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PROJEKTDETAILS Das Projekt FooDS (Food and Delivery Solutions) vereinte Wissenschaftler und Unternehmen, um der wachsenden Herausforderung der Versorgungspro-blematik älterer und immobiler Men-schen mit neuen Lösungsansätzen zu begegnen. Die Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach als Lead-Partner wurde ergänzt um 15 weitere Partner aus Deutschland und den Niederlanden, darunter u. a. Fresh Park (Venlo/NL), Grafschafter Diakonie (Moers), Hutten Catering (Veghel/NL), Janssen Distribu-tion Services (Verno/NL), Mühlhäuser (Mönchengladbach) oder die Universität Maastricht. Weitere Informationen zum Projekt: www.project-foods.eu Von Pilzen und Früchten Im Laufe des Lebens macht der Körper ver-schiedene Veränderungen durch wie altersbe-dingte Veränderungen des Nährstoffbedarfs, der Geschmackswahrnehmung sowie der Kau- und Schluckfähigkeit. Dies kann insbesondere bei älteren Menschen dazu führen, dass sie aufgrund der gustatorischen Störung unbe-wusst gesunde Lebensmittel (Fruchterzeugnis-se wie Säfte und Aufstriche) meiden und da-durch eine Mangelversorgung mit wichtigen Nährstoffen begünstigen. Deshalb wurden im Projekt nicht nur beste-hende Möglichkeiten analysiert und optimiert, sondern auch völlig neue, bedarfsorientierte Produkte generiert. Unter dem Titel „Angerei-cherte Nahrungsmittel und Mahlzeiten“ un-tersuchte Prof. Dr. Reinhard Hambitzer mit sei-nem Team die Extraktion und Gewinnung von Beta-Glucan aus chinesischen Speisepilzen. Darüber hinaus forschte das Team an der er-höhten Akzeptanz von Fruchtprodukten durch sensorische und optische Veränderungen. Prof. Dr. Georg Wittich arbeitete an aroma-tisierten Gelen, die als Nahrungsalternative für Personen mit Kau- und Schluckbeschwerden entworfen wurden. Auch an der Universität Maastricht wurde zu dem Teilprojekt geforscht: „Wir haben ange- Seniorenverpflegung Versorgung sicherstellen Das zweite Teilprojekt unter der Überschrift „Innovative Bestell- und Liefersysteme zur Heimbelieferung von Einzelpersonen“ wurde vor allem von den am Projekt beteiligten Un-ternehmen vorangetrieben. Darin konstruier-ten diese ein Bestellsystem für Mahlzeiten und weitere tägliche Bedarfsgüter, das trotz der Belieferung von Einzelpersonen wirtschaftlich rentabel bleibt und dabei möglichst guten Ser-vice für Fahrer und Klienten bietet. Über soziologische Studien unterstützte die Hochschule des Weiteren die Verbreitung spe-zieller Versorgungspunkte, wo Menschen in unmittelbarer Nähe zu ihren Wohnungen eine umfassende Versorgung erhalten können. Auf diese Weise soll einerseits ermöglicht werden, dass man sich auch in strukturell benachtei-ligten Regionen möglichst lange selbstständig versorgen kann und andererseits auch einen zentralen Punkt für verschiedene Dienstleis-tungen sowie sozialen Austausch erhält. „Wenn es um Menschen geht, sind Bedürfnisse mindestens genauso wichtig wie ein konkreter Bedarf. Deshalb stehen Aspekte wie Genuss, Lebensqualität und Kommunikation ebenso im Fokus wie die Ziele einer wirtschaftlichen Um-setzung und eines wissenschaftlichen Mehr-werts“, fasste Özlem Güler-Usak zusammen. passte Menüs entworfen, die den abnehmen-den Geruchs- und Geschmackssinn berück-sichtigen sowie mangelnde Möglichkeiten des Einkaufens und zum gesunden Kochen“, erklärte dazu Prof. Dr. Pieter Dagnelie. 10 /2015 GVmanager 37


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