Seniorenverpflegung - An morgen denken

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Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com Die Generation der Senioren wandelt sich von Jahr zu Jahr; genauso wie deren Ansprüche und Bedürfnisse. Deshalb geht es für die Verantwortlichen heute schon darum, an morgen zu denken. Seniorenverpflegung An morgen denken Älteren und hilfsbedürftigen Menschen Unter-stützung im Alltag zu bieten – das ist das Ziel des Verbundprojekts FooDS (Food and Delivery Solutions), das die Hochschule Niederrhein von 2013 bis Anfang 2015 durchgeführt hat. „Wir sind an einem Punkt angekommen, wo die notwendigen Lösungen nicht mehr auf-geschoben werden können“, betonte Projekt- managerin Özlem Güler-Usak und verwies dar-auf, dass die Wissenschaft gefordert sei. Probleme erkennen und angehen Im Rahmen von FooDS hat die Hochschule Niederrhein als Lead-Partner drei Zielstellun-gen verfolgt. Erstens die Entwicklung von an-gereicherten Lebensmittelerzeugnissen und ausgewogenen Menüs unter Berücksichtigung möglicher Kau- und Schluckbeschwerden. Die zweite Zielstellung beschreibt die Optimie-rung von Bestell- und Liefersystemen für eine wirtschaftliche Heimbelieferung von Einzelper-sonen und Gruppen. Drittens stand die Aus-weitung von Nahversorgungszentren, die vor allem in ländlichen und strukturell benachtei-ligten Regionen die Bewohner mit Gütern und Dienstleistungen versorgen, auf der Agenda. Die Ergebnisse sollen Pflegeeinrichtungen, Le-bensmittelproduzenten sowie Transport- und Cateringunternehmen neue Möglichkeiten eröffnen. Besonders hervorzuheben ist laut Özlem Güler-Usak der direkte Alltagsbezug und die Zukunftsrelevanz der behandelten Themen: „Lange Zeit konnten Wissenschaft und Praxis den demografischen Wandel als eine künftige Prognose betrachten. Heute sind wir an einem Punkt, an dem Lösungen nicht mehr aufge-schoben werden können. Sowohl die Industrie als auch der Handel werden auf die veränder-ten Konsumstrukturen reagieren müssen.“ Die Bevölkerungsstruktur in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter stark verändern: Die Menschen hierzulande werden immer älter – die Lebenserwartung liegt heute im Durch-schnitt bei gut 78 Jahren bei Männern und 83 Jahren bei Frauen. Dies birgt viele Chan-cen, diese Lebensphase zu gestalten, aber auch Herausforderungen. Laut einer aktuellen Studie der Residenz-Gruppe Bremen mit 1.000 Teilnehmern zeigt sich das Gros der Befragten skeptisch in Bezug auf die Zukunft: 90 % der Deutschen sind der Ansicht, dass der Bedarf an Pflegeeinrichtungen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird. Bis 2040 werden in Deutschland 200.000 Betten in Seniorenhei-men fehlen. Diese können nach Ansicht der Mehrheit auch nicht mehr rechtzeitig geschaf-fen werden. Trifft dies so ein, müssen mehr und mehr Senioren zuhause versorgt werden. 36 GVmanager 10 /2015


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