Rubriken - Jetzt mal ehrlich: Volker Peinelt

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tronomischen Ampelsystems“ sowie dem Masterplan für die Schulverpflegung. Auch meine Buchprojekte fallen in diese Zeit. Wenn Sie ein Fazit ziehen müssten, wie steht es heute um die GV in Deutsch-land? Diese Frage muss differenziert beantwortet werden, da die einzelnen Segmente in der GV sehr unterschiedliche Niveaus erreicht ha-ben. So ist z. B. heute in der Betriebs- oder Hochschulgastronomie der Qualitätsstandard im Allgemeinen recht hoch. Qualitativ und bezüglich der Angebotsvielfalt gab es hier er-hebliche Verbesserungen. Wünschens-wert wäre noch, wo möglich, eine Kopplung der Bezahlung der Foto: privat Herr Peinelt, vervollständigen Sie den Satz. Mein erster Kontakt mit der Gemeinschaftsverpflegung... ...war die Entwicklung einer Weincreme spe-ziell für die Gemeinschaftsverpflegung bei der Fa. Dr. Oetker. Ich hatte dort die Aufgaben, GV-taugliche Desserts zu entwickeln, die mit den in Großküchen üblichen Geräten auch herstellbar waren. Dabei mussten sehr unter-schiedliche Weine ausprobiert werden, um ein sicheres Gelingen zu gewährleisten. Bei der Entwicklung dieses Produkts haben wir uns viel Zeit gelassen. Bereits nach Ihrer Promotion haben Sie sich mit der GV befasst. Woher rührt Ihre Leidenschaft für diese Thematik? Die Leidenschaft entwickelte sich während meiner Tätigkeit bei der DGE, da kein zufrie-denstellender Bewertungsansatz für zahlreiche Betriebsberatungen existierte. Es war ja not-wendig, die DGE-Empfehlungen der Nähr-stoffzufuhr für die GV umzusetzen sowie viele andere Aspekte zu berücksichtigen. Dies habe ich als Referatsleiter für die GV standardisiert, was auch eine Motivation für meine Disserta-tion war. An welches berufliches Jahrzehnt erin-nern Sie sich immer wieder gerne zurück und warum? An das letzte von 2005 bis 2015, da in die-ser Zeit die Ernte von Jahrzehnten eingefahren werden konnte. Dies zeigte sich z. B. durch das ständig optimierte und praxistaugliche Zertifi-zierungskonzept, der Entwicklung des „Gas- Jetzt mal ehrlich! … Volker Peinelt Als Professor für Cateringservices und Lebensmittelhygiene war Prof. Dr. Volker Peinelt lange Zeit im Fachbereich Oecotrophologie an der Hochschule Niederrhein tätig. Zum 1. September ist der 65-Jährige nun in Ruhestand gegangen. Ein Blick auf sein Wirken. STECKBRIEF Alter: 65 Jahre Werdegang: Abitur (1970), anschließend Studium der Ernährungs-wissenschaft an der Univer-sität Liebe Leser! Wollen auch Sie uns mal „die Meinung sagen“? Melden Sie sich bei uns: (089) 370 60-160, muc@blmedien.de Stuttgart-Hohenheim, Promotion in Gießen bei Prof. Dr. Leitzmann, Produktentwicklung in der Lebensmit-telindustrie (1978), Leitung des Referats Gemeinschaftsverpflegung bei der DGE (1980), Professur an der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Oecotropholo-gie, für das Fachgebiet Cateringservices und Lebensmittelhygiene (ab 1995) Dienstleistung an die ernährungsphysiologi-sche Qualität des Angebots. Ein erfolgreiches und durch den Dr. Georg-Triebe-Preis ausge-zeichnetes Modell hierfür gibt es bereits. Wie sieht es mit der Schulverpflegung aus? Die Situation der Mittagsverpflegung in Schu-len und Kitas ist ganz anders zu bewerten. Diese hat es früher so gut wie nicht gegeben, jedenfalls nicht in den alten Bundesländern. Die Qualität im Segment Education ist leider überwiegend mäßig bis schlecht. Dies wird sich auch kaum verändern, solan-ge die Professionalisierung nicht erheb-lich zunimmt und überprüft wird. Erst in den letzten zehn Jahren gibt es auf diesem Feld staat-liche Beratungsaktivitäten. Diese reichen aber bei Weitem nicht für ein befriedigendes Niveau aus. Zudem befürchte ich, dass der ganze Ansatz für eine Verbesserung ineffizient ist. Eine Optimierung sollte sich natürlich nicht nur auf die Nährwerte des Angebots be-schränken, was aber überwiegend der Fall ist. Wir haben also in Deutschland bei der Schul-verpflegung noch einen weiten Weg vor uns, vorausgesetzt, wir schlagen den richtigen ein. Während Ihrer beruflichen Laufbahn ha-ben Sie einen Einblick in viele GV-Küchen und Mensen erhalten. Was ist Ihnen besonders gut in Erinnerung geblieben? Wo haben Sie am besten gegessen? 58 GVmanager 10 /2015


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