Page 11

GVmanager_10_2015

Fotos: Sodexo, privat Carsten Fleuren, Küchenleiter, Kli-nikum Landshut gemeinnützige GmbH: Wir versorgen seit November 2014 Flüchtlinge, deren Anzahl von 35 auf derzeit 170 angewachsen ist. Die ers-te Info bekam ich zehn Tage vor dem Start. Da wir ohnehin 2.200 Mahlzeiten pro Tag produzieren, war die Umstellung nicht allzu schwer. Für den Informationsaustausch habe ich in Landshut zwei Ansprechpartner, mit denen ich auf kurzem Dienstweg alles klären kann. Die Speisen werden aus dem normalen Tagesgeschäft heraus bereitgestellt. Schweinefleisch lassen wir komplett weg. Mit einem meiner Lieferanten pflege ich zudem gute Be-ziehungen, sodass dieser mich in allen Belangen unterstützt: Pappgeschirr, Säfte, Milch usw. Die täglichen Lebens-mittel werden jetzt in größeren Men-gen bestellt. Um das Ganze personell zu stemmen, hilft vorübergehend ein Dienstleister. Die Flüchtlinge holen sich das Essen selbst ab und bringen Reste und Schmutzgeschirr auch zurück. Heiko Höfer, Regionaldirektor Nord Schulen und Universitäten, Sodexo Gruppe Deutschland: Es ist davon auszuge-hen, dass mit steigen-den Flüchtlingszahlen auch der Bedarf und damit auch die An-zahl der ausgegebenen Essen in Flücht-lingseinrichtungen steigen. Oftmals liegt zwischen der Ausschreibung, Vergabe und dem Start der Versorgung nur wenig Zeit. Da zusätzlich häufig keine funktionsfähi-gen Küchen vor Ort zur Verfügung stehen, sind zudem eine gut aufgestellte Logistik und ein entsprechendes Set-up wichtig. Wir verpflegen zurzeit etwa 2.000 Perso-nen an zehn Standorten in Deutschland, darunter acht Notunterkünfte im Raum Berlin und Brandenburg mit insgesamt ca. 1.000 Personen täglich. Um eine voll-wertige Verpflegung der Flüchtlinge zu gewährleisten, werden die Lebensmittel-versorgung und Speisepläne jeweils in enger Abstimmung mit dem zuständigen Amt bzw. der Kommune und der Erstauf-nahmeeinrichtung für Flüchtlinge entwi-ckelt. So nimmt der Speiseplan z. B. auch Rücksicht auf religiöse Hintergründe. Iris Hof und Rolf Ziesing, Schulköche der Mensa im Gymnasium Tegernsee: Etwa drei Wochen bevor die ersten Flüchtlinge nach Tegern-see verlegt wurden, kam der Abteilungsleiter der Behörde für Asyl-Angelegenheiten zu uns in die Schule und hat die An-forderungen für die Verpflegung mit uns besprochen. Nach Absprache mit der Schulleitung haben wir die Flüchtlinge zu uns in die Schulmensa zum Essen eingeladen. Grundsätzlich lief alles zufriedenstellend, aber der Informationsfluss ist sicher noch verbesserungs-würdig. Die Problematik fängt aber weiter „oben“ an. Die Informationen der Regierung von Oberbayern zum Landratsamt waren kurzfristig – manchmal nur Stunden, bevor neue Flüchtlinge verteilt wurden. Somit hatte das Landratsamt wenige Möglichkeiten, uns zeitnah zu informieren. Teilweise waren die Flüchtlinge schon vor Ort, ehe wir Informationen dazu erhalten hatten. Grundsätzlich war es für uns nicht so schwierig, die religiösen Besonderheiten (Halal, besondere Fastenzeiten und Gewohnheiten der orthodoxen, eritreischen Christen etc.) zu beachten. Ledig-lich der Ramadan war etwas komplexer – wer wann und wie fastet. Wir haben mit den Flüchtlin-gen den Dialog gesucht, welche Speisen sie mögen und welche nicht. Wir haben dann dafür ei-nige neue Gerichte in unseren täglichen Speiseplan in der Schule eingebaut – sehr zur Freude der Schüler, Lehrer und der Flüchtlinge, z. B. Beef Korma aus Indien, Doro Wot aus Eritrea (ein Eintopf mit Geflügelfleisch und gekochten Eiern), Palak Paneer, ein Spinatgericht mit selbstgemachtem Käse. Zwei junge Männer aus Syrien haben uns dabei ihre Hilfe angeboten und uns sowohl bei der Speisenzubereitung als auch bei der täglichen Speisenausgabe unterstützt: Ein Essen für Muslime, von Muslimen ausgegeben, ist noch einfacher an den Gast zu bringen! der mehrweg code Organisieren Sie mit °CHECK Ihr gesamtes GN-System zu einem transparenten Mehr-weg- Kreislauf. Der Food-Flow 4.0 www.rieber.de Besuchen Sie uns: Messe Host, Mailand 23. 10. – 27. 10. 2015 / Halle 9, Stand P12 Messe Alles für den Gast, Salzburg 07. 11. – 11. 11. 2015 / Halle 1, Stand 618 Messe igeho, Basel 21. 11. – 25. 11. 2015 / Halle 1.0, Stand C104 Rieber GmbH & Co. KG Hoffmannstraße 44 D - 72770 Reutlingen Telefon: (+49) (0) 7121 / 518 - 0 Fax: (+49) (0) 7121 / 518 - 302 info@rieber.de 10 /2015 GVmanager 11


GVmanager_10_2015
To see the actual publication please follow the link above