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GVmanager_12_2015

Thomas Voß „PATIENTEN-/SENIORENVERPFLEGUNG“ Was treibt Sie bei der Arbeit an? Jeder hat natürlich mal einen schlechten Tag – ich genauso. Aber die schlechten Tage halten bei mir nie lange vor. Manchmal muss man nur ein bisschen zurückschauen und sieht dann, wie viel man mit seinem Team bereits geschafft hat. Wir haben schon durch so viele dicke Bretter ge-bohrt, hatten zwischendurch auch die eine oder an-dere Durststrecke. Mittlerweile habe ich aber eine ge-wisse Lebenserfahrung und weiß oftmals, dass es schon wird. Wahrscheinlich ist es aber auch ein Erbe meines Va-ters: Von ihm habe ich ein sehr sonniges und optimistisches Gemüt mit auf den Weg bekommen. Das treibt mich an. Anders als andere GV-Manager haben Sie keine Kochlehre absol-viert. Würden Sie sich trotzdem als einen guten Koch bezeichnen? Fern liegt mir das Kochen nicht – auch wenn ich fachlich gese-hen, weit entfernt bin vom Kochen in der Gemeinschaftsver-pflegung. Privat koche ich aber sehr gerne. Vier- bis fünfmal im Jahr treffen meine Frau und ich uns auch mit drei befreunde-ten Paaren zu einem Kochtag. Da werden Rezepte gewälzt, wir kaufen gemeinsam auf dem Markt ein und dann wird den gan-zen Tag in der Küche geschnippelt und vorbereitet. Die Vor-bereitung, das Kochen und auch das Aufräumen und Spülen ist dabei reine Männersache, unsere Frauen kommen erst zum Essen hinzu. Solche Tage sind für mich wie Urlaub, auch wenn sie mit viel Arbeit verbunden sind. Herr Voß, vielen Dank für das Gespräch! sar Die Auszeichnung mit dem S&F-Förderpreis, zum GV-Manager des Jahres und die Auszeichnung durch Johannes Remmel als Pionierkantine beim Einsatz von regionalen Lebensmitteln und Pro-dukten aus artgerechter Tierhaltung. Was bedeuten solche Auszeichnungen für Sie? Von solchen Auszeichnungen profitieren alle Betei-ligten, sie haben eine wichtige Funktion: Die Klinik kann damit ihre Öffentlichkeitsarbeit unterstützen und die Küche ist stolz auf ihr Wirken, denn das Team sieht, dass unsere Arbeit auch eine externe Anerkennung erfährt. Für mich zeigt es auch, dass wir unter Beweis gestellt haben, dass der Weg, auf den wir uns begeben haben, der richtige ist. Deshalb wollen wir diesen auch weiter gehen. Mal ehrlich, hatten Sie damit gerechnet, dass Sie im Rahmen des zweitägigen S&F-Symposiums neben dem S&F-Förderpreis auch noch den Preis als GV-Manager des Jahres 2015 mit nach Hause nehmen? Ich war schon total glücklich darüber, dass ich den Förderpreis für Innovatives Verpflegungsmanagement von S&F-Consulting erhalte und unheimlich stolz, als GV-Manager des Jahres no-miniert gewesen zu sein. Dass es dann tatsächlich doch das Doppelpack wird – das war einfach unglaublich. Auf der Abendveranstaltung habe ich mich auch mit den bei-den Nominierten aus meiner Kategorie, Romeo Saba und Robert Borggräfe, sehr nett unterhalten und hätte den Sieg jedem von beiden gegönnt. Fotos: MKULNV, LWL-Kliniken Münster und Lengerich können“, sagt Thomas Voß und ergänzt: „Aber so ab Mitte 50 kann man dann doch ein positives Fazit ziehen. Ich bin mit dem, was ich mache, wirklich zufrieden und sehr glücklich.“ Seinem Jugend- Traum von einem Fahrrad-geschäft – schließlich ist Thomas Voß Münste-raner und damit lei-denschaftlicher Rad-fahrer –, kombiniert mit einem Buchla-den – schließlich ist er auch eine Leseratte – trauert der Abteilungsleiter Wirtschaft, Versorgung und Technik heute deshalb ebenfalls nicht nach. Aber wie wäre es vielleicht mit einer neuen Karriere als Koch? Traut sich Thomas Voß, dem zwei Küchen und somit zwei Küchen-teams unterstehen, das auch zu? Seine prompte, selbstbewusste Antwort: „Ich ma-dienstliche E-Mails müssen warten, da sei er konsequent. Denn, wenn er nicht im Dienst ist, gehört die Zeit seiner Frau und seiner 18-jährigen Tochter, die er auch schon mit dem Nachhaltigkeitsgedanken angesteckt hat. Der klare Cut zu seinem Privatleben und damit zu der Zeit, die er mit seiner Fa-milie verbringt oder in der er seinen Hob-bys nachgeht, sind für ihn essenziell. Dieses Gleichgewicht – „die Chinesen sagen dazu ja Ying und Yang“, wirft Thomas Voß ein – brauche er, um seinem eigenen hohen An-spruch gerecht werden zu können. Im großen Stil Dass er diesen Beruf heute ausübt, ist bei ihm, wie bei vielen Kollegen aus der Bran-che, das Ergebnis eines Zufalls – startete er seine berufliche Laufbahn doch mit einem Studium zum Verwaltungswirt. Danach war er u. a. tätig als Einkäufer im Schulbereich oder als Referent für Krankenhausplanung beim LWL. „Es gibt durchaus auch andere Dinge, die ich mir beruflich hätte vorstellen Erst kürzlich wurden die LWL-Kliniken u. a. für den Einkauf tierischer Produkte aus artgerechter Haltung ausgezeichnet. che eine fantastische Süßkartoffel-Ingwer- Suppe. Ich würde mir zutrauen, diese auch im großen Maßstab zu kochen, sodass alle satt werden und auch mit dem Geschmack zufrieden sind.“ sar JETZT MAL EHRLICH... GV-Manager des Jahres 2015 12/2015 GVmanager 11


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