Fastfood: Jeder Happen ein Hit

GVmanager_12_2015

Fotos: © Rauer – Fotolia.com, privat Herbert Grönemeyer besang sie in den 1980er-Jahren, Tatort-Kommissare hul-digen ihr nach erfolgreicher Verbrecher-jagd, es gibt ein eigenes Museum über sie und sogar einen Guide mit den besten Anlaufstellen der Republik. Die Currywurst ist Kult. 800 Mio. Stück verzehren die Deutschen pro Jahr, allein in Berlin sollen es 63 Mio. sein. Kein Wunder, gilt doch die Bundeshauptstadt als Wiege der Currywurst. 1949 war es, als die Imbiss-Besit-zerin Herta Heuwer an ihrem Charlottenburger Stand die Currywurst beim Experimentieren erfand. Ihre handgerührte Sauce aus Toma-tenmark, Currypulver, Worcestersauce und Gewürzen ließ sie sich später patentieren und wehrte sich gegen Übernahmeversuche der Markenrechte. Heute erinnert eine Gedenktafel in der Kantstraße an die „erste Currywurstbra-terei der Welt“. Die Hamburger, die zeitweise und schließlich ohne Beweiskraft das „Curry-wurst- Urheberrecht“ für sich proklamierten, knirschen noch immer mit den Zähnen. Doch egal, wer der Erfinder ist – nach über 60 Jahren hat die Currywurst ganz Deutsch-land erobert und zeigt sich wandlungsfähig wie nie. Ob süß, sauer, extrascharf oder exo-tisch gewürzt, ob aus Bio- oder Tofuwurst, so-gar mit 22 Karat Blattgold und Trüffel-Pommes in der Luxusversion – die Currywurst ist en vogue quer durch alle Gesellschaftsschichten, sie schmeckt an der Imbissbude ebenso wie im Gourmet-Tempel. Klar, dass auch Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung nicht an ihr vor-beikommen. In den Casinos von VW brummt das Geschäft mit der Currywurst besonders. Seit der Nachkriegszeit produziert das Werk in Wolfsburg nämlich nicht nur Fahrzeugteile, sondern auch Wurstwaren in der eigenen Flei-scherei. Die 6,5 Mio. Currywürste, die jährlich hergestellt werden, sind über die Werksgren-zen hinaus beliebt. Zwar wird der Löwenanteil von den VW-Mitarbeitern an verschiedenen Standorten selbst verzehrt oder eingeschweißt mit nach Hause genommen. Der Rest jedoch geht an den Einzelhandel sowie an andere ex-terne Currywurst-Interessenten. Highlight auch für Kopfarbeiter Auch Alfred Freeman, Küchenleiter des Mitar-beiterrestaurants im Verlagshaus des Nachrich-tenmagazins Der Spiegel in Hamburg, hatte die VW-Currywurst schon im Angebot. „Inzwi-schen sind wir aber auf Würste eines Hambur-ger Schlachters umgestiegen. Ihr Fettgehalt ist geringer und die Konsistenz der Wurst weniger Jeder Happen ein Hit! Der Klassiker der deutschen Imbisskultur kommt nie aus der Mode. Ob im Brainfood-Casino oder in der Veggie-Mensa – die Currywurst ist Kult. „Wir dürften die Currywurst nicht vom Plan streichen.“ Eva Grundmann


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