Fachthemen - Elternsache: Gesund Essen lernen

Schulverpflegung_04_2015

Foto: privat Gesund Essen lernen Limo und Leberkäsebrötchen zum Mittagessen? Schokoriegel in der großen Pause? Nein, danke. Eine berufstätige Münchner Mutter erzählt von ihren Erwartungen an die Schulverpflegung ihres Sohnes. Erstmal war es für den Sohn eine Umstellung – von seinem Kindergar-ten, einer Münchner Elterninitia-tive, in der das Essen sehr gut war. Es wurde von einem kleinen loka-len Bio-Caterer frisch gekocht und zum Mittag geliefert. Der Sechsjäh- rige ist seit Herbst 2014 ein Schüler von drei Halbtagsklassen und isst mit ca. 80 Kindern in der Mittagsbetreuung. Da-neben bietet die Grundschule in der Isarvorstadt eine Ganztagsschul-klasse an, die nach dem Mittag- essen und einer Spielpause bis 16 Uhr Unterricht hat. Im Hort-Modell fin-det nach dem Essen die Hausaufgabenbe-treuung und Freizeit statt. Die Kinder müssen bis 17.30 Uhr abgeholt werden. Die Stadt München hat seit diesem Schuljahr bezüglich „Bio und überwiegend regional“ sehr strenge Vorgaben, an die sich Caterer bzw. Horte halten müssen. Das Essen liefert ein österreichischer Caterer, die Wiener GMS Gourmet, in Bio-Qualität. Außer frischem, wenn möglich regionalem Obst, Gemüse und Salat ist alles tiefgefroren: Nudeln, Reis mit Sauce und sogar Pfannkuchen. Die Gerichte werden vor Ort im Ofen aufgetaut. Der Essenspreis liegt bei 3,10 €. Die Schüler sind meist zufrieden. „Der Caterer ist erst ein Jahr im Hort. Oft schmeckt es meinem Sohn, manchmal aber auch gar nicht“, resümiert die Mutter. „Im Vorfeld gab es eine Ver-kostung für die Eltern, damit wir selbst probieren konnten, was die Kinder essen.“ Bewusst leben Die alleinerziehende Mutter arbeitet wochentags an der Ludwigs-Maximilians-Universität und ist da-her auf eine funktionierende Außer-Haus-Verpfle-gung ihres Kindes angewiesen. Außerdem ist sie Gesundheitstrainerin und unterrichtet Frauen- und Kinderfitness. Sie kocht zuhause viel selbst und legt Wert auf eine ausgewogene Ernährung: am liebsten Bio, frisch und regional. Daher ist sie froh, dass die Schule diese Kriterien be-achtet, vor allem bei tierischen Produkten. „Schade ist es aber, dass alles eingefroren ist und extra aus Österreich kommen muss“, erklärt sie und wünscht sich einen Koch vor Ort. Zusätzlich zum Mittagessen sollte es eine ge-regelte Nachmittagsspeise geben, da sie ihren Sohn oft schlechtgelaunt vor Hunger abholt. „Kinder in dem Alter vergessen vor lauter Spielen oft das Essen“, berichtet sie. Da nütze es auch wenig, eine Brotdose für nachmittags mitzugeben, wenn die Kinder keine geregelte Pause hätten. „Im Vorfeld gab es eine Verkostung für die Eltern, damit wir selbst probieren konnten, was die Kinder essen.“ Mutter Insgesamt ist sie jedoch zufrieden mit der Schule, die auch in puncto gesundes Essen ak-tiv ist. Spätestens in der zweiten Klasse lernen die Schüler, welche Bestandteile eine gesun-de, leckere Pausenmahlzeit haben sollte: Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Wasser. Gut findet die Mutter auch das Schokoverbot am Kiosk: Auf der „schwarzen Liste“ sind hier alle Lebensmittel, die z. B. Schokolade enthal-ten, die übermäßig süß, stark salzhaltig oder besonders fett sind. Zudem gibt es weder Cola noch Säfte zu kaufen. Im Angebot sind Apfel-schorle, Wasser, Brezeln, Semmeln, Hörnchen, Schnecken und Äpfel. Damit sich die Kinder in der Pause bewegen und nicht am Kiosk an-stehen, ist dieser nur vor 8 Uhr und nach 14 Uhr geöffnet. Seit zwei Jahren besteht eine Ko-operation mit Citadella. Jede Woche bekommt die Schule kostenlos mehrere Obstkisten mit wechselnden Sorten geliefert, die dann an die einzelnen Klassen verteilt werden. F. König Schulverpflegung 4/2015 Elternsache


Schulverpflegung_04_2015
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