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Schulverpflegung_04_2015

machen mit sich selbst im Reinen sein und die eigene Gesundheitskompetenz erleben, das sind Bildungsziele sowie konkrete Herausforderungen in der Welt von u. a. Computerspielen oder Internetkommunikation. Berüh-rung, Begegnung, Genuss und Gestaltungsfreude können Bestandteil der Schulverpflegung sein. Wenn wir diese lieblos, grau und funktional, ohne Lust und Freude abfüttern, legen wir die Grundlagen für künftige Gesundheitsprobleme und Krankheiten. Wie kann und soll das Thema Schulpräventologie in der Schul-praxis umgesetzt werden? Gesundheit wird immer mehr zum Maßstab für soziale Entwicklung und gesellschaftlichen Fortschritt. Gesundheit ist auch Ergebnis gelingen-der Bildungsprozesse. Gute Schulen machen Gesundheit zum Thema und pflegen eine Gesundheitswelt, die lebenstüchtig macht. Es macht Sinn, wenn sich an jeder Schule mindestens eine Fachkraft kontinuierlich darum kümmert und mit Lehrern und Schülern Gesundheitskulturen plant, entwickelt, realisiert und evaluiert. Die gute gesunde Schule wird mit Schulpräventologen besser. Wie stehen Sie zu dem Thema vegetarische bzw. vegane Ernäh-rung von Kindern? Ist sie die zeitgemäße Antwort auf unsere bestehenden Probleme bei der Kinderernährung? Gesundheit gedeiht mit der Freude am Leben. Dieser Zielspruch der Präventologen zeigt den Weg. Mit dogmatischen oder ideologischen Zeigefingern geht das nicht. Es kann Freude bereiten, veganes oder „Gesundheitsbildung macht für das Leben stark und dafür braucht es die richtigen Lebensmittel und Lebenskompetenzen.“ Dr. med Ellis Huber vegetarisches Essen zu kosten und zu genießen. Wer aber auf Salz, Fett, Zucker oder Fleisch durch die Nahrungsmittelindustrie und die alltäg-liche Werbung konditioniert ist, muss abgeholt werden. Das ist eine ständige Herausforderung für kreative, lebenslustige und sinnstiftende Beziehungsverhältnisse. Vorgaben von oben nützen nichts, gutes Leben lässt sich nicht verordnen, es muss erlebt werden. Wie sehen Sie die Schule bzw. die Schulverpflegung von Morgen? Die Schulverpflegung wie die Schule von Morgen werden eine Erlebnis-welt sein mit Zeit, Freiheit und beziehungsbegründeter Geborgenheit. Sie lässt Lebensfreude spüren und Lebenskunst erfahren. Das bahnt die Synapsen im Gehirn und strukturiert dieses Sozialorgan so, dass Schüler wie Lehrer ihre Freude am Leben kultivieren können. Wir müssen die Schule als Lebenswelt gestalten, die zum gesunden Leben einlädt, er-tüchtigt und begeistert. Die Gesellschaft muss dafür investieren, Ressour-cen aufwenden und den Schulen mehr Freiheit gönnen. Schulen bilden Gesellschaft, sie sind die Grundlage des sozialen und wirtschaftlichen Wohlstandes in der Zukunft. Herr Dr. Huber, Danke für das Gespräch. dmp 4/2015 Schulverpflegung


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