Nachgehakt - Wie helfen GV-Betriebe bei der Flüchtlingsversorgung?

GVmanager_10_2015

Fotos: Vivantes, Studierendenwerk Siegen Nachgehakt „Wie helfen GV-Betriebe bei der Flüchtlingsversorgung?“ Die Krisen nehmen weltweit zu. Hunderttausende Menschen fliehen aus Ländern wie Syrien, Eritrea oder Afghanistan vor Krieg, politischer Verfolgung und Hunger. Viele kommen nach Deutschland. Schnelles und nachhaltiges Handeln ist erforderlich – auch Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung können dabei helfen. Susanne Buchheim, Geschäftsführerin, Vivantes Speisenversorgung und -logistik GmbH: Wir sind in engem Austausch mit der Berliner Senatsverwaltung für Gesund-heit, die einen Koordinierungsstab für die Hilfe eingerichtet hat. Seit Anfang September versorgen wir zusammen mit der CFM (Charité Facility Manage-ment) die Flüchtlinge am LaGeSo (Landesamt für Gesundheit und Soziales) täglich mit Speisen und Getränken. In einem großen Zelt des Technischen Hilfswerks finden bis zu 400 Menschen Platz, hier werden die Speisen ver-teilt. Insgesamt erhalten rund 1.500 Menschen täglich viermal über den Tag verteilt Sand-wiches, Obst, Süßwaren und eine warme vegetarische Suppe. Die Situation ändert sich täglich, manchmal auch von Stunde zu Stunde. Darauf müssen wir flexibel reagieren. Eine Herausforde-rung wird auch bei kühler werdenden Temperaturen bestehen. Detlef Rujanski, Geschäftsführer, Studierendenwerk Siegen A.ö.R.: Wir wurden kurzfristig durch einen Anruf der Universität Siegen informiert und gefragt, ob wir die Vollverpflegung (Frühstück, Mittag- und Abendessen) von ca. 150 Flüchtlingen in drei Tagen an sieben Tagen die Woche überneh-men könnten. Die Herausforderung lag darin, dass genau in diesem Zeitraum die vorlesungsfreie Zeit begann und wir in unserem Organisationsplan natür-lich eine Urlaubsphase für viele Mitarbeiter eingeplant hatten. Zusätzlich kam jetzt noch die Versorgung an Samstagen und Sonntagen hinzu. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden hat sehr gut geklappt und war insgesamt un-bürokratisch. Aktuell werden rund 200 Flüchtlinge, darunter etwa 50 Kinder, täglich von uns versorgt. Bei der Speisenzubereitung achten wir natürlich auf die Nationalitäten und Religionen, also z. B. mehr Reis und Nudeln als Kartoffeln. Wir haben vom ersten Tag an einen internen Koor-dinator eingerichtet, der z. B. die gesamten Bestellungen und die Kommunikation gesteuert hat. So konnte zielgerichtet agiert werden. Frühstück und Abendessen mussten zusätzlich eingekauft werden. Das Mittagessen wurde im Wesentlichen über den normalen Speiseplan abgewickelt. Viele Informationen haben wir durch direkte Gespräche, auch mit den Flüchtlingen, in Erfahrung gebracht, z. B. welcher Geschmack gefragt ist. Besondere Herausforderungen konnten durch klare Zuständigkeiten, verbindliche Absprachen und eindeutige Entscheidungen gelöst werden. Das Flüchtlingsproblem sei die größte Herausforde-rung für die Europäische Union in ihrer Amtszeit. „Hier sehe ich eine Riesenaufgabe auf uns zukommen“, erklärte die deutsche Kanzlerin. Die Regierung der großen Koalition hat mehrere Maßnahmen beschlossen, um die Flüchtlingskrise in der Republik zu bewältigen. Mit einem Maßnah-menpaket will sie die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlin-gen in Deutschland in den Griff bekommen. So sollen 2016 Län-der und Kommunen 3 Mrd. € be-kommen. Weitere 3 Mrd. € plant der Bund für eigene Aufgaben ein – etwa für Hartz-IV-Zahlungen an Flüchtlinge. Deutschland will tausende von Asylbewerbern aufnehmen, diese Zahlen unterstreichen die Not-wendigkeit, in der Gemeinschafts-verpflegung entsprechend zu reagieren. Der GVmanager hat bei Verantwortlichen nachgehakt, die bereits täglich mit der Versorgung der schon in Deutschland ange-kommenen Flüchtlinge betraut sind. Wie wurden die GV-Betriebe informiert, und wie erfolgt die Zu-sammenarbeit mit den örtlichen Behörden? Welche Besonderhei-ten müssen bei der Speisenversor-gung beachtet werden? Weitere Infos rund um das Thema gibt es auch unter: www.gastro-infoportal. de/fluechtlinge. dmp 10 GVmanager 10 /2015


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