Kühltechnik: Kühlen Kopf bewahren

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Fotos: privat, © JackF – Fotolia.com; Illustration: Lopez Ruiz Kühlen Kopf bewahren Kühltechnik Der Gesetzgeber hat die Auflagen beim Betreiben von Kühlanlagen zum 1. Januar 2015 verschärft. Volker Thielsen, Geschäftsführer von VT-Planteam, erklärt, welche Folgen die Neuerungen für GV-Betriebe haben. Herr Thielsen, ab dem 1. Oktober dürfen keine „unnatürlichen“ Kältemittel wie HFCKW-Gase oder Recyclingware in Kühlanlagen mehr verwendet werden. Was bedeutet dies für Bestandsküchen? Dieses Verbot gilt in erster Linie für Haushaltsgeräte. Im Gewerbe werden aktuell die Kältemittel R134a und R404a eingesetzt, aber viele Hersteller setzen seit Jahren natürliche Kältemittel ein, z. B. die Mittel R290 oder R600a. Seit Januar 2015 dürfen Bestandsküchen generell nicht mehr Dichlordifluormethan, auch bekannt als R12, sowie Chlordifluormethan, also R22, zur Kühlung einsetzen. Wenn eine alte Anlage undicht ist oder einen Defekt hat, ist es den Nutzern verboten, sie weiter zu nutzen. Lassen sich bestehende Kälteabnahmestellen mit allen rein natürlichen Kältemitteln betrei-ben oder braucht man schlimmstenfalls sogar neue Endgeräte? Für die meisten Anlagen gibt es Ersatzkältemittel. Bei R12 und R22 dürfen die Anlagenbauer nichts mehr machen. Aber auch hier kann ein neues Aggregat nach einer Prüfung der Rohrquerschnitte eingesetzt werden. Der Techniker muss dann am Verdampfer das Einspritzventil tauschen. Für R404a, das 2018 bei Neuanlagen verboten ist, gibt es heute schon sogenannte Drops in Kältemitteln. R407F ist z. B. eines davon. Der Zeithorizont für den Neubau einer Kühlan-lage ist für den Einzelfall unterschiedlich groß. Wie lange dauert der Umbau der Kühlanlage bei einem Ihrer aktuellen Projekte? Die Umbauzeit der Kühlanlage richtet sich nach der Größe der Anlage. Hat man, wie aktuell, eine Verbundanlage mit 20 Verbrauchern, muss an jedem Verbraucher das Einspritzventil getauscht werden. Das Rohrsystem muss, bzw. sollte man mehrfach mit Stickstoff spülen, um Reste, also Rückstände vom alten Gas, aus dem Rohrnetz zu bekommen. Nach vier Wochen sollte der Betreiber zudem den Kältemitteltrockner und den Filter tauschen, da sich dort letzte Rückstände sammeln. Können Sie ein Rechenbeispiel inklusive Amor-tisationskosten anhand eines ihrer Projekte geben? Das ist schwierig. Im Regelfall rüsten die Betreiber ihre Kühlanlagen nicht aus energetischen Gründen um, sondern weil es der Gesetzgeber vorschreibt. Dass diese bei der Umrüstung von 15 Jahre alter Technik energetisch leistungsfähiger werden, ist der technischen Entwicklung geschuldet. Stellt man dabei fest, dass ein Verdampfer mit einem 400-V-Motor und 0,7-kW-Anschluss ausgerüstet ist und jetzt ein EC-Motor dieselbe Luftleitung mit 0,15 kW schafft – bei über 20 Stunden Laufzeit in 365 Tagen – muss dieses im Einzelfall genauer betrachtet werden. Welche Vor- und Nachteile haben die meist hohen Investitionskosten bei einer Neuanlage oder Umrüstung? Es geht eigentlich um Vor- und Nachteile, wenn man eine sanierungsfähige Altanlage hat, die das Kältemittel R22 nutzt. Hier habe ich als Betreiber keine Wahl. Dann kommt man an einer Umrüstung nicht vorbei. In der Regel muss dann auch schnell gehandelt werden, weil im Gastgewerbe eher selten darüber nachgedacht wird, eine komplette Kältean-lage mit über 30 Kühlstellen freiwillig aus50 GVmanager 10 /2015


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