Recht So

24_Stunden_Gastlichkeit_05_2015

Was wird Ihrer Meinung nach in naher Zukunft der Standard in der Bestell- und Bezahltechnik in gastronomischen Betrieben sein? Einen Standard wird es weder in der Bestell- noch in der Bezahltechnik geben; dennoch wird der Gebrauch von tragbaren Geräten zunehmen und fest installierte Systeme ergän-zen. Mobiles Bestellen direkt am Tisch wird zunehmend beliebter, da es sich deutlich auf die Bestellge-schwindigkeit auswirkt. Mit einer optischen Anzeige versehen kann es die Bedienung dabei unterstüt-zen, dem Gast ergänzende Gerichte vorzuschlagen. Die Gesamtbestel-lung lässt sich so vergrößern. In Schnell-Service-Restaurants be-schleunigt die Bestellung per Tablet den Bezahlprozess, so dass der Gast schneller gehen kann anstatt in der Schlange anstehen zu müssen. In Deutschland wird die Barzahlung auf absehbare Zeit noch „King“ bleiben, doch der Einsatz von Kre-ditkarten steigt kontinuierlich. Das Bewusstsein um mobile Zahlungs-optionen nimmt ebenfalls zu. Im April starteten führende Handels-konzerne mit Mobilfunknetzbe-treibern das Gemeinschaftsprojekt „NFC City Berlin” um mobiles Bezahlen zu fördern. Welche Systeme passen zu welchem Konzept? Nach welchen Kriterien muss sich ein Gastronom für das für ihn passende System entscheiden? Um die richtige Lösung auszuwäh-len, ob für den serviceintensiven gehobenen Bereich oder für Restaurants, Bars, Cafés mit hohem Tempo, sollte auch eine dedizierte Hybridlösung als smarte Investiti-on in Betracht gezogen werden. Sie besteht aus einem mobilen Tablet und einer eigens entwickelten Dockstation, mit der das Tablet zum All-in-One-POS-Terminal wird. Ein hybrides Terminal kombiniert die Vorzüge einer mobilen und statio-nären Kasse gleichermaßen und ist flexibel der gewünschten Anwen-dung anpassbar. Welche Möglichkeiten und Vereinfachungen werden Gastronomen in diesem Bereich in Zukunft haben? Mobile POS-Systeme dienen einem doppelten Zweck in der Gastrono-mie: die Produktivität der Beleg-schaft und die Gastzufriedenheit steigen. Restaurant- und Food-Ser-vice- Betreiber wollen Effizienz, vor allem zu Spitzenzeiten wenn Tempo und Genauigkeit gefragt sind. Mit einem Tablet kann die Bedienung Bestellungen von Tisch zu Tisch aufnehmen, ohne diese zwischen-durch immer an der Küche abge-ben zu müssen. Während die Spei-sen und Getränke serviert werden, kann das Tablet in der Dockstation aufgeladen werden. Die Auswirkung auf das Kunden-serviceniveau ist spürbar. Vorlie-ben oder Lebensmittelallergien der Gäste können in das mobile POS eingegeben werden um die Küche entsprechend aufmerksam zu ma-chen. Diese Informationen lassen sich auch im Tablet speichern und abrufen, wenn der Gast wieder-kehrt. Das Gleiche gilt für Stan-dardbestellungen von Stammgäs-ten und neben den Vorlieben auch für Abneigungen. www.posiflex.de Mobil zahlen Mit der Integration von CRM-Funktionen wird die POS-Technologie zum integrierten Kundenbindungswerkzeug, empfiehlt attraktive Angebote und propagiert Bonusprogramme. Nähere Infos dazu gibt Owen Chen, CEO von Posiflex. DICKE LUFT Gerüche in der Außenluft werden häufig von Nachbarn kritisiert. Die Richtlinie VDI 3883 Blatt 4 hilft, Beschwerden systematisch zu erfassen und zu bearbeiten. Wenn sich Nachbarn über schlechte Gerüche beschwe-ren, dann oft, weil Wohnbebauung und gewerblich genutzte Gebiete zusammenwachsen. Zudem entsteht eine veränderte Emis-sions- und Immissionssituation, und die Bevölkerung ist für das Thema Gerüche sensibilisiert. Der Richtlinienentwurf VDI 3883 Blatt 4 unterteilt das Vorgehen bei einer Geruchsbeschwerde in die Schritte Erfassung der Beschwerde, Ermitt-lung von Ursachen, Bewertung und Maßnahmen. Da die Bearbeitung durch die zuständigen Behörden häufig mit einem erheblichen Per-sonal- und Zeitaufwand verbunden KASSENDATEN RICHTIG AUFBEWAHREN Unternehmer, die Kassensysteme einsetzen, verstoßen oft gegen die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen. Steuerberaterin Bettina M. Rau- Franz hat bei Betriebsprüfun-gen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Unternehmer, die diese Kassensysteme im Einsatz haben, gegen die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen verstoßen. „Allgemein wird von den Unter-nehmern die Rechtsauffassung vertreten, dass – wenn sie einen ordnungsgemäßen Z-Abschlag täglich in der Finanzbuchhaltung erfassen – ihren Aufbewahrungs-pflichten Genüge getan haben. Dies ist leider ein Irrglaube. Bereits in den 90er Jahren wurden bei der Einführung der elektronischen Kassen die sogenannten Bonrollen durch elektronische Tagesjournale ersetzt“, erklärt Bettina Rau-Franz. In der Vergangenheit war die Bonrolle Bestandteil der Kassen-führung und somit entsprechend der gesetzlichen Aufbewahrungs- ist, ist es sinnvoll, Beschwerden systematisch aufzuzeichnen und zu bearbeiten. Der Richtlinienent-wurf VDI 3883 Blatt 4 stellt die Grundlagen, Anwendungsbeispiele und Arbeitshilfen wie Formulare dar. Hauptanwender der Richtlinie sind die für den Immissionsschutz zuständigen Überwachungs-, Genehmigungs- und Fachbehör-den. Die Richtlinie kann für alle Geruchsbeschwerden angewen-det werden und ist zum Preis von 87,30 € beim Beuth Verlag erhältlich. Herausgeber ist die Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN. www.vdi.de/3883 pflichten aufzubewahren. Als das elektronische Kassenjournal die Bonrolle ersetzte, wurde dieses genauso aufbewahrungspflichtig wie einst die Bonrolle. Sehr viele Unternehmer missachteten dies. Im Rahmen von Betriebsprüfungen durch die Finanzverwaltung wirft man ihnen dann vor, gegen die gesetzlichen Aufbewahrungspflich-ten verstoßen zu haben und somit – wenn z. B. bei Nachkalkulationen Kalkulationsdifferenzen entstanden sind – Zuschätzungen erfolgen. Diese können zu einem erheblichen finanziellen Schaden führen, wenn nicht sogar zur Insolvenz. Bettina Rau-Franz rät Unternehmen daher, sich von einem fachkundigen Steuerberater über die elektro-nischen Kassensysteme und die hiermit verbundenen Aufbewah-rungspflichten beraten zu lassen. www.franz-partner.de 24 Stunden Gastlichkeit 5/2015 63 Foto: Posiflex


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