Management - Aballmanagement: Interview: Abfall, Analyse, Abhilfe

GVmanager_12_2015

Über 18 Mio. t Nah-rungsmittel gehen, laut der Studie „Das große Wegwerfen“ des WWF in Deutschland verloren. Das entspricht fast einem Drittel des aktuellen Nahrungsmit-telverbrauchs Deutschlands (54,4 Mio. t). Über die Hälfte davon wäre vermeidbar. Von den 18 Mio. t Lebensmittel-abfall sind wiederum mehr als 60 % auf die Wertschöpfungs-kette – vom Produzenten bis hin zum Großver-braucher (Gastronomie, Betriebsküchen) – zu-rückzuführen. Letztere kommen auf 3,4 Mio. t Lebensmittelabfälle, von denen 2,3 Mio. t vermeidbar wären. Wie aber gelingt es, die Vermeidungspo-tenziale in der Küche mit wenig Aufwand aufzudecken? Einen Überblick über das tat-sächliche Aufkommen von Le-bensmittelabfällen in einzelnen Bereichen wie Lagerung, Über-produktion oder Tellerrückläufe erhalten GV-Betriebe z. B. mit-tels eines Abfall-Analyse-Tools, das der Verein United Against Waste kostenfrei zur Verfügung stellt. Erste Messungen mit diesem Tool hat z. B. die Wisag Catering durchgeführt. Jan Anhenn verantwortet bei der Wisag Cate-ring den Bereich Umweltmanagement und ist seit 1. Juli zusätzlich als Gastronomieleiter in der Societäts-Druckerei in Mörfelden tätig. Er stand der Redaktion Rede und Antwort zu den Messungen in einem Berliner B&I-Betrieb mit rund 80 Mittagessen pro Tag. Herr Anhenn, welchen Stellenwert hat die Ver-meidung von Lebensmittelverschwendung bei der Wisag Catering generell? Bei der Wisag Catering verantworte ich seit meinem Eintritt den Bereich Umweltmanage-ment. Dabei spielt das Thema Nassmülleinspa-rung eine zentrale Rolle. So kam ich auch sehr schnell über unseren Einkaufsleiter Bernhard Wendt in Kontakt mit Torsten von Borstel vom Verein United Against Waste, der mit eindrucksvollen Zahlen auf die Problematik der Lebensmittelverschwendung aufmerksam macht. Schnell war klar, dass dies ein drängen-des Thema für uns ist. Schließlich forcieren wir damit ein Ziel unserer Unternehmensvision: Die Wisag möchte bis 2020 in ihren Märkten Vorbild für den Schutz der Umwelt sein und überwiegend ökologische Produkte und Ver-fahren nutzen. Neben den sozialen Aspekten spielt für uns natürlich auch die Wirtschaftlich-keit eine große Rolle. Sie haben bereits erste Messungen vorge-nommen. Gab es dabei für Sie überraschende Ergebnisse? Bislang liegen uns erste Ergebnisse aus zwei Betriebsrestaurants vor. Dabei stellte sich zu-nächst einmal positiv heraus, dass keinerlei Verluste durch abgelaufene Mindesthaltbar-keitsdaten der Waren entstehen. Spezielle Abfall, Analyse, Abhilfe Wo fallen Abfälle in GV-Betrieben an? An welchen Stellen ist das Vermeidungspotenzial am größten? Eine Analyse schafft Abhilfe. Fotos: United Against Waste, Wisag Abfallmanagement


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