Barriques. Bei Ersterem präsentieren sich die Weine eher schlank, filigran und transparent in der Farbe, während sie für den holzbetonten Ausbau körperreicher, dichter und intensiv schwarz-fruchtig bis balsamisch ausfallen. Ein weiteres Plus, das der Star der spanischen Rebsorten mitbringt: Langlebigkeit. Die Tempranillo-basierten Riojas zeigen mit zunehmender Flaschenreife eine feine, animierende Säure bei weicher werdendem Tannin. Generell zählen viele Riojas zu den im besten Sinne gastronomiefreundlichsten Weinen der Welt: Sie bieten Harmonie und von nichts zu viel, womit sie das Essen begleiten, statt sich in den Vordergrund zu spielen. Als Pionier des Klassifikationssystems kommt der Rioja eine Sonderrolle in der spanischen Weinszene zu. Als erste Region trat dort die Klassifizierung der Weine nach Reifezeit im Holzfass und auf der Flasche in Kraft. Das Ziel: Der Wein soll in möglichst trinkreifem Zustand auf den Markt kommen. So entstan-den die heute bekannten Kategorien Crianza, Reserva und Gran Reserva. Für das Crianza- Siegel muss der Rotwein insgesamt wenigs-tens 24 Monate gereift sein, davon sechs Monate im Holzfass. Reservas reifen mindes-tens 36 Monate, davon zumindest ein Jahr im Fass. Für die legendäre Gran-Reserva-Ka-tegorie bedarf es einer Reife von wenigstens 60 Monaten (davon mind. 18 Monate im Holz), bevor der Wein auf den Markt kommt. Rioja Zwar machen weiße Sorten in der Rioja we-niger als 10 % der Rebfläche aus, ihre Bedeu-tung ist jedoch nicht zu unterschätzen. 2014 konnten die Weißweine mit 14 % Zuwachs die stärkste Steigerung in der Absatzstatistik vorweisen. Ähnlich wie bei den Roten ist man dabei in der Rioja stark den in der Region heimischen Sorten verbunden. Die Protago-nisten sind Viura (in anderen Gebieten auch unter dem Synonym Macabeo bekannt), Garnacha blanca und Malvasía. Auch dieses Dreier-Gespann deckt das gesamte Spektrum ab: Von leichteren, frisch-fruchtbetonten Weißweinen über saftig-dichte, intensivere Typen bis zu lange lagerfähigen Weißen, die dann mit Aromen von Nüssen, Trocken-früchten, floral-kräutrigen Noten, Wachs und Honig aufwarten. Mehr Infos zur Rioja unter: de.riojawine.com/de nic 1/2016 11


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