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A B C D E F G 0,4 0,3 0,2 -0,1 -0,2 -0,3 0,4 0,3 0,2 -0,1 -0,2 -0,3 KURZ GEFASST Geschmacksvorlieben je nach Studiengang  Studierenden von naturwissenschaftlichen Fächern sind Qualität und Essgenuss eher unwichtig.  Studierende von Rechts- und Agarwissenschaften bevor-zugen „fleischlastig-konventionelle“ Gerichte; d. h. sie ent-scheiden sich häufig für Fleisch und die traditionelle deutsche Küche; seltener für frisches Gemüse, vegetarische oder exo-tische Gerichte.  Studierende der Medizin bevorzugen überdurchschnittlich häufig frisches Gemüse und japanische Gerichte.  Hinsichtlich der Gesundheitsorientierung sind die Unter-schiede unter den Studiengängen im Vergleich stärker, als beim Geschlecht. Marktforschung Bei den Fächern Medizin, Sozial-, Ernährungs- und Lebensmittelwis-senschaften war die Gesundheits-orientierung überdurchschnittlich hoch, bei Germanistik, Jura und Mathematik hingegen unter dem Durchschnitt. Die Studiengänge differenzierten hier etwas stärker als das Geschlecht. Hinsichtlich der Zubereitung fällt auf, dass der Studiengang und das Geschlecht in etwa den glei-chen Einfluss haben. Im Allgemei-nen haben Studentinnen mehr Freude an der Zubereitung und Studierende der Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften zei-gen einen deutlich positiven Wert – ein signifikanter Unterschied besteht zu Mathematik, Medizin und Rechtswissenschaften. Bei der Ambivalenz-Orientierung (Befriedigung emotionaler Be-dürfnisse durch die Nahrungs-aufnahme, aber auch der Kampf gegen mögliche Folgen dieses Verhaltens) hatte das Geschlecht einen mittleren bis starken Ef-fekt, während die Studienfächer nur schwach differenzierten. Für Frauen spielt diese Orientierung eine wesentlich größere Rolle. Im Vergleich der Fachrichtungen ha-ben Studierende der Germanistik oder Rechtswissenschaften eine deutlich ambivalente Einstellung zum Essen, Mathematiker hinge-gen sehr niedrige Werte. Auch bei Studierenden der Ernährungs- und Lebensmittelschaften lagen die Werte tendenziell im positiven Bereich. Zusammenfassung Wie erwartet sind Frauen gesund-heits-, genuss- und nahrungszu-bereitungsorientierter als Männer – dies entspricht auch den Ge-schlechts- Stereotypen in Bezug auf das Aussehen und die Rollen-verteilung. Bei der Ambivalenz- Orientierung zeigten sich die Ge-schlechtsunterschiede am stärks-ten, hier sind vor allem Frauen betroffen. Fachkulturell lassen sich die folgende Unterschiede her-auskristallisieren: Studierende von Natur- und Rechtswissenschaften haben ein unterdurchschnittliches Interesse an gesundheitsbezoge-nen Ernährungsfragen und bevor-zugen gehaltvolle, fleischlastige Speisen. Studierende der Ernäh-rungs- und Lebensmittelwissen-schaften ist die Gesundheit und tendenziell auch der Genuss und die eigene Zubereitung von Le-bensmitteln sehr wichtig (s. Gra-fik 2), sie bevorzugen frische und vegetarische Speisen. Studierende der Medizin, Geistes- und Sozial-wissenschaften haben eine domi-nante Vorliebe für japanische und vegetarische Gerichte. Die Werte von Gesundheits-, Genuss- und Nahrungszubereitungsorientie-rung waren höher als bei den Natur- und Rechtswissenschaft-lern, aber weniger stark ausge-prägt als bei den Studierenden der Ernährungs- und Lebensmit-telwissenschaften. Die Zielgruppe kennen Dass Studentinnen eher „leicht“ und Studenten eher „fleischlas-tig“ essen, überrascht nicht. Dass sich aber auch Ernährungsvorlie-ben hinsichtlich der studierenden Fachrichtungen abzeichnen, bie-tet Mensakonzepten eine neue Möglichkeit der Orientierung. Um die Zielgruppe und deren Wünsche genau ansprechen zu können, lohnt sich daher eine Analyse der Fachrichtungen der Essensgäste. Ist eine Men-sa in eine Fakultät eingeglie-dert oder ist die Gästestruktur gemischt? Gehören vor allem Studierende von natur- oder rechtswissenschaftlichen Stu- diengängen zu den Gästen, sollte eher auf Praktikabilität und Zeit-ersparnis Wert gelegt werden, während Studierende von geis-tes- und sozialwissenschaftlichen Fächern mit Genuss und Kreativi-tät gelockt werden können. Die Analyse der Gästestruktur ist nicht nur in den Hochschulmen-sen erfolgsversprechend, sondern auch in der Betriebsgastronomie, in der sich Ernährungsvorlieben und -orientierung (nicht nur, aber vor allem) in die zwei Grup-pen Mitarbeiter der Produktion vs. Mitarbeiter im Büro aufteilen lässt. lan 16 GVmanager 10 /2015 Grafik 2: Relevanz von Gesundheit und Genuss bei der Speisenauswahl nach Studiengang Gesundheit Genuss B Die Gesundheit der Speisen ist vor allem für angehende Ernäh-rungswissenschaftler (G, s.o.) wichtig. Germanistikstudenten ist der Genuss (B, s.u.) im Vergleich zu anderen Studiengänge am wenigsten wichtig. A Sozialwissenschaften B Germanistik C Mathematik D Medizin E Rechtswissenschaften F Agrarwissenschaften G Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften 0,1 0 -0,4 A B C D E F G 0,1 0 -0,4 Grafik: © GVmanager; Quelle: Barth


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